KMU abgezockt: Miese Masche mit Tischsets

Inserate auf Restaurant-Tischsets sind bei Kleinbetrieben eine beliebte Werbemöglichkeit. Doch nicht immer sind die Angebote seriös: Ein windiger Geschäftsmann hat viele Handwerker über den Tisch gezogen und ihnen 600 Franken abgeknöpft. Er ist ein alter Bekannter von «Kassensturz».

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Handwerker abgezockt: Miese Masche mit Tischsets

6:14 min, aus Kassensturz vom 22.4.2014

Besonders in Beizen auf dem Land sind sie beliebt: Tischsets mit Inseraten von Handwerkern aus der Region. So wirbt zum Beispiel auch die KAO-Felder GmbH aus Malters mit einem Inserat unter den Fitness-Tellern in der Region Luzern.

Ofenbauer Oliver Felder kann für seinen Betrieb regionale Werbung gut gebrauchen.
Ein gewisser Herr Infante hatte ihn angerufen und versprach Felder Renovations-Aufträge, wenn er in der Werbe-Agentur seines Sohnes ein Inserat buchen würde.

«Herr Infante sagte, sein Junior geschäfte neu. Und so dachten wir, wenn wir den unterstützen können, dann ist es ein Geschäft für alle», sagt Oliver Felder.

Ofenbauer Oliver Felder

Bildlegende: Oliver Felder. SRF

Alles schien reibungslos zu klappen: Bald schon schickte Infante ein «Gut zum Druck». Felder bezahlte 600.- Franken für eine Auflage von 10‘000 Exemplaren. In 20 Restaurants der Region Luzern sollten die Tisch-Sets bald aufliegen.

Nach dem Auftrag nicht mehr erreichbar

Doch Infante war für Rückfragen plötzlich nicht mehr erreichbar. Wer ihn im Telefonbuch oder gar im Internet finden will, sucht vergeblich. Auch die Homepage seines Topp-Verlags zeigt nur eine Error-Meldung.

Ein alter Bekannter

«Kassensturz» findet heraus: Die Homepage des Topp-Verlags ist registriert. Aber nicht auf Infante, sondern auf Peter Brügger. Ein alter Bekannter des «Kassensturz».

Schon vor 13 Jahren berichtete «Kassensturz» über Peter Brügger zu tun. Schon damals verkaufte Brügger Handwerkern Inserate auf Tischsets. Und schon damals tischte er ihnen die gleichen Lügen-Geschichte auf.

Bei der Konfrontation behauptete Brügger damals, die Vorwürfe gegen ihn seien allesamt erfunden.

Inzwischen findet man Peter Brüggers Verlag an einer neuen Adresse im gleichen Dorf. Aber auch heute ist Brügger weder per Mail noch per Telefon erreichbar. «Kassensturz» will ihn deshalb vor Ort konfrontieren. Nach dem Läuten verstummen die Stimmen im Hausinnern. Die Türe bleibt für «Kassensturz» zu. Unsere Fragen lassen wir im unbeschrifteten Briefkasten zurück.

Tischsets nur in 2 statt 20 Beizen?

«Kassensturz» will wissen: Wie vielen der 20 Restaurants auf der Verteilerliste lieferte Brügger die Tischsets? Das Resultat der Umfrage ist ernüchternd: nur gerade 2 Beizer waren sich sicher, solche Sets bekommen zu haben. In den meisten Restaurants kamen sie gar nie an.

Der Ofenbauer, Oliver Felder, hat reagiert und Peter Brügger bei der Polizei angezeigt. «Wir erstellten Strafanzeige wegen Betrugs. Ich rief dann einigen Restaurants an und ging vorbei das zu kontrollieren. Die Wirte wussten von nichts und legten nichts auf. Also fühlte ich mich betrog.

Der «Kassensturz»-Beitrag vor 13 Jahren

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11.09.2001: Abzocke mit Tischsets

4:42 min, vom 22.4.2014

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