TV-Kauf: So sind sie gut vorbereitet

Macht es Sinn, den allergrössten LCD-Fernseher zu kaufen? Nicht immer, sagt der HDTV-Experte Albrecht Gasteiner. Und beantwortet weitere Fragen für den TV-Kauf.

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Was ist wichtig bei der Ausstattung?

Experte

Bildlegende: HD-Experte Albrecht Gasteiner. SRF

Je nachdem woher Sie die Fernsehprogramme beziehen, sollte der Fernseher das entsprechende Empfangsteil eingebaut haben, also Tuner für terrestrischen, Kabel- oder Satellitenempfang. Meist lässt sich ganz einfach eine Harddisk per USB anschliessen, das macht das Fernsehgerät zum Videorecorder. Wer diese Möglichkeit öfters benützen will, sollte einen Fernseher mit Doppeltuner erwerben. Damit kann man ein Programm anschauen und gleichzeitig ein anderes aufnehmen.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass ein Fernsehapparat heutzutage genau genommen nichts anderes ist als ein Computer mit besonders grossem Monitor. Daraus ergeben sich viele computertypische Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel Fotos vom Smartphone oder Tablet an den Fernseher senden und dort betrachten, es gibt Geräte, die sich mit gesprochenen Befehlen oder von bestimmten Gesten steuern lassen. Gross sind die Möglichkeiten, wenn man das Gerät per WLAN mit dem Internet verbindet. Nun kann man auf dem Heimcomputer gespeicherte Bilder oder Videos drahtlos an den Fernseher schicken, kann dort Internetseiten aufrufen, kann aus zahllosen Apps für Unterhaltung und Kommerz wählen oder beliebiger Zeit (kostenpflichtig) Spielfilme streamen.

Für manche Fernsehgeräte kann man kleine Videokameras kaufen, bei manchen sind diese schon eingebaut. Damit kann man Skype-Telefongespräche führen und alternativ das Wohnzimmer zum Beispiel während der Ferien das verwaiste Wohnzimmer von der Ferne aus überwachen.

Was ist von den Neuheiten OLED und Ultra HD zu halten?

OLED Fernsehgeräte funktionieren nach einem völlig neuartigen Prinzip, bei dem die einzelnen Bildpunkte nicht mehr hinterleuchtet werden müssen, sondern selbst leuchten. Das ergibt Bilder von nie vorher gesehener Klarheit und Leuchtkraft, basierend auf einem profunden, überaus satten Schwarz. Ausserdem punkten diese nur 4 Millimeter dicken Geräte mit sehr elegantem Design und zudem mit niedrigem Stromvetbrauch.
Ultra High Definition UHD, gemeinhin auch einfach 4k genannt, hat Verglichen mit den üblichen «Full-HD»-Bildschirmen 4 Mal so viele Bildpunkten, also 4 Mal soviel Details und 4 Mal soviel Bildschärfe. Weil diese Technik aber noch so neu ist, gibt es noch kaum Programme in dieser Superqualität. Fotos aus der eigenen Digitalkamera und Aufnahmen aus einem neuen 4k Camcorder können da als Lückenfüller einspringen. Vor allem aber enthalten die neuen UHD-Geräte raffinierte Algorithmen zum «Hochrechnen» konventioneller HD-Aufnahmen auf eine Bildschärfe, die echtem, «nativem» 4k schon sehr nahe kommt.

Was sind die Schwächen der neuen, flachen LCD-TVs?

Moderne Fernsehgeräte sind so schlank, dass in deren Gehäuse einfach kein Platz für hervorragende Lautsprecher ist. Aus diesem Grunde können Flachlautsprecher nie alle klanglichen Wünsche erfüllen, ihr Klang bleibt immer flach. Mit dem Anschliessen an eine bestehende Stereoanlage kann hier schon allerhand Verbesserung erzielt werden.

Speziell für Flachbildgeräte gibt es «Soundbars», die sehr viel für einen vollen und profunden Klang erreichen und die häufig sogar dezent aussehen. Das Optimum stellt hingegen eine Surroundsound-Anlage dar, die die Betrachter mit Klang umgibt.

Gilt «je grösser, desto besser»?

Wie gross ein TV sein sollte, dafür gibt es eine nützliche Faustregel: Der ideale Betrachtungsabstand bei HD-Programmen ist dreimal die Höhe (nicht die Diagonale!) des Bildschirmes. Da sind Sie so nah, dass Sie wirklich alle Feinheiten erkennen können, die das Programm bietet, aber doch wieder nicht so nah, als dass Sie schon die einzelnen Bildpunkte wahrnehmen könnten.

Auf was ist zu achten beim LCD-Bildschirm?

Die grosse Mehrheit der Fernsehgeräte enthält heute LCDs. Diese müssen ständig hinterleuchtet werden, damit sie ein Bild zeigen können. Bei Geräten der niedrigsten Preiskategorie werden dafür Leuchtstoffröhren herangezogen. Leuchtdioden (LED) sind da besser geeignet, diese werden aber je nach Hersteller und Modell unterschiedlich angeordnet.

Die preisgünstigste Methode ist die Anordnung rundherum, was aber zu ungleichmässig ausgeleuchteten Bildern führen kann (Edge Lighting). Aufwändiger und besser sind gleichmässig hinter dem Bildschirm verteilte LEDs. Wenn diese entsprechend angesteuert werden, lassen sich damit bestimmte Partien des Bildes heller oder dunkler gestalten («Local Dimming» oder auch «Micro Dimming»), was den Bildkontrast deutlich verbessern kann.Wichtig: Helle und brillante Bilder kann jedes LCD-Gerät zeigen. Man sollte aber darauf achten, ob es auch ein richtig sattes, tiefes Schwarz zeigen kann, das ist für den Tiefeeindruck wichtig. An Bildwechselfrequenzen sind 50, 100, 200 Fps. üblich, grössere Werte versprechen eine Verbesserung der Schärfe bei schnellen Bewegungen und sind daher zu empfehlen.