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«Espresso Aha!» Kürbiskerne: Darum ist dieses «Abfallprodukt» so teuer

Wer selber Kürbissuppe macht, muss beim Rüsten zuerst unzählige Kerne entfernen. Ein Abfallprodukt quasi, trotzdem sind Kürbiskerne sündhaft teuer. «Espresso Aha!» fragt nach: Wieso eigentlich?

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Darum ist das «Abfallprodukt» Kürbiskerne teuer abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
04:24 min, aus Espresso vom 18.09.2017.

Kürbiskerne kosten je nach dem wo man sie kauft bis zu 100 Franken pro Kilo. Der hohe Preis hat unter anderem mit der Herstellung zu tun. Die schwarz-grün-gräulichen Kürbiskerne sind nicht etwa die Reste aus all den Kürbissuppen und anderen Kürbis-Fertigprodukten der Grossverteiler. Sie stammen von einem ganz speziellen Kürbis: Dem steirischen Ölkürbis.

Pro Pflanze rund 70 Gramm Kerne

Dieser ist geschmacklich fade und wird deshalb meist nicht gegessen. Essbar hingegen sind seine grossen, grünen Kerne. Der Vorteil: Im Gegensatz zu den anderen rund 800 Kürbissorten haben die Kerne des steirischen Ölkürbis keine weisse Hülle, und müssen somit nicht aufwändig geschält werden.

Die Ausbeute pro Pflanze ist allerdings überschaubar: Aus dem fussballgrossen Spezialkürbis gibt es lediglich 60-70 Gramm Kerne.

Viel Handarbeit

Ein weiterer Grund für die gesalzenen Kürbiskern-Preise: Bei der Produktion ist vieles Handarbeit. Auf den Feldern der Südsteiermark, im Burgenland, in Slowenien oder Ungarn werden die Kerne von Hand aus den Kürbissen geholt. Danach werden sie auf grossen Gittern an der Sonne getrocknet. Zum Schluss werden sie auf einer Eisenpfanne über dem Holzfeuer geröstet.

30 Kürbisse für einen Liter Öl

Samenkönig Adrian Merz aus Herisau, der seit Jahren Kürbiskerne und Kürbiskernöl importiert, sagt: «Für einen Liter Kürbiskernöl braucht es 30 bis 35 Kürbisse. Man benötigt also riesige Felder, damit es sich überhaupt lohnt, für den Verkauf zu produzieren.»

Bei Migros und Coop klingt es auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» ganz ähnlich. Teuer mache die Kürbiskerne vor allem der grosse Platzbedarf. Zum Vergleich: Auf einer Hektare Land können rund 500 Kilo Kürbiskerne geerntet werden. Beim Weizen seien es auf der gleichen Fläche 5000 Kilo – oder mehr.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans-Georg Kessler (Hans-Georg Kessler)
    Was im Artikel stimmt: Die Kürbiskern-Erträge sind wirklich tief. Aber Handernte? Die allermeisten Kürbiskerne werden heutzutage maschinell geerntet - sonst könnte man sie nicht im Grossverteiler kaufen. Schade auch, dass die Schweizer Kürbiskerne und das Kürbiskernöl nicht erwähnt wurden. Diese gibt es sogar in Bio-Knospe-Qualität im Biofachhandel (Biofarm) oder als Produkt aus IP-Anbau bei Familie Brütsch in Schaffhausen. Notabene zu viel tieferen Preisen als im Artikel erwähnt!
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