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Radio SRF 1 «Forum»: Ist die Kirche mutlos, wenn es um Flüchtlinge geht?

Eine Gruppe von Pfarrern fordert von der Kirche mehr Mut in Flüchtlingsfragen. Kirchen sollten sich pointiert auf die Seite der Schwachen stellen. Braucht es Taten statt Worte – oder vielmehr Taten und Worte? Im «Forum» diskutierten Experten und Hörer.

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen.
52 min, aus Forum vom 27.08.2015.
Wir alle sind mit dieser Situation überfordert.
Autor: Wilfried BührerPfarrer und Kirchenratspräsident aus dem Kanton Thurgau

Menschen in überfüllten Schlauchbooten, Familien mit Kindern, die im Grenzzaun hängen bleiben: Die Bilder der Flüchtlinge, die nach Europa flüchten, lassen nicht kalt. Von Mitleid bis Hass reichen die Reaktionen auf die Flüchtenden, der Ton wird zunehmend schärfer.

Migranten an der mazedonischen Grenze.
Legende: Die Migrationscharta fordert, dass sich Schweizer Kirchen mehr für Flüchtlinge einsetzen. Keystone

«Migrationscharta» in Bern vorgestellt

Das sei unethisch, sagt jetzt eine Gruppe von Pfarrern: «Es wird Zeit, dass wir unsere Stimme erheben.» Am Mittwoch wurde deshalb in Bern die «Migrationscharta» vorgestellt. Menschen sollen in Würde migrieren können und vom Zielland willkommen geheissen werden.

Auch sollte das Recht auf freie Niederlassung ein Grundrecht werden. Das ökumenische Netzwerk KircheNordSüdUntenLinks erinnert zudem an die Bibel: Ihre Erzählungen hätten immer noch die Kraft, eine Verwandlung in der Gesellschaft herbeizuführen.

Porträt von Verena Mühlethaler.
Legende: Verena Mühlethaler. zvg

«Auch Jesus war ein Visionär»

Verena Mühlethaler ist Pfarrerin an der offenen Kirche St. Jakob in der Stadt Zürich. Sie ist überzeugt, dass sich die Kirchen in der Schweiz pointiert auf die Seite der Schwachen stellen muss. Diese Rolle habe schon Jesus eingenommen – als Visionär quasi. Nun sei es an der heutigen Kirche, es ihm gleich zu tun.

Porträt Wilfried Bührer.
Legende: Wilfried Bührer. zvg

«Die Kirche ist eher Partner der Behörden»

Anderer Meinung ist Wilfried Bührer. Der Pfarrer und Kirchenratspräsident aus dem Kanton Thurgau findet die Forderungen der Migrationscharta überzogen. «Wir machen schon viel», sagt er. Jedoch sei das Hilfe jenseits der Scheinwerfer. Er sieht die Kirche deshalb eher als Partner der Behörden und der Politik. Diese Position vertritt auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von R.Lang, Oberwallis
    Nachricht: Hr. Gattiker, Damen und Herren der Kirche(n). Bitte stellen sie doch ihre Kirchgemeinde- und Pfarrhäuser welche doch sehr geräumig und gut ausgerüstet sind zur Verfügung. Des weiteren haben etliche Gemeinden Burgerhäuser welche eh meistens ungenützt sind zur Verfügung (was für uns als Feriendomizil lieb und gut ist-sollte auch für Flüchtlinge gut genug sein).
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  • Kommentar von Bruna Canavesi, 8005 Zürich
    Ich möchte zu Kirche und Flüchtlinge mitdiskutieren. Ich höre diese Sendung im Moment im Internet. Frau Mühlethaler hat sehr mutig einmal Occupy auf das Gelände der Stauffacher-Kirche eingeladen. Heute sollte jede Kirche, die sich so nennt, Flüchtlinge auf ihrem Gelände zelten oder in der kirche irgendwie wohnen lassen. Das wurde ja auch schon gemacht mit Sans Papier. Also Leute: O e f f n e t die K i r c h e n Mit freundlichen Grüssen
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  • Kommentar von Robert Steffen, Lingières
    Kirche=Religion. Esgeht bei dieser Problematik auch um eine andere Religion. Darf ja nicht sagen welche, wie man sich während der ganzen Sendung auch nicht getraut. Man wird mich als Extremist bezeichnen. Habe sehr grosse Angst vor dieser anderen Religion und Mentalität, in derer Gebiete meine Glaubensbrüdern verfolgt und abgeschlachtet werden auch von solchen welche, bei uns nun Schutz suchen wollen. Die Ängste von vielen 1000 CH ernst nehmen und auch tehmatisieren, nur so kommen wir weiter.
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