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Digital Das Internet und der Weltuntergang

Am 21. Dezember geht die Welt unter – das zumindest glauben Heerscharen von Apokalyptikern, die ihre Meinung im Internet kundtun. Ist zusammen mit dem Internet auch der Glaube an Verschwörungen und Irrationales gewachsen?

Blutrote Schrift mit dem Wort «apocalypse»
Legende: Weltuntergang Das Internet ist eine gute Plattform für Verschwörungstheorien – und die Argumente, solche Theorien zu widerlegen. Flickr/celesteh

An Weltuntergangsseiten von Verängstigten, Panikern und Spinnern mangelt es im WWW tatsächlich nicht. Allein zu den Prophezeiungen des Maya-Kalenders finden sich hunderttausende von Einträgen. Damit nicht genug: Spezielle Webshops bieten auch Werkzeuge und Nahrungsmittel an, mit denen sich auch nach der grossen Katastrophe überleben lässt.

Das Internet und irrationale Ängste sind sich also keine Unbekannten. Trotzdem denkt zu kurz, wer das Web nur als Nährboden für Irrsinn und Lügen sieht. Das Internet hilft wohl, Verschwörungstheorien leicht zu verbreiten und einem grossen Publikum zugänglich zu machen. Solche Theorien existierten aber schon vor dem Internet – oft einfach unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Lügen und Gerüchte widerlegen

Dank dem Internet lassen sich Verschwörungstheorien aber leichter widerlegen als zuvor. So finden sich unter den Top-Treffern einer Google-Anfrage zum Begriff «Maya-Kalender» eben nicht Seiten, die vor der Apokalypse warnen, sondern solche, die erklären, warum die Welt am 21. Dezember 2012 wohl doch nicht untergeht – hoffentlich.

Referenzseiten wie etwa Snopes.com, Link öffnet in einem neuen Fenster untersuchen Verschwörungstheorien und urbane Legenden gezielt auf ihren Wahrheitsgehalt. Auch Aussagen von Politikern lassen sich dank Seiten wie PolitiFact.org, Link öffnet in einem neuen Fenster oder FactCheck.org, Link öffnet in einem neuen Fenster auf ihre Richtigkeit überprüfen.

Die Bielefeldverschwörung

Das Internet ist also mehr noch Recherchemaschine denn Gerüchteschleuder. In den besten Momenten schlägt es die Verschwörungstheoretiker sogar mit ihren eigenen Waffen: So wurde schon 1994 im deutschen Usenet behauptet, die Stadt Bielefeld existiere nicht, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Sämtliche Beweise für die Existenz Bielefelds werden dabei als Teil der «Bielefeldverschwörung, Link öffnet in einem neuen Fenster» gesehen beziehungsweise als Beweis dafür, dass es eine solche Verschwörung gibt – ein Zirkelschluss, der sich auch in den Argumenten vieler ernst gemeinter Verschwörungstheorien findet.