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Konsum Kaffee-Partner jubelt Kunden langjährige Verträge unter

Die deutsche Firma Kaffee-Partner vertreibt in der Schweiz Kaffeevollautomaten. Die Kunden zahlen eine monatliche Vergütung, je nach Anzahl der verbrauchten Kaffees. Dass sie allerdings einen langjährigen Vertrag ohne Kündigungsmöglichkeit unterschreiben, ist im Kleingedruckten versteckt.

Legende: Audio Kaffee-Partner jubelt Kunden langjährige Verträge unter abspielen. Laufzeit 05:48 Minuten.
05:48 min, aus Espresso vom 22.03.2017.

Eine Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» betreibt in Biel einen kleinen Kiosk: «Ich verkaufe rund 50 Becher Kaffee pro Tag. Eine normale Haushaltkaffeemaschine schafft das nicht.» Darum suchte sie im Internet nach einem Kaffeevollautomaten und stiess dabei auf die deutsche Firma Kaffee-Partner. Der Aussendienstmitarbeiter sei sehr nett gewesen und habe ihr gesagt, sie könne die Maschine problemlos mieten und wieder zurückgeben, wenn das Geschäft nicht laufe. «Er hat mir viel versprochen, aber leider wenig gehalten.» Die Hörerin unterschreibt den Vertrag und bezahlt jeden Monat knapp 300 Franken an Kaffee-Partner.

Kein Kiosk mehr, dafür teure Kaffeemaschine

Zwei Monate später der Schock: Ihr wird das Ladenlokal gekündigt. «Ich habe sofort bei Kaffee-Partner angerufen und gesagt, dass ich den Vertrag für die Kaffeemaschine auflösen möchte. Am Telefon sagten sie mir, dass sei möglich, koste jedoch 15‘000 Franken. Da fiel ich aus allen Wolken.» Erst jetzt realisierte die Hörerin, dass sie einen Mietvertrag über 66 Monate, also 5,5 Jahre, abgeschlossen hat. Die Vertragslaufzeit ist geschickt im Kleingedruckten versteckt und in Worten (sechsundsechzig) geschrieben. Sie fühlt sich über den Tisch gezogen.

Das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 hat mit weiteren unzufriedenen Kunden von Kaffee-Partner gesprochen. Eine andere Hörerin betreibt einen kleinen Dorf-Laden und wollte ihren Kunden «Kaffee to go» anbieten. Auch bei ihr die gleiche Masche: Die lange Vertragslaufzeit sei in den Verkaufsgesprächen nie ein Thema gewesen. Sie sagt: «Nun muss ich noch fast fünf Jahre jeden Monat über 200 Franken für eine Kaffeemaschine bezahlen, obwohl sich das für mich nicht rentiert.»

Um das Geld für die Raten bezahlen zu können, musste sie sich einen zusätzlichen Job suchen und arbeitet nun am Abend noch in einem Bowling Center: «Ich finde es einfach ungerecht, dass die Leute so über den Tisch gezogen werden. Heute bin ich schlauer und würde einen solchen Vertrag sicher nicht mehr abschliessen.»

Kaffee-Partner: «Das ist branchenüblich»

Wer im Internet nach Erfahrungen mit Kaffee-Partner sucht, stösst auf massenweise negative Kommentare. Alle kritisieren das Gleiche: Die lange Vertragslaufzeit, die in den Beratungsgesprächen nicht thematisiert wird.

«Espresso» konfrontiert Kaffee-Partner mit dem Schicksal der Kioskbetreiberin aus Biel. Weshalb kann sie nicht aus dem Vertrag aussteigen? Mediensprecher Thore Brors sagt: «Die Entschädigung entspricht der Restlaufzeit des Vertrages. Wir gehen mit all unseren Kunden in den Dialog und werden eine Lösung suchen.» Die Vertragslaufzeit von über fünf Jahren sei branchenüblich, behauptet er. Und die Kaffee-Partner-Berater würden zu Vertriebsgrundsätzen verpflichtet und sich viel Zeit nehmen, um die Vertragsdetails zu erläutern. Brors bestreitet, dass die Vertragsdauer systematisch verschwiegen werde: «Aus den Negativ-Kommentaren im Internet auf eine Geschäftspraktik zu schliessen, ist falsch. Unsere Reklamationen bewegen sich im Promille-Bereich.»

Doch noch ein «Happy End»

Kurz nachdem sich «Espresso» eingeschaltet hat, kommt doch noch Bewegung in die Sache. Die Kiosk-Betreiberin bekommt einen Anruf von Kaffee-Partner. Ende März werde ihre Kaffeemaschine abgeholt und der Vertrag aufgehoben. Bezahlen müsse sie nichts. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Verträge auf wackligen Beinen stehen. Rechtsprofessor Arnold Rusch sagt nämlich gegenüber «Espresso»: «Wenn im Verkaufsgespräch gesagt wurde, dass es sich um einen Mietvertrag handelt, der jederzeit gekündigt werden kann, dann gilt das und nicht das Kleingedruckte.»

1 Kommentar

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  • Kommentar von sven krieger (SKrieger)
    Von wegen «Aus den Negativ-Kommentaren im Internet auf eine Geschäftspraktik zu schliessen, ist falsch.» Ich habe vor kurzen einen Vertrag mit Kaffeepartner abgeschlossen und das Kleingedruckte nicht gelesen, weil ich dem Verteter geglaubt habe. Das war sehr, sehr naiv. Zusammengefasst: er hat wichtige Vertragsdetails nicht erwähnt und mir das Bild vermittelt, dass ich jederzeit wieder aus dem Vertrag rauskomme. Im Grunde ein kalrer Fall von Betrug. Nur...wie soll ich es nachweisen??
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