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WEF 2018 Berset appelliert an internationale Zusammenarbeit

Legende: Video Start der 48. Ausgabe des WEF abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.01.2018.
  • Bundespräsident Alain Berset hat das Weltwirtschaftsforum in Davos eröffnet.
  • In seiner Rede hob er die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hervor.
  • Nur so könnten die zahlreichen Probleme in der Welt gelöst werden.

Es gelte, «gemeinsam über die Zukunft unserer Gesellschaft und über die Bewegungen nachzudenken, die sie beeinflussen und bereichern», sagte Berset. Das Thema des diesjährigen Forums treffe es auf den Punkt: «Wir müssen in einer gebrochenen Welt eine gemeinsame Zukunft schaffen.»

Der Bundespräsident blickte nach vorne und zurück. 2016 bezeichnete Berset als Jahr der Unterbrechung, der Überraschungen, der Gewalt und der unerwarteten Veränderungen.

Das vergangene Jahr sei dagegen «eher friedlich» gewesen. Er glaube, dass 2018 das Jahr sein müsse, in dem die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und des Multilateralismus bekräftigt werde, sagte Berset.

Die Herausforderungen der Gesellschaft sind laut Berset zahlreich und schwierig. In vielen Teilen der Welt herrsche Instabilität. Der Bundespräsident erwähnte die andauernden bewaffneten Konflikte, die Massenvertreibungen, den Terrorismus und den Klimawandel.

Kritik an aufkeimendem Nationalismus

Um diese Probleme anzupacken, «brauchen wir den politischen Willen auf allen Ebenen», sagte Berset. Für Sicherheit, Frieden und Menschenrechte sei ein starkes Engagement internationaler Institutionen erforderlich.

In verschiedenen Ländern gehe der Trend aber in die entgegengesetzte Richtung: «Wir beobachten die Wiederbelebung des Nationalismus und eine Verengung des politischen Horizonts, die mit einem gewissen Misstrauen gegenüber Multilateralismus und Freihandel einhergeht», sagte Berset. Diese Entwicklungen trügen dazu bei, die Brüche zu vertiefen, anstatt sie zu reduzieren.

«Es gibt nur eine Lösung», sagte Berset. «Wir müssen die Ursachen, die dieses Unbehagen, den Groll und Zorn auslösen, beseitigen.» Berset appellierte an «eine Politik der sozialen Eingliederung». Der Wille zur internationalen Zusammenarbeit könne nur gewährleistet werden, wenn sich Menschen nicht machtlos fühlten.

Seine Rede hielt Berset in Anwesenheit des indischen Premierministers Narendra Modi, der gemeinsam mit dem Bundespräsidenten und WEF-Gründer Klaus Schwab das 48. Weltwirtschaftsforum eröffnete.

14 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Einzig über sozialen Ausgleich lässt sich übertriebener Nationalismus verhindern. Die kleine Schweiz muss sich NB an den Grossen orientieren und deren Machtansprüche nicht hinterfragen, denn sonst kommt sie als kleines Land in den Würgegriff - so wie damals die UBS in den Würgegriff genommen wurde. Bradley Birkenfeld, ein Straftäter, wurde nach seiner UBS- Aktion mit Millionen von Dollars beschenkt. Heute kennen einzig die USA noch ein garantiertes Bankgeheimnis.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Kritik an aufkeimendem Nationalismus Nun, es gibt gute Gruende nationalistische Einstellung zu haben.. Vaterlandsliebe (Mutterland...) Stolz ueber die eigene erbrachte Leistung als Nation! Eine Demokratie die Seinesgleichen sucht.. etc... und ist per se nicht schlecht.. aber zugegeben, DAS alles fuer die ganze Welt zu empfinden waere grossartig. Leider stehen dem Religionen und politische Ansprueche entgegen...
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Der SP-Bundesrat Berset ist längst nicht der einzige "Redner" am WEF, der jeden Kritiker und Gegner einer völligen Weltglobalisierung (Gleichmacherei) als Nationalist (lieber sogar als "Nazi") hinstellt! Wer eine Welt selbstständiger und selbstverantwortlicher Länder vor einer "Einheits-Diktatur" vorzieht, ist weder ein Populist noch ein Rechtsradikaler, den es endlich umzupolen gilt! Wer die Vor- und Nachteile der Globalisierung emotionslos und sachlich analysiert, spürt klares Unbehagen!
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