Farbsprühgeräte im Test: Besser als Malerroller?

Schluss mit Wände streichen von Hand? «Kassensturz» und die Zeitschrift «Haus und Garten» liessen neun elektrische Mal-Geräte für den Heimbereich testen. Vor allem die günstigen Geräte sind nicht ganze einfach zu handhaben. Und: Der herkömmliche Handroller hat noch lange nicht ausgedient.

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Farbsprühgeräte im Test: Besser als der Malerroller?

8:26 min, aus Kassensturz vom 12.11.2013

Für den eingefleischten Heim-Werker und -Maler bieten viele Baumärkte mittlerweile auch elektrische Farbroller und Sprühgeräte an. Doch können diese dem herkömmlichen Handroller das Wasser reichen? «Kassensturz» liess zusammen mit der Zeitschrift «Haus und Garten» im spezialisierten Labor neun dieser elektrischen Malgeräte testen. Als Referenz zogen die Experten den manuellen Handroller heran.

Die Prüfexperten testeten die Mal-Geräte nach den Kriterien «Farbe auftragen», «Arbeitstempo», «Bedienen/Reinigen», «Betriebsgeräusch» und «Stromverbrauch», wobei die ersten drei Kriterien am stärksten gewichtet wurden. Im Praxistest waren sieben Farbsprühgeräte und zwei elektrische Farbroller aus Baumärkten und Internet-Shops. Damit die Deckkraft gut beurteilt werden konnte, arbeiteten die Experten im Test mit abgetönter Innendispersion. Dazu verdünnten sie die Farbe nach Anleitung der Hersteller.

Einige der Geräte hatten aber immer noch Probleme mit der Konsistenz der Farbe, sodass diese noch weiter verdünnt werden musste. Die Nachteile sind evident, sagt PZT-Testleiter Thorsten Kutzner: «Wenn die Farbe verdünnt ist, verstopft die Düse zwar nicht, aber man muss vielleicht einen zweiten oder dritten Farbauftrag durchführen, eben weil die Farbe dann nicht so deckend ist, wie bei unverdünnter Farbe. Zudem besteht die Gefahr, dass die Farbe vom Arbeitsgerät tropft oder von der Wand läuft.»

Günstige Geräte haben ihre Tücken

Die elektrischen Farbroller haben im Gegensatz zu ihren Konkurrenten mit Sprühdüsen den Vorteil, dass sich kein Farb-Sprühnebel bildet. Dadurch bleibt der Aufwand der Abdeckarbeiten überschaubar. Trotz der motorisierten Farbzufuhr bleibt das Rollern aber Handarbeit. Der Nachteil der Roller: Auf stark strukturiertem Untergrund können weisse Flecken bleiben – zum Beispiel die Fugen einer Backsteinwand – die dann separat ausgetupft oder mit Spezialrollern gestrichen werden müssen.

Der elektrische Roller PPR 250 von Bosch – gekauft für 178 Franken – schneidet mit der genügenden Gesamtnote 4,6 ab. Beim Farbauftrag hat dieses Gerät aber Schwächen: Weil die Farbe durch den Stiel von aussen auf die Rolle gepresst wird, ist diese schwergängig und kann auf glatten Oberflächen rutschen.

Gesamturteil «Gut» erreicht der elektrische Farbroller W 3500 von Wagner (115 Franken). Mit ihm lässt sich besonders zügig arbeiten.

Die günstigen Sprühgeräte im Test haben ihre Tücken: Sie arbeiten kaum schneller als der Handroller und der Farbauftrag ist eher bescheiden. Ein Atemschutz und besonders gute Abdeckung sind angesagt, denn bei allen Sprühgeräten gibt es Farbnebel.

Nachteile der Sprühgeräte: Lautstärke und Sprühnebel

Neben Handhabung und Sprüheigenschaften haben die Prüftechniker auch die Geräusch-Entwicklung gemessen. Fazit: die Sprühgeräte im Test sind lauter als die Roller. Und: Signeo (Note 4,7 – Preis: 119.90 Franken), das lauteste Gerät, macht einen Lärm von mehr als 80 Dezibel. Prüfexperte Thorsten Kutzner empfiehlt daher, beim Arbeiten über mehrere Stunden auf jeden Fall einen Gehörschutz zu tragen.

Für ambitionierte Heimwerker, die öfters mal Wände streichen, könnte sich die Anschaffung eines der teureren Sprühgeräte lohnen. Diese haben deutlich mehr Power, verursachen aber auch mehr Sprühnebel.

Eine genügende Gesamtnote erhielt die Mini-Farbspritzpistole HEA, eingekauft bei Coop Bau & Hobby, mit 67.90 Franken das günstigste elektrische Gerät im Test. Ebenfalls genügend sind das Sprühsystem von Paint Zoom (97.80 Franken, von Vedia) und das Sprühgerät Signeo.

Diese Geräte erreichen ein gutes Gesamturteil: Wagner Wall E Perfect W 665 (189 Franken) kam auf die Note 4,8. Knapp besser (Note 4,9): Bosch PFS 105 E Wallpaint für 258 Franken. Die Note 5,2 und somit ebenfalls ein «Gut» gab es für das Wagner Feinsprühsystem W 985 mit Sprühlanze. Mit diesem Gerät lässt sich zügig arbeiten, auch über Kopf. Bestnote bei der Handhabung.

Der altbewährte Handroller kann mithalten

Testsieger ist das Wagner-Kompressor-Gerät Paint Crew, gekauft bei Jumbo und mit 399 Franken das teuerste im Test. Die Vorteile: Der grosse Farbbehälter ist ergiebig. Und die Sprühpistole ist vergleichsweise leicht: das schont die Kraft in den Armen. Diese Maschine sprüht die Testfläche am schnellsten.

Wie schlägt sich im Vergleich der günstige Handroller? Kein anderes Gerät im Test ist so schnell einsatzbereit: Farbe eingiessen und los gehts. Geräuschlos und ohne Stromverbrauch rollt die Walze über die Wand. Nur beim Arbeitstempo muss sich der Ur-Roller knapp geschlagen geben. Dafür lässt er sich schneller und einfacher reinigen als die elektrischen Mal-Geräte.

Gesamtnote Gut für Rollex, den manuellen Teleskop-Farbroller. Er kann unter dem Strich mit den besten elektrischen Mal-Geräten mithalten und kostet lediglich 26.90 Franken.

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