Maisgriess «Bündner Bramata» von Molino e Pastificio SA

Der Maisgriess «Bündner Bramata» – erhältlich im Coop – klingt nach einem echt Schweizerischen Produkt aus dem Kanton Graubünden. Auf der Zutatenliste entdeckt man dann allerdings, dass der Mais aus der EU importiert und lediglich in der Schweiz verarbeitet wird.

Maisgriess «Bündner Bramata» von Molino e Pastificio SA

Bildlegende: Maisgriess «Bündner Bramata» von Molino e Pastificio SA SRF

Der Vorwurf:

Coop verkauft Maisgriess mit dem Namen «Bündner Bramata». Ein «Kassensturz»-Zuschauer hat dieses Produkt für den Pranger gemeldet. Er fragt sich, warum das Produkt «Bündner Bramata» heisst, wenn doch laut Zutatenliste der Mais aus der EU stammt.

Stellungnahme des Herstellers:

Wir sind von der Coop Schweiz beauftragt ab 2011, die «Bündner Bramata» zu produzieren. Die Bedingungen lauten wie folgt: Die Herstellung soll im Kanton Graubünden erfolgen, die Rohstoffe (in diesem Fall Ess-Mais) sollen aus der EU kommen, und das, weil im Kanton Graubünden kein Ess-Mais (und in der Schweiz nur in geringer Menge) vorhanden ist.

Anmerkung der Redaktion:

Gemäss Institut für Geistiges Eigentum gilt für Schweizer Herkunftsbezeichnungen im Moment die sogenannte St. Galler Praxis. Das heisst: 50 Prozent der Herstellungskosten und der wesentliche Verarbeitungsschritt müssen in der Schweiz anfallen. In diesem Fall ist eine Überprüfung schwierig, da keine detaillierte Kalkulation vorliegt. Die Bezeichnung «Bündner Bramata» könnte somit erlaubt sein. Das ändert sich allenfalls aber bald. Denn die Swissness-Vorlage, die im Moment im Parlament behandelt wird, verlangt, dass je nach Produkt 60 oder 80 Prozent des Rohstoffes einimisch sind.