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Kassensturz-Tests Schlafsäcke im Test: Nicht immer warm gebettet

«Kassensturz» hat 12 Schlafsäcke zwischen 25 und 400 Franken getestet und sagt, welche auch in kühlen Nächten warm geben.

Legende: Video Schlafsäcke im Test: Nicht immer warm gebettet abspielen. Laufzeit 7:48 Minuten.
Aus Kassensturz vom 05.06.2007.

Daunen oder synthetische Faser, teures Markenprodukt oder günstige Eigenmarke: Kassensturz hat 12 Schlafsäcke zwischen 25 und 400 Franken getestet und sagt, welche auch in kühlen Nächten warm geben.

Schlafsäcke für den Normalgebrauch sollen von Frühjahr bis Herbst warm halten. Die Hersteller deklarieren den Einsatzbereich nach einer gemeinsamen Norm und geben unter der Bezeichnung «Limit» den Temperaturbereich an, in dem der Schlafsack einen Mann gerade noch warm hält. Für Kassensturz testete die EMPA St. Gallen zwölf Drei-Saison-Schlafsäcke, die dieses Limit um die Null Grad Celsius deklarieren. Von den zwölf getesteten Modellen sind neun aus synthetischen Fasern, bei drei Modellen handelt es sich um Daunenschlafsäcke, die sich durch ihr geringes Gewicht auszeichnen und daher für Outdoor-Aktivitäten gut geeignet sind.

Getestet wurde die Wärmeisolation aller zwölf Schlafsäcke im Temperaturbereich zwischen 0 und 5 Grad Celsius. Die EMPA testete ausserdem Funktionalität, Reissverschlüsse sowie Grösse und Gewicht. Wie stark nehmen die Isolationswerte nach mehrmaligem Waschen ab? Um diese Frage zu beantworten, wurden die Schlafsäcke je fünfmal gewaschen.

Teststieger ist der Daunenschlafsack Highlight Tropicana, gekauft bei Transa. Er isoliert am besten und ist der kleinste und leichteste Schlafsack im Test. Einzig beim Waschtest zeigt er Schwachstellen: von 10 Punkten erreicht er 8,8 Punkte. Auf dem zweiten Platz ist ebenfalls ein Daunenschlafsack. Der Exped Ibis ist das teuerste Modell im Test. Er isoliert gut und ist sehr leicht. Auf dem dritten Platz folgt ein Synthetikmodell: Der Ajungilak-Schlafsack von Mammut erhält ein «gut», ist aber für ein Kunstfaserschlafsack teuer. Black Bear Colorado, gekauft bei Transa, ist ebenfalls gut und nur halb so teuer. Gut auch der Trevolution Summer Dream von SportXX, erstanden für günstige 39 Franken. Er bekommt sieben von zehn Punkten. «Genügend» erhält der Daunenschlafsack von Mammut. Er isoliert zwar gut, nach dem Waschen ging aber die Isolationsfährigkeit um fast 30 Prozent zurück.

Die Isolation des Big Bear Island Medium von Ochsner ist genügend. Der McKinley Logan von Intersport schützt gut vor Kälte, sein Reissverschluss harzte jedoch beim Praxistest, wofür es einen halben Punkt Abzug gab. Bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius ist der Trekking Line Dreamer für 25 Franken von Athleticum genügend. Auch bei ihm funktionierte der Reissverschluss nur unbefriedigend.

Ungenügend schützt der Salewa Snowfox light bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius. Auch hier klemmte der Reissverschluss und liess sich schlecht schliessen. SportXX schreibt, bei diesem Modell stünde nicht der Isolationswert, sondern das kompakte Packmass im Vordergrund. Die Wärmeleistung sei transparent und nach der allgemein akzeptieren Norm deklariert.

Der Schlafsack von High Peak Pak 1600, bei Coop erstanden, isoliert genügend. Nach fünf Mal waschen nimmt der Wert aber um mehr als 20 Prozent ab. Ausserdem harzte der Reissverschluss im Praxistest. Coop meint dazu, es sei normal, dass die Wärmeisolation nach dem Waschen abnehme. Mit dem Reissverschluss hätten sie bisher keine Probleme gehabt.

Im Schlafsack Vaude Snow Cloud light friert man am schnellsten. Deklariert ist bei ihm auch einen Komfortwert zwischen 0 und 5 Grad Celsius. Die Isolationswerte sinken nach fünf mal waschen um fast 20 Prozent. Vaude schreibt, beim getesteten Schlafsack handle es sich um einen leichten Damensommerschlafsack mit den nach Norm angegebenen Temperaturbereich. Für das Folgemodell hätten sie eine weitere Verbesserung der Wärmeisolation erreichen können. Nicht nachvollziehbar seien für die Isolationswerte nach dem Waschen.

Martin Camenzind von der EMPA gibt allgemeine Tipps, auf die es beim Kauf eines Schlafsackes zu achten gilt: Die Öffnung um das Gesicht sollte sich gut zu ziehen lassen und eine zusätzliche Wärmebarriere im Halsbereich sollte vorhanden sein. Sind ausserdem potentielle Schwachstellen wie der Reissverschluss mit Isoliermaterial versehen, ist für Schlafkomfort ohne kalte Füsse gesorgt.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Klaßen, Arnsberg
    Die Empfehlung des "Experten" ist Verkäufergequatsche. Kalte Füße hab ich bei einigen Hundert Übernachtungen bei Temperaturen bis an die Frostgrenze nie gehabt. Wichtiger ist, dass vor Allem bei Daunensäcken das Isoliermaterial sich nicht an exponierten Stellen wie Knie, Ellbogen oder Schulter so komprimiert, dass die Isolationsfähigkeit sich drastisch vermindert.Kälteeinbrüche über den RV gibt es nur bei Billigprodukten. Wichtig ist, das Innenmat.je nachd., ob man sich IM oder MIT dem ...
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