Velo-Anhänger im Test: Baby auf dem Schleudersitz?

Wie stark werden kleine Kinder beim Mitfahren im Kinderanhänger durchgeschüttelt? Der Velospezialist Veloplus hat die meistverkauften Kinder-Veloanhänger getestet.

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20.03.07: Velo-Anhänger im Test

5:43 min, aus Kassensturz vom 20.3.2007

Die «Testpilotinnen» sind Norena (4 Jahre) und Diandra (2 Jahre). Sie werden mit hochsensiblen Messgeräten ausgerüstet, welche die Erschütterungen messen sollen, denen die Kleinen auf der Fahrt im Veloanhänger ausgesetzt sind.

Aufgeklebt auf die Lendenwirbelsäule registrieren die Sensoren die Erschütterungen exakt dort, wo sie auftreten. Solche Sensoren messen normalerweise die Beschleunigungskräfte, die auf Jetpiloten wirken.

Testleiter Martin Wunderli lässt die beiden Testpersonen von einer Stufe hüpfen und rennen. Die Messresultate zeigen auf, wie hoch die Erschütterungen im Kinderalltag sind. Rennen belastet die Kleinen mit maximal 3,6 G, während das Hüpfen sogar mit 8 G zu Buche schlägt. Diese Messung bezieht sich auf kurze Schläge von etwa 50 Millisekunden.

Beim eigentlichen Veloanhänger-Test, vom Testfahrer im zügigen Tempo von 20 Kilometern pro Stunde zurückgelegt, wurden auf der Teerstrasse erwartungsgemäss keinerlei Belastungen für die Wirbelsäule der kleinen Insassen gemessen.

Anders sieht es aus bei der Fahrt über Schwellen und Kopfsteinpflaster. Trotz kräftigem Gerüttel liegen die Messresultate mit bis zu 4 G unter den Belastungen, die durch Rennen und Hüpfen entstehen. Auch das Fahren auf einem Naturweg mit Schlaglöchern führt zu tiefen Messwerten. Während der Fahrt über diesen Teil der Teststrecke schlief eine unserer Versuchspersonen gar ein.

Der eigentliche Höhepunkt des Tests ist das Fahren über einen Randstein vom 17 Zentimetern. Auch hier werden die beiden Testpilotinnen zwar stark durchgeschüttelt, der hohe Messwert von 5,5 G liegt jedoch immer noch unter der gemessenen Belastung, welche durch das Hüpfen von einer Treppe entsteht.

«Natürlich wird man in der Praxis seine Fahrgeschwindigkeit dem Terrain anpassen, das heisst auf einem Feldweg wird man langsamer fahren und auch nicht schnell über einen Randstein fahren, wie wir es gemacht haben», kommentiert Martin Wunderli die Testresultate.

Allgemein gilt also: Mit angepasstem Tempo kann die Erschütterung für das Kind im Anhänger reduziert werden. Der Vergleich zeigt zudem, dass gefederte Anhänger die Schläge um bis zu 50 Prozent dämpfen. Sind die Kinder gut angeschnallt, steht dem Fahrvergnügen nichts mehr im Weg.