Schweizer Hitparade vom 9. November 1986

Der Falco-Hit «Jeanny» löste anfangs Jahr einen Megaskandal aus. Die Emotionen gingen hoch: Handelt der Text von Gewalt gegen Frauen? Der Nachfolger-Song «Coming Home – Jeanny Part 2» sollte Klarheit schaffen. Kalkül oder Schadensbegrenzung des Wiener Sängers?

Mit dem Nr.-1-Hit «Jeanny» löste der Österreicher Falco einen der grössten Skandale in der Musikgeschichte aus: Im Songtext und im Video schlüpft der Sänger nämlich in die Rolle eines sexuellen Psychopathen, der ein 19-jähriges Mädchen entführt. Oder sind die beiden doch nur verliebt abgetaucht? Zumindest eine gezielte Provokation mit unterschiedlichsten Reaktionen.

Sittenwächter, Frauenrechtler und Kulturapostel sahen vor allem in dem Video eine unverblümte Darstellung von drastischer Gewalt gegen Frauen.

Falco selber bekam den ersten Wirbel um das Lied gar nicht in vollem Masse mit. Er war im Urlaub. Nach seiner Rückkehr musste er dann aber Stellung nehmen. Der Sänger erklärte, es handele sich um ein Liebeslied, das lediglich falsch interpretiert wurde.

Das Missverständnis klären sollte die Fortsetzung «Coming Home – Jeanny Part 2». Der Song kam am 2. November 1986 für insgesamt 9 Wochen in die Schweizer Hitparade und handelt davon, dass die Geschichte gut ausgeht, weil «Jeanny» nicht umgebracht wurde, sondern nach Hause kommt, um aufzuklären: Ja, es war Liebe, also kein sexueller Missbrauch. Dazu wurden dann Buttons verteilt. Auf denen stand «Jeanny lebt».

Gespielte Musik

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Roli Lüthi