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Wirtschaft Zurich: Ackermanns Abgang hat ernsten Hintergrund

Nach dem Suizid des Zurich-Finanzchefs gibt Josef Ackermann sein Verwaltungsratsamt ab. Laut SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind hat die Trauerfamilie grossen Druck auf ihn ausgeübt.

Legende: Video Konzernchef Martin Senn bedauert den Entscheid abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.08.2013.

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, tritt als Verwaltungsratspräsident der Zurich Insurance Group zurück und verlässt das Gremium. Ackermanns Schritt erfolgt mit sofortiger Wirkung. Konzernchef Martin Senn sagte der «Tagesschau»: «Zusammen mit dem Verwaltungsrat akzeptiere ich den Entscheid. Ich muss ihm diesen auch sehr hoch anrechnen, weil er die Interessen der Zurich vor seine persönlichen Interessen stellt.»

Ackermann begründete seinen Entscheid damit, dass er eine weitere erfolgreiche Führung des Verwaltungsrates zum Wohle der Zurich infrage gestellt sehe. «Um jegliche Rufschädigung zu Lasten von Zurich zu vermeiden, habe ich beschlossen, von allen meinen Funktionen im Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung zurückzutreten.»

Druck auf Ackermann durch Opfer-Familie?

Hintergrund ist der Suizid des Finanzchefs Pierre Wauthiers. Er war am Montagmorgen tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Ackermann dazu: «Der unerwartete Tod hat mich zutiefst erschüttert.»

Legende: Video Rücktritt Ackermanns wirft Fragen auf abspielen. Laufzeit 2:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.08.2013.

Er habe Grund zur Annahme, dass die Familie meine, er solle seinen Teil der Verantwortung hierfür tragen – ungeachtet dessen, wie unbegründet dies objektiv betrachtet auch sein möge.

SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind weiss von Ackermann nahestehenden Personen, dass dieser «von der Trauerfamilie massiv beschuldigt wurde». Ackermann werde wegen seines autoritären Führungsstils am Tod mitverantwortlich gemacht.

Nachfolger will Ackermanns Weg fortsetzen

Vorerst übernimmt nun Ackermanns Stellvertreter, Tom de Swaan, die Funktion des Präsidenten. «Ich bin fest entschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat und der Konzernleitung Zurich weiter auf dem Weg zum Erfolg zu führen», so de Swaan.

Am Aktienmarkt sorgte Ackermanns Abgang für einen Kurseinbruch. Die Papiere haben gegenüber dem Vortag rund 2,5 Prozent verloren.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Teppichetagenleute wie der Ackermann verkörpern den alten Typus vom Manager. Abzocken und Vordern von seinen Untergebenen bis zum Gehtnichtmehr. Das diese Kategorie von Mitmenschen nicht mehr so unangefochten sind wie auch schon beweist dieser Rücktritt.
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  • Kommentar von Beat R. von Wartburg, 4314 Zeiningen
    Das soll seriöser Jurnalismus bzw. Service Publique sein? Die Verbreitung von Gerüchten und Mutmassungen durch Frau Fassbind und die SRF empfinde ich nur als widerwärtig.
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  • Kommentar von B. Lüscher, Buchs AG
    @B. Berner: Wenn Sie, als Freund der Familie Wauthiers, natürlich genau Kenntnis haben von den Umständen die zum Tod von Herr Wauthiers geführt haben und auch mit Herrn Ackermann über dieSituation gesprochen haben, entschuldige ich mich bei Ihnen. Wenn Nein, sollten Sie Ihren Kommentar selbst einmal hinterfragen.
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