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Wirtschaft Zahl der Arbeitslosen sinkt – keine Entwarnung

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Mai leicht gesunken – neu beträgt sie 3,2 Prozent. Doch im Vergleich zum Mai im letzten Jahr hat die Zahl der Arbeitslosen deutlich zugenommen. Reduziert hat sich zudem die Anzahl offener Stellen.

Legende: Video Kurzarbeit wird auf künftig steigen abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.06.2015.

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gesunken – trotz dem Frankenschock. Dafür verantwortlich sind positive Saisoneffekte insbesondere im Bau und in der Hotellerie. Grund für eine Entwarnung gibt es nicht.

Laut den am Dienstag veröffentlichen Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ging die Zahl der Arbeitslosen im Mai im Vergleich zum April zwar um rund 4800 Personen zurück. Allerdings waren vor einem Jahr noch rund 6000 Arbeitslose weniger gezählt worden.

Saisoneffekte schönen die Zahlen

«Die konjunkturelle Verschlechterung ist damit deutlich sichtbar», stellte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, an einer Telefonkonferenz fest. Positive Saisoneffekte hätten aber im Mai negative Konjunktureffekte überkompensiert.

Rückläufig im Vergleich zum April waren im Mai die Zahl der Langzeitarbeitslosen, jene der älteren Beschäftigten sowie die Jugendarbeitslosigkeit. Insbesondere bei den Jugendlichen haben sich aber die Zahlen im Vergleich zum Mai 2014 deutlich verschlechtert.

Starker Anstieg Kurzarbeit

Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses ist die Kurzarbeit im März nicht unerwartet stark angestiegen. Innert Monatsfrist rutschten rund 1500 Personen mehr in die Kurzarbeit. Das entspricht einem Anstieg um 41 Prozent. In 519 Betrieben arbeiteten damit Ende März über 5000 Beschäftigte kurz.

Zürcher relativierte indes die Zahlen. Das Niveau bei der abgerechneten Kurzarbeit sei weiterhin tief. Und bei den Voranmeldungen der Kurzarbeit stelle er derzeit eine Seitwärtsbewegung fest.

Ein Mann hält einen Stellenanzeiger in der Hand
Legende: Bei den Jugendlichen gibt es im Vergleich zum Mai letzten Jahres mehr Arbeitslose. Keystone

Weniger offene Stellen

Mit knapp 10'000 Stellen waren im Mai deutlich weniger offene Stellen gemeldet. Innert Jahresfrist sank das Arbeitsangebot damit um fast ein Viertel. Zürcher betonte, dass es für Arbeitslose schwieriger geworden sei, eine neue Stelle zu finden. Es gebe derzeit leicht höhere Zugänge als Abgänge bei der Arbeitslosigkeit.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat aber abgenommen – und zwar sowohl im Vergleich zum vorherigen Monat als auch zum Mai 2014. Diese Zahlen reagieren laut Zürcher nur schleppend auf die Konjunktur. Erst in zwei bis drei Monaten sei hier mit einer Zunahme zu rechnen.

Laut Zürcher wird im Sommer der Saisoneffekt auslaufen und die Arbeitslosenzahlen werden wieder ansteigen. Das Seco hält im Moment an seinen März-Prognosen für das Jahr 2015 fest. Damals ging man von einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent im Jahresdurchschnitt aus. Die konjunkturelle Verschlechterung liege im Rahmen der Erwartungen, erklärte Zürcher.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler, Winterthur
    Für mich sind Aussage alle Jahre die " gleiche Leier " , seit Jahren ist die Verkürzung der Leistungen relevant auf die Langzeitarbeitslose die zu ca. 3000 personen ausmacht. Man muss sich die Frage stellen, was für Chancen diese Leute auf dem heutigen Arbeitmarkt, gleich " Null ". Was bleibt die Sozialhilfe und da will man jetzt auch noch sparen. An alle die das Unterstützen sollen einmal selbst denn Beweis erbringen, das sie das auch können oder sogar besser machen.
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  • Kommentar von Fritz Moser, Thun
    Bitte bringt die richtigen Zahlen! Und da gehören auch die ausgesteuerten Menschen dazu! Wenn ich nur schon in meinem Umfeld sehe, dass nicht wenige Menschen davon betroffen sind! Aber lieber verschweigt man diese Menschen, damit die Wirtschaftsbosse und die links-grünen Kreisen uns mitteilen können, dass wir die endlose Zuwanderung dringend brauchen, da bei uns fast (ALLE) Arbeit hätten.........
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Ausgesteuerte Menschen sind keine Arbeitslosen sondern Sozialfälle. Da müssen Sie eine andere Statistik beiziehen (die gibt es ja auch!). ...die Zuwanderung hat aber erwisenermassen zu keinem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt (wie fälschlicherweise von rechten Kreisen immer wieder behauptet wurde).
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    2. Antwort von M. Hediger, Aarau
      Fritz Moser: Da können Sie lange warten. Die Berichte werden vermutlich absichtlich so verfasst, um die Zuwanderung zu begründen. Hart ist, dass die Allgemeinheit davon weiss und wir trotzdem solche Berichte lesen müssen
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    3. Antwort von M. Hediger, Aarau
      J.Baltensperger: "die Zuwanderung hat aber erwisenermassen zu keinem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt" Jetzt bin ich aber auf Ihre Informationsquelle gespannt!
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    4. Antwort von Fritz Moser, Thun
      @Baltensperger: Und wer darf dann alles bezahlen? Mir ist schon klar, dass Sie als Linker gerne diese Süppchen am (Kochen) behalten möchten! Wenn alle Monate über 3000 Menschen aus der Statistik verschwinden, dann ist es einfach zu sagen, es gäbe keinen Anstieg! Hauptsache für Sie, dass Sie wenigstens glauben, was Sie uns immer für Märchen auftischen..........
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    5. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      @Hediger: Meine Quelle ist die Arbeitslosenstatistik. Die Mär von den vielen armen Schweizer Arbeitslosen nervt mich gewaltig. Die Arbeitslosigkeit unter Schweizern liegt übrigens bei ca. 1.5%. Sie leben arbeitstechnisch im Paradies. Es gibt - abgesehen von einigen Kleinststaaten - dafür kein besseres Land auf diesem Planeten. Wir sind alle höchst privilegiert hier leben zu dürfen. Geniessen Sie es und regen Sie sich nicht auf wenn auch jemand anders einen Franken kriegt.
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    6. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      @Moser: Wie kommen Sie drauf, dass ich ein "Linker" bin? Ich wähle politische Mitte (es sei denn Sie definieren alles was links der SVP ist als links) und ich empfehle ihnen, auch politische Mitteparteien zu wählen weil das ewige Links-gegen-Rechts nur zu verborrten ideologisch geprägten Positionen führt was unserem Land schadet. In einem Sozialkapitalismus ist es tatsächlich so, dass gut verdienende Menschen (wie ich) über die Steuern Sozialfälle finanzieren. Ich hab kein Problem damit.
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    7. Antwort von M. Hediger, Aarau
      J.Baltensperger: Da liegen Sie völlig falsch. Ich kenne viele, die von EU-"Fachkräften" verdrängt wurden. Im Übrigen schliesse ich mich Fritz Moser an.
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    8. Antwort von Fritz Moser, Thun
      @Baltensperger:Falsch,ich definiere es nicht so,wie Sie schreiben!Ich war über 30 Jahre Mitglied bei der SP,damals war noch eine Arbeiterpartei!Und heute?Ich bin nun parteilos uns stimme immer nach Themen ab!Aber,wenn es um die EU oder die masslose Einwanderung oder um das marode Asylwesen und Armee geht,dann stimme ich für die SVP!Habe ja keine andere Wahl!Und so denken eben viele,deshalb bringt ja die SVP bei diesen Abstimmungen,ja eine Mehrheit auf ihre Seite!Und das ist gut und richtig so...
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    9. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      @Heidger: Einzelfälle sind kein Beleg für ein Problem von nationaler Bedeutung und "ich kenne viele" ist kein Argument. Bringen Sie bitte zahlen. Es ist äusserst gefährlich von ein paar Fällen, von denen man häufig auch den wahren Hintergrund nicht kennt, auf ein landesweites Problem zu schliessen. Halten wir uns an die Fakten und diese reden eine klare Sprache - trotz (oder gerade wegen?) der PFZ ist die Arbeitslosigkeit in der CH NICHT gesunken.
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    10. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Arbeitslosenstatistik als neue Bibel? Schliesslich muss man ja die Massen irgendwie unten halten.
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