«Espresso bi dä Tüftler» Die EasySnow-Schneeschippe

Der Palästinenser Walid Al Adawi hat eine Schneeschaufel erfunden, mit der die mühsame Winterarbeit zum Vergnügen werden soll. «Espresso» hat den Tüftler im Tessin besucht und sich die Erfindung zeigen lassen – als Schnee-Ersatz kamen dabei Holzscheite zum Einsatz.

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Die EasySnow-Schneeschippe

0:54 min, vom 11.8.2017

Schneeschaufeln ist eine Plackerei. Und vor allem eine Belastung für den Rücken. Das jedenfalls findet Walid Al Adawi. Der Palästinenser lebt seit rund 30 Jahren im Tessin, wo er im Winter regelmässig zur Schneeschaufel greifen muss.

«Ich bin relativ stark und trotzdem habe ich vom Schneeschaufeln Rückenschmerzen bekommen», sagt der 59-Jährige. «Ich habe mich gefragt, wie es Leuten geben muss, die schwächer sind als ich.» Für ihn war klar: Schneeschaufeln muss einfacher werden.

«Sauber und unterhaltsam»

Also ist Walid Al Adawi unter die Tüftler gegangen. Seine Idee: Eine Schneeschaufel, mit der die Schneemassen einfach per Fusspedal weggeschleudert werden können. Das mühsame Heben des Schnees sollte wegfallen. Wichtig war ihm dabei die Umwelt: «Meine Erfindung soll keine Emissionen verursachen – also sicher ohne Motor funktionieren.»

Entstanden ist eine «Kippschneewanne» - so nennt Walid Al Adawi seine Erfindung, die er mit dem Markennamen «Easy Snow Ludiana» versehen hat. Unterdessen gibt es schon mehrere Prototypen, die Walid Al Adawi auch schon auf Messen vorgestellt hat. Zum Beispiel an der Erfindermesse in Genf, wo es sogar eine Auszeichnung gab.

Und selbstverständlich hat er seine Erfindung auch schon von zahlreichen Personen testen lassen. «Die Leute hatten immer grosse Freude daran und fanden es lustig», erzählt er. Und so preist er die Kippschneewanne unterdessen als «sauber und unterhaltsam» an.

Und tatsächlich bestätigt ein kurzer Test des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» (als «Schnee» kommen wegen der Sommerhitze Holzscheite zum Einsatz): Das Gerät hat Unterhaltungspotenzial. «Und Sie machen dabei erst noch Gymnastik für die Beine», weiss der Erfinder.

«Wenigstens habe ich es probiert»

Mehrere zehntausend Franken haben Walid Al Adawi und seine Partnerin bereits in die Erfindung investiert. Dieses Geld soll natürlich irgendwann wieder reinkommen. Allerdings gehe es ihm nicht nur um den wirtschaftlichen Erfolg. «Wenn die Leute einmal sagen werden, ‹da hat jemand etwas richtig Sinnvolles für uns erfunden›, ist das mindestens so viel wert.»

Noch gibt es «Easy Snow Ludiana» nirgends zu kaufen. Walid al Adawi ist aber zuversichtlich, dass er jemanden findet, der das Gerät produzieren will. Preislich soll die Kippschneewanne dereinst für 200 bis 300 Franken über den Ladentisch gehen. Und wenn es nicht klappt mit der Produktion? «Dann habe ich es wenigstens probiert.»

Die Sommerserie:

Die Sommerserie:

Schlaui Chöpf und ihri Erfindige: «Espresso» hat Schweizer Erfinder besucht und berichtet während der Sommerzeit über die findigen Tüftler und ihre Werke. Zur Serie