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Wirtschaft Jeder Vierte kauft einmal im Monat im Ausland ein

Schweizerinnen und Schweizer kaufen immer mehr in grossem Stil im Ausland ein: Laut einer Umfrage fliessen inzwischen fast zehn Prozent des Schweizer Detailhandels-Umsatzes ins Ausland ab. Das ist Geld, das den Geschäften in der Schweiz flöten geht.

Der Einkaufstourismus im Ausland ist ungebrochen beliebt. Schweizerinnen und Schweizer geben pro Jahr im Ausland fast neun Milliarden Franken aus. Das entspricht neun Prozent des gesamten Detailhandelsumsatzes in der Schweiz, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes GfK im Auftrag der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz zeigt.

Ein Mann trägt im Grenzort Konstanz eine Einkaufstasche.
Legende: Das Einkaufen ennet der Grenze ist ungebrochen beliebt. Keystone

«Eine sehr hohe Zahl»

Es ist das erste Mal, dass die Auslandeinkäufe so umfangreich untersucht worden sind. Die Berechnungen der Marktforscher stützen sich auf eine Umfrage bei fast 4500 Haushalten. Die Studie zeigt, dass viele Menschen bewusst im Ausland einkaufen: Jeder vierte Einwohner fahre jeden Monat mindestens einmal ins Ausland, um einzukaufen, sagt Studienautor Thomas Hochreutener. «Das ist eine sehr, sehr hohe Zahl.»

Diese gezielten Einkäufe machen gut fünf Milliarden Franken aus. Mit eingerechnet sind dabei rund 600 Millionen Franken an Internet-Bestellungen bei ausländischen Händlern. Weitere vier Milliarden Franken geben die Konsumenten spontan während Vergnügungs- oder Geschäftsreisen aus.

Zu hohe Preise in der Schweiz

Am beliebtesten im Ausland sind Kleider und Schuhe, Nahrungsmittel, Kosmetika und Möbel. Ausschlaggebend sind unter anderem die Preise. Studienautor Hochreutener stellt fest: «Manche Leute akzeptieren die Preise (in der Schweiz) nicht mehr.» Darauf reagieren die Schweizer Detailhändler mit Preissenkungen, damit nicht noch mehr Kunden ins Ausland abwandern. Das hat allerdings zur Folge, dass hierzulande die Umsätze stagnieren, obwohl eigentlich mehr verkauft wird.

Neben den Preisen gibt es noch weitere Gründe für den Einkaufstourismus: Andere Produkte, grössere Läden oder längere Ladenöffnungszeiten. «Und in den Ferien haben die Leute auch Zeit», fügt der Studienautor an.

Von den Einkäufen im grenznahen Ausland profitiert Deutschland am meisten. Allein in unserem nördlichen Nachbarland geben die Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr rund 4,6 Milliarden Franken aus – allein für Produkte des täglichen Gebrauchs.

(snep)

22 Kommentare

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  • Kommentar von C. Brunner, Basel
    Zu den Übel, das Schweizer im Ausland einkaufen, kommt noch dazu, dass viele Grenzgänger ihren Schweizerlohn auch im Ausland (Heimat) ausgeben, dies dürften auch Milliarden sein.
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  • Kommentar von Hansi Dragoner, Drachenstein
    Kürzlich wurde für Europa eine entsprechende Statistik veröffentlicht. Am teuersten sind Mini-Länder, Schweiz & Norwegen & das EU-Länd Dänemark. Mag daran liegen, dass Kleinstaaten hilflos dem globalen Markt ausgeliefert sind und Wettbewerb so gut wie gar nicht vorhanden ist. Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz liegen 58 % über denen Deutschlands (Deutschland + 2 % über EU-Durchschnitt)
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  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Das ist kaum verwunderlich. Je merh der Staat von seinen bürgern verlangt, desto weniger bleibt über, um im teuren Innland einzukaufen. Zudem ist es tatsächlich so das sehr viele Artikel im Inalnd um mehr als das Doppelte teurer sind. Das targische dabei: Der Enverkauf, Detailhändler, hat bei weitem nicht so oft schuld wie viele meinen. Dennoch ist der Druck auf sie am grössten, und dennoch müssen sie die Preise senken (und nicht deren rafgierge liferanten). Unfair!
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    1. Antwort von paul muster, sonne
      Naja, der Handel nimmt auch ein vielfaches an Marge als der Handel in DE. Aber muss auch die höheren Lohn-, Strom-, Transportkosten etc tragen. Seien wir ehrlich, wir können nicht in der CH so hohe Kosten, aber gleiche Preise wie in DE haben. Der Staat ist gefordert, um HochKOSTEN-Insel auf europ. Niveau zu senken, erst dann können Preise auch nachhaltig tief bleiben. Dann müssen auch die Lohntüten auf DE-Niveau sinken. Der "Fünfer" + "Weggli" gibts auch in der Marktwirtschaft nicht!
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