Keine Angst vor dem Weihnachtsgeschäft

Der schlechteren Konsumentenstimmung zum Trotz: Der Schweizer Detailhandel rechnet mit einem guten Weihnachtsgeschäft. Ein umsatzstarker Dezember ist für die Jahresbilanz der gesamten Branche entscheidend.

Einpacken von Geschenken in einem Spielwarengeschäft

Bildlegende: Gutes Geschäft erwartet: In den Läden sollen auch dieses Jahr wieder viele Weihnachtsgeschenke eingepackt werden. Keystone

Konjunkturprognosen und Umfragen zeichnen ein eher düsteres Bild des privaten Konsums in der Schweiz: Gemäss Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich soll dieser in den kommenden Monaten «verhalten» bleiben. Im Oktober hat sich zudem die Stimmung der Konsumenten verschlechtert, die das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco ermittelt. Viele Haushalte schätzen ihre finanzielle Situation schlechter ein.

Spannung steigt zum Jahresende

Und dies ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft, das im Detailhandel zentral ist für die Umsatzbilanz am Jahresende. So erzielt zum Beispiel die Schweizer Spielwarenbranche die Hälfte ihres Umsatzes in den Monaten November und Dezember, wie Sandro Küng vom Branchenverband sagt. Und bei Coop macht das Weihnachtsgeschäft rund zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes aus. Im letzten Jahr belief sich dieser allein im Coop-Detailhandel auf 18,1 Milliarden Franken.

Gutes Weihnachtsgeschäft erwartet

Doch die Prognosen der Forscher beunruhigen die Detailhändler nicht: «Wir sind zuversichtlich, dass das Festtagsgeschäft gut laufen wird», heisst es etwa bei Coop. Für seine Zuversicht hat der Detailhandel gute Gründe: Von Januar bis September wuchs der Schweizer Handel um rund ein Prozent. Und die Marktforscher von GfK Schweiz rechnen damit, dass der Detailhandelsumsatz 2014 leicht über dem Vorjahr liegen wird.

Tatsächlich sparen viele Konsumenten kaum bei den Weihnachtsgeschenken. In der Spielwarenbranche sei das Weihnachtsgeschäft praktisch nicht von der Konjunktur abhängig, erklärt Küng. «Da wird zuletzt gespart.» Die Branche schätzt, dieses Jahr den Umsatz von 2013 mindestens wieder zu erreichen. Damals betrug er 434 Millionen Franken.

Kälte beflügelt Geschäft

Optimistisch für die letzten beiden Monate des Jahres ist auch Migros. Im bisherigen Jahresverlauf hätten die Supermärkte ihren Umsatz steigern können, heisst es auf Anfrage von SRF News Online. Für das Weihnachtsgeschäft sei wichtig, dass früh Schnee fällt und die Temperaturen möglichst tief sinken.

Darauf hoffen nicht nur die Spielwarenverkäufer, wobei Migros und Manor hier zusammen fast die Hälfte des Schweizer Marktes beherrschen. Wichtig sind die Monate November und Dezember vor allem auch für den Verkauf von Sportartikeln, Elektronik- und Mulitmedia-Artikel sowie etwas abgeschwächt für Kleiderhändler.

(SRF4 News, 6.11.14, 10 Uhr)

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schweizer Wirtschaft wächst schneller – dank Konsum

    Aus Tagesschau vom 27.2.2014

    Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich weiterhin kräftig. Das Bruttoinlandprodukt BIP ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr gar um zwei Prozent gewachsen. Den stärksten Wachstumsimpuls lieferte dabei der private Konsum.