Vaterschaftsurlaub: Diese Firmen sind zu Papis grosszügig

Auch Väter sollen nach der Geburt frei erhalten: Die Sozialkommission des Nationalrats hat Ja gesagt zu zwei Wochen bezahltem Vaterschaftsurlaub. Von Gesetzes wegen gibt es heute ein bis zwei Tage. Eine Umfrage von «Espresso» zeigt: Grosse Firmen geben Papis heute schon bis zu drei Wochen frei.

Vater

Bildlegende: Viele Väter wollen für Babys mehr Zeit haben. Keystone

Mit einem gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaub soll es auch für Angestellte von kleineren und mittleren Unternehmen möglich sein, nach der Geburt eines Kindes bei der Familie zu sein.

Ein Blick auf die Situation von Firmen in der Schweiz zeigt, dass vor allem grosse Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Vaterschaftsurlaub gewähren, der über die gesetzlich vorgeschriebenen ein bis zwei Tage hinaus geht.

«Espresso»-Umfrage bei Grossfirmen: Post macht das Schlusslicht

Eine nicht repräsentative Umfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 bei verschiedenen Firmen und der Bundesverwaltung zeigt, dass viele über das gesetzliche Minimum hinaus einen Vaterschaftsurlaub anbieten.

Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub?

  • Vaterschaftsurlaub soll per Gesetz mindestens zwei Wochen betragen. Was halten Sie davon?

  • Das reicht immer noch nicht.

    46%
  • Das ist gut so.

    39%
  • Das ist zu lang. Nicht noch mehr Kosten für unsere Sozialversicherungen.

    13%
  • 1703 Stimmen wurden abgegeben

Eine Ausnahme ist die Post, die ihren Mitarbeitenden nur zwei Tage Urlaub nach der Geburt eines Kindes zugesteht. Allerdings ändert dies mit Inkrafttreten des neuen Gesamtarbeitsvertrags auf 2016. Dann will die Post den Angestellten einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen bieten.

Und damit schliesst sie sich einer Praxis an, wie sie viele grosse Firmen in der Schweiz kennen. So bietet die Grossbank UBS ihren Mitarbeitern zehn Tage Papi-Zeit, ebenso wie die SBB oder auch die Bundesverwaltung.

Beim Bund hiess es auf Anfrage von «Espresso», man biete seinen Angestellten zehn Tage Auszeit. Dazu biete man Müttern und Vätern an, ihr Arbeitspensum nach Ablauf des Urlaubs um 20 Prozent zu senken. Allerdings dürfe das Pensum nicht kleiner als 60 Prozent sein.

Migros grosszügiger als Coop

Bei Coop erhalten frischgebackene Väter bloss fünf Urlaubstage, allerdings bekommen sie dazu noch die Möglichkeit, zehn Tage unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Am grosszügigsten in der «Espresso»-Umfrage ist die Migros: Väter bekommen dort 15 Tage frei und haben dazu noch die Möglichkeit, zehn Tage unbezahlten Urlaub zu beziehen.

Und auch der Technologiekonzern ABB hat «Espresso» geantwortet: «Bei einer Geburt kann der Vater eine bezahlte Absenz von einem Arbeitstag beziehen und hat zusätzlich Anspruch auf einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von fünf Tagen. Bei Mehrlingsgeburten gilt der Anspruch pro Kind.»

Vaterschaftsurlaub in grossen Schweizer Firmen

Firma
Vaterschafts-Urlaub (bezahlt)
Bemerkung
Post2 Tage
10 Tage ab 2016 (neuer GAV)
ABB6 Tage

Coop
1 Woche
Optional: 2 Wochen unbezahlt zusätzl.
UBS10 Tage
SBB
10 Tage
10 Tage seit 1.1.2015. Vorher 5 Tage.
Bundesverwaltung
10 Tage
10 Tage seit 1.7.2013.
Swisscom
10 Tage
10 Tage seit 1.1.2006
Migros3 Wochen
Optional: 2 Wochen unbezahlt zusätzl.
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Bald auch Urlaub für Väter?

3:36 min, aus 10vor10 vom 15.4.2015