Handmixer im Test: Zwei versagen im Dauerlauf

Schwingen, Kneten und auch Pürieren: Handmixer sind unentbehrliche Küchenhelfer. «Kassensturz» hat zehn aktuelle Handmixer für zwanzig bis 145 Franken im Labor auf Praxistauglichkeit, Bedienung und Langlebigkeit getestet. Fazit des Tests: Zwei Modelle halten der Dauerbelastung nicht stand.

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11.02.14: Zwei Handmixer versagen im Dauerlauf

7:26 min, aus Kassensturz vom 11.2.2014

Die gute Nachricht zuerst: Alle Handmixer im Test schneiden in der Praxis mit «gut» bis «sehr gut» ab, acht der zehn Produkte erhalten sogar das Gesamturteil «gut». Bei der riesigen Preisspanne von 19.90 Franken bis 145.- Franken (beide mit der Gesamtnote «gut») ist dies bemerkenswert.

Im Dauerlauf (siehe unten «so wurde getestet») steigt ein Gerät schon beim ersten von drei Schritten ganz aus. Ein Mixer ist nach den 300 Arbeitszyklen nicht mehr einwandfrei einsetzbar. Bei der Handhabung können zwei Handmixer nicht genügen.

Unterschiede in Dauerlauf und Bedienung

In den praktischen Versuchen sieht IPI Testleiterin Christel Veit ein homogenes Bild: «Die gängigen Anwendungen (siehe «so wurde getestet») lassen sich mit allen Geräten gut bis sehr gut durchführen. Die grössten Unterschiede haben wir in der Handhabung und im Dauerlauftest festgestellt.»

Der Mixer von Rotel übersteht schon den ersten von drei Tests nicht beim Dauerlauf. Der Antrieb geht früh kaputt. Ein zweites Gerät, welches das Institut zusätzlich testete, versagt ebenfalls früh im Dauerlauf.

Aber acht der zehn Geräte haben sämtliche dreihundert Arbeitszyklen («so wurde getestet») unbeschadet überstanden! Auch bei der Reinigung erhält der Rotel Mixer von den Testern eine ungenügende Note. Trotz sehr guter Resultate im Praxistest führen diese Mängel zur ungenügenden Gesamtnote 3.9.

Hans Schmid von der Rotel AG kann die Überbelastung des Motors nicht nachvollziehen: «Bis dato hatten wir keinen Anlass, an der Zweckmässigkeit der eingesetzten Motoren zu zweifeln.» Mit internen Tests wolle Rotel die Resultate überprüfen und falls nötig Massnahmen ergreifen.

Mängel in der Bedienung

Bei den Geräten von Trisa und Primotecq orten die Tester Mängel in der Bedienung. Der Pürierstab des Trisa Mixers lässt sich nur schwer einsetzen. Nach den komplett absolvierten 300 Arbeitszyklen (siehe unten «So wurde getestet») lässt sich der Antrieb für den Pürierstab nicht mehr nutzen.

Im Gesamturteil erreicht der Trisa Mixer ein «genügend». Den Schalter am Griff des Primotecq Mixers beurteilen die Tester als umständlich. Das Gerät ist im Gesamturteil dennoch «gut» (Resultate als PDF-Tabelle).

Riesige Preisunterschiede

Die Mixer von Durabase und Braun haben eines gemeinsam: beide erhalten das Gesamturteil «gut» im Test. Im Preis unterscheiden sie sich immens. Durabase kostet bei M-Electronics 19.90 Franken und ist damit das günstigste Gerät im Test.

Für Braun hat Kassensturz stolze 145 Franken bei Coop City hingeblättert. Obwohl Braun mit mehr Zubehör ausgestattet ist, ist der siebenfache Preis doch bemerkenswert.

Kauf-Tipp: Bedienungstest im Laden

Bei so vielen «guten» Mixern lohnt sich ein Blick auf das Preisschild. Ausserdem lässt sich bereits im Laden ein kleiner Bedienungstest durchführen: Liegt das Gerät gut in der Hand? Ist es zu schwer, zu leicht? Lassen sich Mix-Stäbe, Knethaken und Pürier-Stab gut einsetzen und auswerfen?

Sind sämtliche Bedienungsknöpfe (Geschwindigkeit, Auswurftaste) leicht mit einer Hand zu erreichen, ohne dass man die Kontrolle über das Gerät verliert? Denn erfahrungsgemäss begleitet einen ein Handmixer für viele Jahre und ein guter muss, wie der Test zeigt, nicht viel kosten. Man muss ihn nur finden.

So wurde getestet

Im Stuttgarter Labor IPI prüften die Testerinnen und Tester alle Geräte unter gleichbleibenden Bedingungen in der Praxis, in der Bedienung und im Dauerlauf.

mixer

Bildlegende: SRF

Praxistest: Beim steif schlagen von Eiweiss und Rahm wurden jeweils der Stromverbrauch und der Zeitaufwand sowie die Qualität des Resultats und die Zunahme des Volumens gemessen. Beim Kneten von Kuchen- und Brotteig wurden jeweils der Stromverbrauch und der Zeitaufwand sowie die Qualität des Resultats vor und nach dem Backen bewertet. Beim Pürieren von Babybrei (Kartoffeln, Karotten, Rindfleisch) wurde der Zeitaufwand gemessen sowie die Struktur und die Feinheit des fertigen Breis bewertet.

Bedienung: Vorbereiten des Geräts, Bedienung der Geschwindigkeits- und Auswurftasten, Manövrierbarkeit (Gewicht des Geräts, Griff, Kabellänge, Länge des Pürierstabs), Reinigung.

Dauerlauf: Die Mixer mussten über mehrere Tage 300 Arbeitszyklen mit festgelegten Pausen überstehen, in unterschiedlichen Materialien.
1. Schritt: Simulation Kuchenmischung rühren (ein Zyklus = 3 Min an – 3 Min aus – 3 Min an – 40 Minuten abkühlen).
2. Schritt: Simulation Hefeteig kneten (ein Zyklus = 5 Min an – 40 Min abkühlen.
3. Schritt: Simulation Babybrei pürieren (ein Zyklus = 5x eine Minute an und eine aus – 40 Min abkühlen).
Die Mixer ohne Pürierzubehör durchliefen je 150 Zyklen des 1. und des 2. Schritts.
Die Mixer mit Pürierzubehör durchliefen je 100 Zyklen der Schritte 1., 2. Und 3.

Die Test-Resultate

Die Test-Resultate

Resultate als PDF-Tabelle

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