Lippenpflege im Test: Jede zweite enthält kritische Stoffe

Geschmeidige Lippen verlangen regelmässige Pflege. Aber: Die Pomade schmieren wir uns nicht nur auf die Lippen, wir essen sie auch. Umso schlimmer, wenn sie heikle Stoffe enthält. Im Test von Stiftung Warentest war das bei 18 von 35 Produkten der Fall.

Wer jeden Tag Lippenpflege aufträgt, isst pro Jahr rund 20 Gramm davon. Das entspricht vier Pomadenstiften. Da sollten natürlich keine kritischen Zutaten drin sein! Das deutsche Magazin «Test» der Stiftung Warentest kaufte 35 Lippenpflegemittel – von Drehstift über Tuben, bis hin zu Döschen – und liess sie im Labor auf drei heikle Mineralölbestandteile untersuchen.

Kohlenwasserstoffe sind das Problem

Das Augenmerk wurde auf diese drei Stoffe gelegt:

  • Mosh: gesättigte Kohlenwasserstoffe, können sich in Organen anreichern.
  • Moah: aromatische Kohlenwasserstoffe, stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.
  • Posh: Synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffe (ähnlich wie Mosh), die sich ebenso im Körper anreichern können.

Das Ergebnis lässt wenig Freude aufkommen: Lediglich 15 Lippenpflegemittel sind frei von kritischen Mineralölbestandteilen. Laut Etikette werden für sie als Basis vor allem pflanzliche Öle und Fette wie Sheabutter oder Rizinusöl verwendet. Die meisten enthalten auch Bienenwachs.

Empfehlenswerte Lippenpflegeprodukte, in der Schweiz erhältlich

In den folgenden Produkten wurden keine Schadstoffe gefunden (alphabetische Reihenfolge). Sie können laut «Stiftung Warentest» ohne Bedenken aufgetragen werden:

  • Bepanthol Lippencreme
  • Dr. Bronner’s All-one Zitrone-Limette Lippenbalsam
  • Dr. Hauschka Lip Balm
  • Lidl Cien Care Lippenpflege
  • Lush Rose Lollipop Lippenbalsam
  • Müller Aveo Lippenpflege Classic
  • Rituals Smooth Operator Carin Lip Balm
  • Weleda Everon Lippenpflege

18 Produkte sind nicht empfehlenswert:

Nun die schlechte Nachricht: Leider fiel jedes zweite Lippenpflegemittel im Test durch. 18 der 35 Kandidaten enthalten laut Analyse kritische Fraktionen der Mineralölbestandteile. Die Stiftung Warentest empfiehlt, auf sie zu verzichten.

Die auffälligsten auf der schwarzen Liste heissen (alphabetische Reihenfolge):

  • Bebe Young Care classic
  • Labello Original Lippenpflegestift
  • Labello Sun Protect Lippenpflegestift
  • Neutrogena Lippenpflege
  • The Body Shop 01 Lip Care
  • La Roche-Posay Nutritic Lippen (laut Deklaration keine mineralölbasierten Inhaltsstoffe enthalten)
  • Vichy Aqualia Thermal Lippenbalsam (laut Deklaration keine mineralölbasierten Inhaltsstoffe enthalten)

Übrigens: Im Test dabei waren auch diverse Kinder-Pflegemittel wie Minions oder Chuba Chups. Die fruchtigen Pomaden schlecken die Kinder vermutlich besonders gerne von den Lippen. Bei allen wurden ebenfalls Mosh, Posh und Moah gefunden.

Umstrittene Inhaltsstoffe

Diese Namen können auf kritische Mosh, Moah oder Posh hinweisen:
Cera Microcristallina/Mircocristallina Wax
Ceresin
Mineral Oil
Ozokerite
Paraffin
Paraffinum Liquidum
Petrolatum
Hydrogenated Polyisobutene
Polyethylene
Polybutene

Quelle: «Test» Ausgabe März 2017
Der ausführliche Testbericht inkl. Tabelle kann kostenpflichtig auf www.test.de bezogen werden.

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Lippenbalsam im Test: Nur wenige schützen gut

6:55 min, aus Kassensturz vom 26.1.2010

Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -Sendungen im In- und Ausland. Hier geht es zu allen Tests.

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