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Kassensturz-Tests Vegiprodukte: Fettiger als das Original

Fleischlos essen ist gesund – würde man meinen. Ein Test zeigt aber: Viele Fleischersatzprodukte enthalten mehr Fett als ihr Original. Und auch Salz ist in rohen Mengen drin, teilweise mehr als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.

Legende: Video Vegiprodukte: Fettiger als das Original abspielen. Laufzeit 07:06 Minuten.
Aus Kassensturz vom 06.11.2012.

Gesünder essen ohne Fleisch ist Trend. Die Antwort der Industrie sind Burger, Kebab, Schnitzel und viele andere Fleischkopien aus dem Sojaprodukt Tofu oder aus Quorn.

Quorn besteht aus Schimmelpilz. Er wird fermentiert, mit Vitaminen und Aromastoffen versetzt. Dann wird die Masse erhitzt, in Form gepresst und getrocknet. Migros hat in der Schweiz das alleinige Verkaufsrecht für Quorn.

Fleischersatzprodukte sparen Zeit

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Legende: SRF

Beatrice Conrad, Ernährungsberaterin, weiss warum solche Fleischersatzprodukte so beliebt sind: «Gerade in Familien, wo Vegetarier und Nicht-Vegetarier am Tisch sitzen, ist es einfacher, eine Mahlzeit zu kochen und für die einen ein Fleisch-Schnitzel, für die anderen ein vegetarisches Schnitzel aufzutischen. Es ist viel aufwändiger, noch Hülsenfrüchte zu kochen und Getreidetöpfe

zu machen.» Mit vegetarischen Fleischkopien spart man Zeit. Aber sind sie auch gesünder? Die Westschweizer Konsumentensendung «A Bon Entendeur» hat acht Fleischimitationen mit dem Original verglichen.

Die Hälfte der Vegi-Produkte ist fettiger

Untersucht wurde zum einen der Fettanteil. Das Resultat:

Einige vegetarische Produkte enthalten deutlich weniger Fett als das Original. Zum Beispiel der Quorn Hot-Dog von Migros. Er enthält 7,4 Prozent Fett, das Original aus Fleisch 22,6 Prozent.

Auch die vegetarischen Hack-Bällchen von Coop schneiden gut ab. In ihnen steckt 7,7 Prozent Fett, während die Original-Bällchen 15,6 Prozent Fett aufweisen.

Doch: Nicht alle vegetarischen Fleischkopien schneiden im Test so gut ab. Vier von acht Vegi-Produkten im Vergleich enthalten mehr Fett als das Fleischoriginal.

Die vegetarische Wurst in Tranchen von Migros hat einen Fettanteil von 9,9 Prozent, die Poulet-Wurst 7,1 Prozent.

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Legende: SRF

Auch das vegetarische panierte Schnitzel der Bio-Kette UrbanBio ist massiv fetthaltiger als das Original: 11,5 Prozent Fett befinden sich darin, während ein paniertes Kalbsschnitzel lediglich 2,9 Prozent Fett beinhaltet. Im vegetarischen Cordon Bleu von Manor steckt 12,6 Prozent Fett, während das Cordon bleu aus Fleisch nur 11,2 Prozent aufweist. Auch hier ist die Vegi-Variante fettiger. Und auch die vegetarischen Nuggets von Manor sind mit 12,9 Prozent Anteil fettiger als die Poulet-Nuggets. Diese enthalten nur 8 Prozent Fett.

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Legende: SRF

Oft auch zu viel Salz

Aber: In den vegetarischen Fleischkopien steckt nicht nur viel Fett, sondern auch viel Salz. Im Test hat die Hälfte der getesteten Fleischimitate mehr Salz als das Original. Einige überschreiten auf hundert Gramm den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Höchstwert von 1,5 g.

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Legende: SRF

Vegetarisch essen ist also nicht zwingend gesund. Ernährungsberaterin Beatrice Conrad empfiehlt deshalb: «Zwei bis drei Mal vegetarische Mahlzeiten pro Woche sind vorteilhaft für die Gesundheit. Der Durchschnittsschweizer konsumiert zu grosse Mengen Fleisch. Aber das heisst nicht, dass man auf Fertigprodukte zurückgreifen muss. Ein guter Ersatz sind Eier, Milch, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von tom huber, luzern
    Für mich ist der Artikel am ziel vorbei geschossen. Ich denke im Kern ist beim Vergleich dieser Produkte nicht der Fettgehalt / Salzgehalt. Sondern die Grundsätzliche Frage, ob ich aus gesundheitlichen / ethischen Gründen auf Fleischwaren verzichte oder nicht. Und vermutlich hat neben dem Fettgehalt das fleischige Würstchen oder Burger so viel an negativen Stoffen, Stresshormone, Wachstumsbeschleuniger, Medikamenten Rückstände usw, das nicht nur Fettgehalt fraglich ist.
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  • Kommentar von W. Gasser-Ruchat, 4418 Reigoldswil
    Gute Sendung. Bekanntlich reagieren die Tiere vor der Schlachtung mit Stress und produzieren Angshormone. Abzuklären wäre auch, wie sich diese Stresshormone im Fleisch auf die Gesundheit des Menschen auswirkt. Für Ihre Sendung weiterhin viel Erfolg
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  • Kommentar von Peter B., Deutschland
    Ich bin seit einigen Monaten Vegetarier und meide fast alle Fertigprodukte da mir selber aufgefallen war das diese einen viel zu hohen Salz und Fettgehalt haben.Leider wird auch viel zu oft billiges Sonnenblumenöl verwendet. Ich kann nur raten,selber alles frisch zubereiten,dann weis man was man isst.Bei vegetarischen Brotaufstrichen gibt es auch gute und weniger gute,da sollte man auch auf die verwendeten Zutaten achten.
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