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Arbeit 500 Franken Busse für einen Tag Schule schwänzen

Am kantonalen Berufsbildungszentrum in Schaffhausen müssen Blaumacher tief in die Tasche greifen: Wer einen Tag schwänzt, bezahlt bis zu 500 Franken. In «Espresso» sagt der Schaffhauser Erziehungsdirektor, man reagiere auf einen gesellschaftlichen Trend: Unentschuldigte Absenzen hätten zugenommen.

Legende: Audio 500 Franken für einen Tag Schule schwänzen abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
03:58 min, aus Espresso vom 29.08.2014.

Die Schülerinnen und Schülern am Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen (BBZ) dürften grosse Augen gemacht haben als sie beim Schulstart nach den Sommerferien über die neuen Absenzregelungen informiert wurden: Neu gebe es am BBZ pro unentschuldigt verpasste Lektion eine Busse von 50 Franken.

Bei bis zu zehn Lektionen pro Tag kommt man also auf bis zu 500 Franken Busse. «Das ist ein halber Monatslohn», beklagt sich ein 18-jähriger Lehrling gegenüber «Espresso».

Kanton steht zum Entscheid

Christian Amsler
Legende: Christian Amsler Keystone

Auf Anfrage gibt sich der Schaffhauser Erziehungsdirektor Christian Amsler wenig überrascht: «Wir haben damit gerechnet, dass die neue Regel bei gewissen Leuten für Stirnrunzeln sorgen könnte.»

Amsler hält aber fest: «Das Aufsichtsgremium des BBZ hat den Entscheid zur Verschärfung sehr eindeutig gefällt – und wir stehen dahinter.»

Es sei vor allem darum gegangenen, einen gesellschaftlichen Trend zu stoppen. Verbindlichkeiten würden immer mehr zu Unverbindlichkeiten. So hätten «unentschuldigte Absenzen in letzter Zeit zugenommen».

Für Amsler ist die Botschaft an die Jugendlichen klar: Unentschuldigt fehlen gehe mit fadenscheinigen Ausreden einfach nicht. «Wer A sagt, sagt auch B.»

Vergleichsweise streng

Tatsächlich gibt es an diversen Berufsfachschulen Bussen für unentschuldigte Absenzen. Die neuen Regeln am BBZ Schaffhausen sind vergleichsweise streng: In den Kantonen Aargau und Solothurn zum Beispiel sind bis zu 20 Franken Busse pro unentschuldigt verpasste Lektion möglich. Im Kanton St. Gallen können Berufsschulen bis zu 300 Franken pro Tag verlangen.

Andere Kantone verzichten ganz auf Bussen: So etwa Basel-Stadt und Zürich. Dort bleibt es im Fall einer unentschuldigten Absenz bei einer mündlichen oder schriftlichen Mahnung – und unter Umständen wird der Lehrbetrieb informiert.

Schulzeit ist Arbeitszeit

Das Absenzwesen an den Schulen ist, wie die Beispiele oben zeigen, kantonal geregelt. Im Bundesgesetz über die Berufsbildung ist lediglich festgehalten, der Unterricht an der Berufsfachschule sei obligatorisch.

In den kantonalen Verordnungen ist dann geregelt, wie die Schulen mit unentschuldigten Absenzen umzugehen haben. Wichtig in diesem Zusammenhang ist: Berufsschüler arbeiten in einem Lehrbetrieb; und der Unterricht an der Berufsschule gilt entsprechend als Arbeitszeit. Schulabsenzen müssen daher in der Regel auch vom Lehrbetrieb bestätigt werden.

Kritik vom Bildungsexperten

Der Präsident Berufsbildung Schweiz Daniel Thommen findet die Massnahme der Schaffhauser Berufsschule fragwürdig. Die Bussen seien unverhältnismässig hoch. «Wenn man die 500 Franken ins Verhältnis setzt zu anderen Bussen, dann ist das doch ziemlich deftig.»

Legende: Video Bussen für Schwänzer abspielen. Laufzeit 03:23 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.09.2014.

43 Kommentare

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  • Kommentar von ajan ninoka, schaffhausen
    Das schlimme ist auch wen man krank emwar muss mann bezahlen wen man es nicjt innert 7 tage unterschreiben lässt von allen lehrern zusätzlich für sachen vergessen zahlen plus wen man den schtuhl nicjt hin schibt finde ich zu viel und zu übertriben und auch unfair den wen die eltern geld haben bezahlen due das alles und die die nicht so viel haben ist ungerecht eher ferien streichen oder nacholehn und strafarbeiten
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  • Kommentar von A.Frei, Widnau
    Dümmer gehts nimmer. 500.- müssen die Eltern bezahlen und es kann grad so gut die Schuld der Schule dein,wenn Schüler schwänzen. Grottenschlechte Lehrer gibts (ich sprech da aus Erfahrung) und denen kann man nicht so einfach den Job kündigen.Sie müssen auch nicht nachweisen,dass sie gut arbeiten.Einen Vorteil hats trotzdem,so gehen mehr Schüler zum Arzt um ein Zeugnis zu bekommen und man kann bei ihnen besser Burnout oder andere Erschöpfungsanzeichen feststellen und sie bekommen endlich Hilfe.
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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Bei uns warens 20.-, auch fürs zu spät kommen Oder Hausaufgaben nicht machen. Was eher genervt hat, war dass der Leher immer Reden gehalten hat, man sei jetzt in einer Erwachsenenbildung, selber verantwortlich und der Kindergarten und das "noche hösele"sei vorbei. Fand ich ein Gegensatz... Wenn man die Berufsschule schon als Arbeitszeit betrachtet, welche vom Arbeitgeber bezahlt wird, wäre ja eigentlich auch der für die Bussen zuständig. Ich frag mich ob das ein Budgetposten ist für die Schulen.
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