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Die Rechte der Musikfans Konzert verschoben: Schlechte Karten für Rückerstattung

Wird ein Konzert verschoben, hat der Musikfan schlechte Karten, wenn er am Ersatztermin verhindert ist.

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5:54 min, aus Espresso vom 02.05.2018.

Wird ein Anlass abgesagt, ist bei den meisten Veranstaltern die Situation klar: Die Ticketkäufer erhalten ihr Geld zurück. Schliesslich wurde die bezahlte Leistung nicht erbracht. Schwieriger wird es, wenn der Anlass mittendrin abgebrochen oder verschoben wird.

Letzteres ist bei der Show «Michael Jackson: The Symphony Experience» der Fall. Sie war für Mitte März dieses Jahres im Hallenstadion geplant und wurde nun auf Ende November verschoben. Ungünstig für eine Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso»: Sie und ihr Mann sind nämlich just dann in Thailand in den Ferien.

Langwieriger Hürdenlauf

Ein unglücklicher Zufall. Trotzdem wird die Kundin auf einen langwierigen Hürdenlauf geschickt bei ihren Bemühungen um eine Rückerstattung. Zuerst wird sie am Telefon aufgefordert, ihre Tickets eingeschrieben dem Ticketcorner zu schicken. Dann teilt man ihr mit, dass dies doch nicht die richtige Adresse für solche Fälle sei. Sie müsse sich an die Schadensversicherung des Ticketcorners wenden. Diese verlangte dann zusätzlich Belege für die Reise und teilte ihr schliesslich mit, dass man keine Rückerstattung vornehmen könne. Begründung: Die Kundin habe ihre Reise gebucht, nachdem sie erfahren habe, dass das Konzert auf November verschoben werde.

Die Frau fühlt sich unfair behandelt: Sie habe ihrem Arbeitgeber schliesslich schon bis im Herbst des Vorjahres ihre Feriendaten für 2018 mitteilen müssen. Es gehe um komplexe Dienstpläne, da könne sie nicht einfach wegen eines Konzertes die Ferien verschieben.

Printscreen Internetseite mit Hinweis zur Konzertverschiebung.
Legende: Aus tourneetechnischen Gründen: Auf der Internetseite des Hallenstadions wird auf die Verschiebung hingewiesen. Hallenstadion Zürich

Verkäufer räumt Fehler ein

Entnervt meldet sie sich bei «Espresso» und danach direkt beim Veranstalter des Events, Act Entertainment. Dieser zeigt sich rasch kulant und offeriert der Kundin eine Liste mit Konzert-Alternativen. Keine Rückerstattung, wie gewollt, aber damit sei sie nun auch zufrieden, sagt die Kundin. Bei Act Entertainment spricht man von einem «unglücklichen Einzelfall». Ein Ticketcorner-Sprecher räumt gegenüber «Espresso» Fehler ein: Die Frau sei anfänglich schlicht falsch beraten worden. Der erste Schritt, die Tickets eingeschrieben dem Ticketcorner zu schicken, hätte sie sich sparen können.

Strenge AGB

So oder so hatte die Kundin Glück, dass man ihr überhaupt entgegenkommen ist. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der meisten Veranstalter wie zum Beispiel Act Entertainment, Good News oder ABC Production sehen nämlich bei Verschiebungen in der Regel keine Rückerstattung vor. Dass es auch anders geht, zeigt der Jazz- und Blueskonzert-Organisator «Allblues»: Wer verhindert sei und sich innerhalb von zwei bis drei Wochen bei Ticketcorner melde, wenn das Verschiebedatum feststehe, der erhalte sein Geld zurück, schreibt der Veranstalter auf Anfrage.

Versicherung lohnt sich nur bei richtig teuren Tickets

Wer sich für alle Fälle absichern will, dem empfehlen die Veranstalter, beim Ticketkauf eine Ticketversicherung abzuschliessen. Sie kostet drei Franken pro Ticket und ermöglicht eine Rückerstattung bis maximal 500 Franken. Aber selbst damit gibt es nicht einfach unkompliziert das Geld zurück. Man muss gute Gründe ins Feld führen, weshalb man nicht ans Konzert gehen kann oder konnte. Etwa eine schwere Krankheit oder einen Unfall.

Schon gebuchte Ferien werden ebenfalls entschädigt – aber nur, wenn der Buchungstermin vor der Bekanntgabe des neuen Konzerttermins liegt. «Eine solche Versicherung lohnt sich nur, wenn das Ticket mehr als 100 Franken kostet», ist das Fazit des Versicherungsexperten Ruedi Ursenbacher.

Ansonsten wäre sicher der Weiterverkauf der Tickets über eine der bekannten Internetplattformen oder im Bekanntenkreis eine sinnvolle Alternative.

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