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Wirtschaft Lieber weniger einnehmen – als Steuern erhöhen

Bund und Kantone müssen Mindereinnahmen in Kauf nehmen, um die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts zu erhalten. Nach Ansicht der nationalrätlichen Finanzkommission fliessen die Steuereinnahmen dann, wenn die Schweiz wettbewerbsfähig ist.

Panoramabild der Stadt Zug bei Sonnenschein.
Legende: Die Schweiz soll steuerlich attraktiv bleiben, schlägt die nationalrätliche Finanzkommission vor. Im Bild: Zug. Keystone

Die nationalrätliche Finanzkommission hat zur Unternehmenssteuerreform III einen Mitbericht für die federführende Wirtschaftskommission (WAK) verfasst.

Demnach sollen Bund und Kantone bei der dritten Unternehmenssteuerreform Einbussen in Kauf nehmen, damit die Schweiz für internationale Konzerne ein attraktives Steuerdomizil bleibt.
Die Kommission will deshalb die Gewinnsteuern noch weiter senken, wenn ein Unternehmen überdurchschnittlich viel Eigenkapital hat. Das würde Bund und Kantone je rund 300 Millionen Franken pro Jahr kosten.

Druck aus dem Ausland

Ziel der Reform ist es, Steuerprivilegien von Holdings abzuschaffen, welche im Ausland Unmut ausgelöst haben. Im Gegenzug sollen die Kantone ihre allgemeinen Gewinnsteuern für Firmen senken.

Im Ständerat hatte sich dafür keine Mehrheit gefunden. Mit ihm einig ist die Finanzkommission hingegen darüber, die Emissionsabgabe auf Eigenkapital beizubehalten. Der Bundesrat möchte diese abschaffen.

Die Kommission ist auch einverstanden, bei der Teilbesteuerung von Dividenden beim geltenden Recht zu bleiben. Mit einer Vereinheitlichung wollte der Bundesrat die kostspielige Unternehmenssteuerreform teilweise gegenfinanzieren.

11 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "Ziel der Reform ist es, Steuerprivilegien von Holdings abzuschaffen.." Es gibt ganz verschiedenes Ausland. So hat die US-Administration, konkret Finanzminister Jacob Lew, sich deutlich gegen die Pläne der EU zur Besteuerung von Unternehmen ausgesprochen. Insbesondere US-Konzerne wie Apple und Google würden ungerecht behandelt, hiess es.
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  • Kommentar von Mich Horiz (Mich Horiz)
    wir können auch gar keine steuern mehr bezahlen. dann übernehmen private firmen die schulen (lernen was adecco will), bauen strassen (da fahren wo es nestle will) und finanzieren natürlich die armee (da kriegen wo es glencore passt). das als krasses gegenstück zu den bösen linken.
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Ist ja auch jetzt schon bedingt so. Novartis& ABB sind im Unirat vertreten, Unirat bestimmt Inhalt von Studiengängern. Auch was Kriege betrifft sind immer Wirtschaftliche Interessen im Vordergrund.
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  • Kommentar von Nikolas Wirz (Libertär)
    Tiefe Steuern bedeuten eine gesunde Wirtschaft. Was Sozialisten und Linke nicht verstehen ist, dass hohe Steuern und damit verbundene erweiterte Wohlfahrt nich zu einer besseren Lebensqualität führt. Denn die Leute, welche all das schlussendlich finanzieren und die Wirtschaft am laufen halten, sind die Mittelschicht und deren Kaufkraft. Hohe Steuern mindern deren Kaufkraft oder treibt sie gleich ganz aus dem Land. Ausserdem ist die Regierung fast immer ineffizient und Steuern sind unmoralisch.
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Beispiel Schweden straft Sie Lügen! Lebensqualität ist dort wesentlich höher als in der Schweiz. Familie und Beruf sind dort auch wesentlich besser vereinbar als hierzulande, wo noch immer der Geist von Vorvorgestern in den Köpfen herumschwirrt. Abgesehen davon widersprechen Sie sich eklatant: Die Mittelschicht wird immer ärmer, die Einkommensschere geht immer weiter auseinander ... krasses Beispiel GB. Dass Steuern "unmoralisch" seien, zeigt auf, wie wenig bibelfest Sie sind ! Himmel!
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    2. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Ich gebe ihnen Recht bis darauf das nur die Linken mit Steuergeldern um sich schmeissen. Was ist mit dem Militärbudget oder den Bauernsubventionen?! Das Problem liegt nicht in der politischen Ausrichtung der einzelnen Parteien, sondern im System welches alle Parteien ohne zu hinterfragen hinnehmen.
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    3. Antwort von Reto Hasler (Noris)
      Lucas Kunz, ich gebe Ihnen Recht, dass die Einkommensschere in der Schweiz immer weiter auseinander geht. Aber es ist nicht so, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Sondern die Reichen werden immer reicher und die Armen werden auch immer reicher, nur nicht so schnell.
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    4. Antwort von Marcel Meier (Cello)
      @Hasler: "die Armen werden auch immer reicher, nur nicht so schnell." Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht. Verhaltet euch ruhig ihr Armen, mit genügend Geduld, werdet auch ihr in ein paar (hundert) Jahren reich!
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    5. Antwort von Nikolas Wirz (Libertär)
      Herr Kunz, ich war aus beruflichen Gründen schon öfters in Schweden und zweifle Ihre Aussage stark an. Abgesehen davon hat die CH ein viel höheres GDP per capita als Schweden. Und ja, meiner Meinung nach ist es moralisch falsch Personen zu zwingen Geld für Leistungen zu zahlen, von denen sie selbst keinen Nutzen haben. Woher nimmt sich der Staat diese Macht? Ich bin zwar nicht sehr bibelfest, aber zweifle stark an, das Jesus irgendjemanden gezwungen hat, Geld zu zahlen.
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    6. Antwort von Nikolas Wirz (Libertär)
      Herr Hansson, doch das Problem liegt eben schon in der politischen Ausrichtung. Während Konservative zum Ziel haben, die Regierung so klein wie möglich zu halten, erfordert der Linke sozialistische Wohlfahrtsstaat zwangsläufig eine grosse Regierung. Je grösser eine Regierung, desto mehr Steuern erfordert sie und desto mehr individuelle Freiheiten gehen verloren. Das soll keine Kritik an Links sein, sondern lediglich ein Fakt, der immer und immer wieder in der Praxis bewiesen wird.
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    7. Antwort von Mich Horiz (Mich Horiz)
      Was rechts nicht verstanden wird: Mehr Steuereinnahmen stärkt die Wirtschaft genau so. Der Bund, die Kantone und Gemeinden bleiben ja nicht auf dem Geld sitzen. Sie setzten es ein - sie vergeben Aufträge, sie bezalen, sie fördern die Wirtschaft.
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