Körper-Peelings im Test: Noch immer zu viel Plastik

Viele Kosmetikhersteller sagen, sie würden auf problematischen Mikroplastik verzichten. Allerdings ist das Definitionssache. «Öko-Test» hat 22 Körper-Peelings ins Labor geschickt und festgestellt: Da steckt immer noch eine Menge Plastik drin. Nur 8 Produkte sind unbedenklich.

Freu reibt ihren Arm ein.

Bildlegende: Vieles Kosmetika, die wir uns auf die Haut reiben, ist problematisch für Umwelt und Mensch. Colourbox

Immer mehr Plastik verschmutzt unsere Gewässer und ist sehr schlecht abbaubar. Ein grosses Problem stellt auch der Mikroplastik in Kosmetika dar. Doch ab welcher Grösse spricht man überhaupt von Mikroplastik? Eine einheitliche Definition existiert nicht.

Hersteller reden Situation schön

Die Kosmetikbranche macht es sich einfach und beschreibt Mikroplastik als nur «feste Kunststoffpartikel» wie Polyethylen (PE). So sagen die Hersteller dann auch, dass sie weitgehend auf Plastikpartikel verzichten würden, tatsächlich verwenden sie aber oft flüssige Kunststoffe, die für die Umwelt ebenso schädlich sind («Kassensturz» hat darüber berichtet).

Auch in vielen Körper-Peelings steckt solcher Plastik. Die deutsche Zeitschrift «Öko-Test» schickte 22 dieser Produkte aus Fachhandel und Internet ins Labor. Die Kosmetika wurden dort auf folgende Punkte untersucht:

  • Art und Anzahl der Peelingpartikel
  • Grösse der Peelingpartikel
  • Andere synthetische Polymere (Bindemittel), die von den Herstellern nicht als Mikroplastik definiert werden.
  • Problematische Konservierungs- und Duftstoffe wie Lilial, Methylisothiazolinon und PEG/PEG-Derivate (machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe).
  • Weitere umstrittene Stoffe

Körper-Peeling selbst gemacht:

Kaffeesatz mit ein paar Löffeln Oliven- und Jojobaöl und etwas Honig verrührt ergibt ein biologisch abbaubares Peeling aus Haushaltszutaten. Noch dazu ganz ohne Plastikverpackung. (Quelle: «Öko-Test»)

Nur 8 Produkte sind unbedenklich

Auf den ersten Blick scheinen die Resultate befriedigend: Nur 4 Testkandidaten enthielten problematischen Mikroplastik – also Polyethylen – als Peeling-Bestandteil.

Tatsächlich sieht es aber anders aus: Von den 22 Testprodukten enthielten 14 synthetische Polymere oder andere bedenkliche respektive umstrittene Stoffe. 5 dieser Produkte schnitten gar ungenügend ab, darunter bekannte Marken wie Nivea (Pflege-Dusch-Peeling Creme) und Palmolive (Mineral Massage Duschgel-Peeling). Sie enthalten beide synthetische Polymere und den umstrittenen Duftstoff Lilial.

Immerhin 8 Peeling-Produkte erhielten ein «Sehr gut». Ihre Peeling-Kügelchen bestehen ausschliesslich aus mineralischem oder pflanzlichem Material, und sie enthalten auch sonst keine heiklen Stoffe.

Dazu gehören diese Produkte, die auch in der Schweiz erhältlich sind:

Benecos Natural Body Peeling Aprikose & Holunder (200 ml)
Preis pro 200 ml: 5.50 Franken *

Farfalla Daily Pleasure Duschpeeling (150 ml)
Preis pro 200 ml: 21.05 Franken *

Lavera Glättendes Dusch-Peeling (200 ml)
Preis pro 200 ml: 5.75 Franken *

Primavera Aktivierendes Duschpeeling Bio Minze & Bio Zypresse (200 ml)
Preis pro 200 ml: 17.70 Franken *

Weleda Birke Dusch-Peeling (150 ml)
Preis pro 200 ml: 13.20 Franken *

* Günstigster Preis gemäss Internetrecherche vom 01.02.2017
Quelle: «Öko-Test» Ausgabe 2 / Februar 2017

Video «Neuer Plastik in Kosmetika: Mehr als ein Schönheitsfehler» abspielen

Neuer Plastik in Kosmetika: Mehr als ein Schönheitsfehler

7:33 min, aus Kassensturz vom 18.10.2016

Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -Sendungen im In- und Ausland. Hier geht es zu allen Tests.