Hüttenzauber

Seit 150 Jahren bewartet der Schweizer Alpenclub (SAC) Hütten in den Alpen. 115 Hütten sind es heute und der SAC zählt 140'000 Mitglieder. Radio SRF 1 stellt vier besondere Hütten vor.

Eine Gruppe Wanderer im Glarnerland auf dem Weg zur Muttseehütte.

Bildlegende: Hüttenzauber Eine Gruppe Bergwanderer bei Linthal im Kanton Glarus zur Muttseehütte unterwegs. Keystone

Die Atemberaubende

Wildstrubelhütte bei Sonnenaufgang mit einem bezaubernden Ausblick auf die umliegende Bergwelt.

Bildlegende: Wildstrubelhütte Mit viel Sorgfalt wurde der aus dem Jahre 1927 stammende Altbau restauriert. zVg

Die Wildstrubelhütte mit ihren 75 Plätzen besteht eigentlich aus drei Hütten, die auf einem Hochplateau auf fast 3000 Meter über Meer liegen. Sie sind sowohl vom Kanton Bern wie vom Kanton Wallis herkommend erreichbar. Auf der Wildstrubelhütte wirtet die gelernte Bäckerin Daniela Meyer in ihrer ersten Saison. Da sie einen Hüttenwart-Kurs besucht, übernimmt schon mal Mutter Heidi das Zepter. Die Aussicht von der Wildstrubelhütte ist atemberaubend.

Wenn Gäste in der Wildstrubelhütte im Berner Oberland waren, gab es für die 24jährige Daniela Meyer viel zu tun: Meistens stand die gelernte Bäckerin dann schon um 4 Uhr früh in der Küche und machte Frühstück. Wenn aber Lawinengefahr war, kamen wenig Gäste und sie konnte das Haus putzen oder ein Buch lesen. Über Wochen lebte die junge Hüttenwartin in der Wildstrubelhütte abgeschieden von jeglicher Zivilsation.

Die mit eigenem Kraftwerk

Etzlihütte mit Gletscher im Hintergrund.

Bildlegende: Etzlihütte Erstmals kam 1909 die Idee auf, im Urner Etzlital oberhalb der Müllersmatt eine Bergsteigerunterkunft zu errichten. zVg

Die Etzlihütte mit 75 Schlafplätzen liegt in einem Seitental des Urner Maderanertals in den Glarner-Alpen. Sie ist ein beliebtes Skitouren-Ziel und im Sommer vor allem von Wanderern besucht. Die Hütte ist auch beliebtes Ausflugsziel für Familien und Vereine. Das Besondere: für elektrischen Strom sorgt ein eigenes Kleinstwasserkraftwerk. Von einer Wasserfassung 75 Meter unterhalb der Hütte wird das Wasser in eine Druckleitung mit Turbine geführt. Der daraus gewonnene Strom reicht, um die Hütte zu beheizen, für Licht und Strom in der Küche. Im Winter, wenn oft zu wenig Wasser fliesst, ist aber nach wie vor Heizen mit Holz angesagt.

Die Alteingesessene

Albert Heim-Hütte umgeben von Schnee und Bergen.

Bildlegende: Albert Heim-Hütte Die Albert-Heim-Hütte wurde 1918 zu Ehren des Alpenforschers und Geologen Albert Heim eingeweiht. zVg

Benannt ist die über 100jährige Hütte mit ihren 80 Plätzen nach dem Alpenforscher und Geologie-Professor Albert Heim, der ab 1888 Ehrenmitglied des Schweizer Alpenclubs war. Sie ist eine der ganz ursprünglichen SAC-Hütten: ganz aus Naturstein gebaut und im Winter gibt es kein fliessendes Wasser – Schneeschmelzen ist angesagt und geheizt wird mit Holz. Erst seit letztem Sommer führt der gelernte Koch Roman Felber (30) zusammen mit dem Urner Marco Traxel die Hütte am Fuss des Tiefengletschers.

Die leicht Erreichbare

Maighelhütte im Winter.

Bildlegende: Maighelshütte Auf rätoromanisch heisst die Hütte «Camona da Maighels». zVg

Für 50 Franken verkaufte die Eidgenossenschaft 1968 die ursprüngliche Militärbaracke an den SAC. Die Maighelshütte mit ihren 92 Schlafplätzen liegt nur gut eine Stunde zu Fuss vom Alltag entfernt und ist auf einem leicht begehbaren Wanderweg vom Oberalppass her zu erreichen. Die Maighelshütte ist ein beliebter Ausgangspunkt für Berg- oder Mountainbike-Touren und Wanderungen. Als die Anfrage für die Bewirtschaftung der Hütte an die Familie Honegger kam, wollte sich Pia Honegger höchstens für 10 Jahre verpflichten. Daraus sind 22 Jahre geworden und Honeggers wollen auch weiterhin Sommer und Winter für ihre Gäste da sein.