Zum Inhalt springen

Wirtschaft Schweizer Wirtschaft wächst weiter – Seco bremst Euphorie

Die Schweizer Wirtschaft floriert. Stützen für das Bruttoinlandprodukt sind vor allem der private Konsum, Bauinvestitionen und der Aussenhandel. Das Seco warnt aber vor verfrühter Euphorie.

Ein Mann geht durch ein Hochregallager mit Karton-Kisten.
Legende: Ein Mann geht durch ein Hochregallager mit Karton-Kisten. Keystone

Privater Konsum, Bauinvestitionen und Aussenhandel haben das Wirtschaftswachstum der Schweiz im ersten Quartal beflügelt. Das Bruttoinlandprodukt wuchs um 0,6 Prozent gegenüber dem Jahresende 2012. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte das das BIP um 1,1 Prozent zu.

Bei der Produktion wuchs die Wertschöpfung in mehreren Wirtschaftszweigen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Dazu gehören namentlich Industrie, Baugewerbe, Finanzsektor und viele nicht-finanzielle private und öffentliche Dienstleistungen.

Keine einheitliche Entwicklung

Die Ausgaben für den privaten Konsum stiegen gegenüber dem Schlussquartal 2012 um 0,6 Prozent. Dabei legten die Ausgaben für Gesundheit und Wohnen am meisten zu. Der Staat und die Sozialversicherungen konsumierten dagegen 0,9 Prozent weniger.

Die Warenexporte ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine, Kunstgegenstände und Antiquitäten sanken um 0,2 Prozent. Das ist gemäss Seco auf eine geänderte Systematik beim Aussenhandel mit Strom zurückzuführen. Positiv entwickelten sich die Ausfuhren bei Chemie und Pharma, Uhren, Präzisionsinstrumenten und Bijouterie. Die übrigen Branchen stagnierten oder waren rückläufig.

Um von einer Erholung oder Beschleunigung reden zu können, müsste die Entwicklung einheitlicher sein, so das Seco. Das sei derzeit nicht der Fall. Die für die internationale Konjunktur sensiblen Sektoren wie die Industrie entwickelten sich seit mehreren Quartalen nur langsam. Hier blieben Fragezeichen.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Vogt, Zürich
    Ich bin zwar auch nicht für grenzenloses Wachstum, es sollte zumindest nachhaltig sein. Aber wenn ich das so lese dann würde ich den beiden Herren einmal empfehlen eine Zeit lang irgendwo in Afrika zu leben wo ein viel tieferes BIP pro Person herrscht. Mal sehen ob sie dann immer noch so sehr gegen Produktivität wettern wie jetzt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Ineichen, Beckenried
    Wirtschaftswachstum ist kein Segen, sondern ein Fluch. - Ein Wachstum von z.B. 2% jährlich würde in 35 Jahren zu einer Verdoppelung, innert 70 Jahren zu einer Vervierfachung, innert 105 Jahren zu einer Verachtfachung und in 350 Jahren zu einer Vertausendfachung der wirtschaftlichen Produktion führen. Dies liesse sich gar nicht durchhalten. Stoppen wir den Wahn rechtzeitig, d.h. jetzt, es reicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Wie recht Sie haben! Diese "Anbetung" eines prozentualen Wachstums erfolgt entweder in völliger Unkenntnis der Dynamik, welche dahinter steckt oder ist verantwortungslos. Wirtschaftswachstum, getrieben von realen Güterbedürfnissen, ist eine gute Sache. Zerstörerisch und die Gesellschaft gegen die Wand fahren, das hingegen vollbringt der Wirtschaftswachstumszwang. Die Ursache ist unser Geldsystem, in dem es zum Investitionsanreiz die Aussicht auf eine exponentielle Vermögensvermehrung benötigt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Walter Ineichen, Beckenried
      @H. Bernoulli, Zürich. Danke bestens für die weiteren Ausführungen und Erklärungen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen