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Kassensturz-Tests Vorhängeschlösser sind meist leicht zu knacken

Vorhängeschlösser bieten oft nur wenig Schutz vor Dieben. Das zeigt ein Test von «Kassensturz» und der Zeitschrift Haus & Garten. Mit wenig Aufwand öffnen selbst Laien viele der getesteten Schlösser in Sekunden, mit oder ohne Gewalt.

Legende: Video Vorhängeschlösser im Test: Die meisten sind leicht zu knacken abspielen. Laufzeit 06:22 Minuten.
Aus Kassensturz vom 01.09.2015.

Ob an der Kellertür, dem Garderoben-Spind oder dem Reisekoffer: Vorhängeschlösser sollen vor dem Zugriff durch Diebe schützen. Die Tester liessen 18 Schlösser von einem Wert zwischen knapp drei und fast vierzig Franken auf Diebstahlschutz und Beständigkeit gegen Nässe testen (siehe unten «So wurde getestet»).

Alle kleinen Schlösser «ungenügend»

Besonders schlecht schnitten die kleinen Schlösser ab, die beispielsweise an einem Koffer Verwendung finden (Resultate kleine Schlösser). Alle lassen sich zu leicht öffnen, sei es mit oder ohne Gewalt. Meist reichen ein einfacher Schraubenzieher und wenig Kraft, um den Schliessbügel auszuhebeln. Da nützt es auch nicht viel, wenn das Schloss durch Witterungsbeständigkeit glänzt (wie z.B. Abus Code 155, Travel Shop Safety, Eagle Creek Wordlock).

Schloss für die Versicherung

Trotz des geringen Schutzes ist es in vielen Situationen nicht ratsam, ganz auf ein Schloss ganz zu verzichten. Denn selbst ein schlechtes Schloss reicht aus, damit die Polizei und die Versicherung einen Diebstahl anerkennen.

«Genügend» und «gut» für mittelgrosse Schlösser

Die mittelgrossen Schlösser im Test bieten einen «genügenden» bzw. «guten» Diebstahlschutz, mit Ausnahme des Connex Hangschloss 40 mm aus der Landi (Diebstahlschutz: Note 3,8), Viermal vergaben die Tester die Gesamtbewertung «gut» (zwei Schlösser von Burg-Wächter und zwei von Abus, siehe Resultate mittelgrosse Schlösser). Zum «ungenügenden» Resultat schreibt Landi: «Das Resultat hat überrascht. Wir stehen mit unserem Lieferanten in Kontakt, Alternativen für den Ersatz dieses Schlosses werden geprüft und zügig umgesetzt.»

Das teuerste Schloss im Test (Burg-Wächter Diskus-Vorhang-Schloss Inox für 39.90 Franken) erhielt aber Abzüge, weil es mit Spezialwerkzeug und Geschick («So wurde getestet»: Öffnen ohne Gewalt) zu leicht zu öffnen war.

Öffnen ohne Gewalt

Mehr als die Hälfte der Schlösser lässt sich ohne Gewalt in wenigen Sekunden öffnen. Am meisten Widerstand leistet «Burg-Wächter Diamant D 600 40 SB». Trotz Fingerspitzengefühl und Spezialwerkzeug brauchten die Experten zum Öffnen dieses Schlosses zwölf Minuten. Das ist eine Hürde, die wohl einige Diebe aufgeben lässt.

Die Experten vergaben deshalb für dieses Schloss beim Kriterium «Öffnen ohne Gewalt» die einzige Bewertung «sehr gut». Wegen Abzügen bei der Witterungsbeständigkeit verpasst es nur knapp den Test-Sieg.

Verwendung im Freien

Für die Verwendung im Freien eignen sich dank sehr guter Noten bei der Witterungsbeständigkeit das «Burg-Wächter Diskus-Vorhang- Schloss inox», «Abus Code 160/40» und Testsieger «Abus No.70/45». Dieses Schloss erhielt beim Kriterium «Witterungsbeständigkeit» sogar die Bestnote 6. Ein Kunststoffüberzug schützt wirkungsvoll den Schliesszilinder, lässt keine Feuchtigkeit eindringen und verhindert so Korrosionsschäden.

Für Outdoor-Anwendungen ist dieses Kriterium nicht zu unterschätzen, denn ist ein Schloss erst einmal richtig eingerostet, lässt es sich nicht mehr aufschliessen. Der Eigentümer muss sich dann mit Gewalt Zugang zu seinem Hab und Gut verschaffen.

So wurde getestet:

Öffnen mit Gewalt: Die Tester des Prüfinstituts PZT im norddeutschen Wilhelmshaven setzte verschiedene Werkzeuge zum Öffnen der Schlösser ein und steigerte die Gewalt:

  • Aushebeln des Bügels mit einem Schraubenzieher
  • Zerstören des Bügels mit einem Hammer, allenfalls mit Hilfe eines Eissprays
  • Zersägen des Bügels mit einer Metallsäge
  • Durchtrennen des Bügels mit einem elektrischen Winkelschleifer
  • und als ultima ratio: Ein Bolzenschneider zum Durchtrennen des Bügels.

Bewertet wurde, wie einfach und schnell sich die Schlösser öffnen liessen.

Öffnen ohne Gewalt: Die erfahrenen Mitglieder des Hamburger Vereins «Sportfreunde der Sperrtechnik» öffneten die Schlösser mit Fingerspitzengefühl und Spezialwerkzeug. Der Zeitaufwand für das Öffnen war ausschlaggebend für die Bewertung.

Witterungsbeständigkeit: Der Tester besprühte die Schlösser mit einer dreiprozentigen Salzlösung, um die Korrosion zu beschleunigen. Vier Wochen waren sie im Freien Wind und Wetter ausgesetzt. Dann beurteilten die Tester den Zustand der Schlösser, bewertete die Zersetzung des Metalls und überprüfte den Schliessmechanismus. Im Klimaschrank froren die Tester trockene und feuchte Schlösser bei minus 20 Grad Celsius ein. Sie bewerteten, wie leicht sich die Schlösser öffnen liessen.

Handhabung: Beurteilt wurde, wie sauber die Schlösser verarbeitet sind, wie einfach sie sich schliessen und öffnen lassen und ob sich bei Zahlenschlössern der Code einfach ändern lässt.

TSA-Schlösser

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz, Fünfte Schweiz
    Was ist eigentlich mit den anderen Marken, wie z.B. Dom oder Keso? Die machen doch auch Vorhangschlösser, die gar mit der Hausschliessanlge kombinierbar wären ...
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  • Kommentar von Bernd B., Basel
    Solche Schlösser lassen sich leider innert Sekunden mit einer Büroklammer knacken...
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  • Kommentar von Peter Nussbaum, Baselland
    Liebes Kassensturz Team Keine Ahnung nach welchen Kriterien die Prüfinstitute jeweils vom Kassensturz oder anderen Organisationen berücksichtigt und ausgesucht werden. Vor einem gescheiten Bolzenschneider (mit genügend Hebelfunktion und Kraft) oder einem Winkelschleifer ist kein für Otto-Normalverbraucher bezahlbares Vorhängeschloss sicher. Ranking und Bericht ist nur bedingt aussagekräftig. Schade! Arbeitet doch an der Qualität der Berichte. Freundliche Grüsse Peter Nussbaum
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