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Geld Geoblocking: Banken sperren die Maestro-Karten ihrer Kunden

Wer seine Ferien ausserhalb von Europa verbringt, muss damit rechnen, dass er dort seine Maestro-Karte nicht gebrauchen kann. Aus Sicherheitsgründen sperren gewisse Banken die Karten ihrer Kunden im Ausland automatisch.

Legende: Audio Geoblocking: Banken sperren die Maestro-Karten ihrer Kunden abspielen. Laufzeit 4:27 Minuten.
4:27 min, aus Espresso vom 23.07.2014.

«Tarjeta bloqueada» – «Card is locked» – «Karte gesperrt». So könnte es beispielsweise auf einem Bezahlterminal mitten in einem Restaurant in Mexiko stehen. Je nach Bank funktioniert in diesem Land Ihre Maestro-Karte nicht. Das ist Absicht der Banken. Sie wollen ihre Kunden vor Datendiebstahl schützen und sperren die Maestro-Karten automatisch für gewisse Länder. Wer das nicht weiss, kann in unangenehme Situationen geraten.

Absichtliche Sperre

Datendiebstahl ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Banken gerückt. Schuld sind die Magnetstreifen auf der Karte. Zwar wurden diese in den europäischen Ländern mittlerweile durch einen sicheren Mikrochip ersetzt. Solange Länder wie die USA oder Russland aber noch auf diese Technik setzen, bleibt der Magnetstreifen auf der Karte.

Manipulierte Geldautomaten

Diebe haben allerdings vor einigen Jahren eine Möglichkeit gefunden, die Daten auf dem Magnetstreifen zu kopieren. Dafür manipulieren sie Geldautomaten. Teile wie beispielsweise der Kartenschlitz werden nachgebaut und mit einer speziellen Technik versehen, die beim durchstossen der Karte die Daten des Magnetstreifens aufnimmt - und je nach dem auch gleich an einen Computer versenden kann. Gleichzeitig filmt eine versteckte Kamera oberhalb des Spiegels, welche Zahlen der Kunde im Tastenfeld eintippt. Dieser Datenklau nennt sich «Skimming».

Banken handhaben Kartensperre unterschiedlich

Die Diebe übermitteln die Daten oft umgehend ins Ausland, da ihnen diese zwei Angaben in der Schweiz nichts nützen. Für einen Bargeldbezug wird hier neben dem Magnetstreifen und dem Pin auch der kopiergeschützte Chip gebraucht. In diversen aussereuropäischen Ländern wie den USA, Russland oder Mexiko reichen jedoch nach wie vor der Magnetstreifen und der Zahlencode für den Bargeldbezug.

Um Missbrauch zu verhindern, werden von Banken bei aktiver «Geoblocking»-Funktion gewisse Länder automatisch gesperrt, zum Beispiel bei der Credit Suisse. Hier muss der Kunde vor den Ferien in diesen Ländern den Geldbezug «entsperren». Bei anderen Banken wie der UBS können Kunden die Aktivierung der «Geoblocking»-Funktion verlangen, um sich vor Betrug zu schützen. Eine Übersicht über die Handhabung bei den Banken finden Sie hier.

Was tun bei Blockierung?

Wer erst im Ausland merkt, dass seine Karte in diesem Land gar nicht funktioniert, der kann sie via Hotline der Bank freischalten lassen. Achtung: 0800-Nummern sind im Ausland kostenpflichtig!
Einzelne Banken bieten auch ein selbständiges Freischalten übers Internet an.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Tobler, Bern
    Wie steht es mit der Postcart (Post Direkt/Deposito)
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  • Kommentar von Christian Eberhart, Weinfelden
    Es gibt für Auslandreisen eine gute Alternative.Die Swiss Bankers Traveler Card,die sie vor den Ferien an jedem Bahnhof oder Bank aufladen können.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Wieso wird vom SRF über diese Sicherheits-Funktion "Geoblocking" in einem eher negativen Ton geschrieben? Ist doch eine gute Sache, dieses Geoblocking. Gerade die Manipulations-Fälle an Bancomaten und Zahl-Terminals nehmen doch in letzter Zeit extrem zu; und so die Möglichkeit, Kunden Geld "elektronisch" zu stehlen. Darum lieber vorher schützen, als den Schaden zu haben. Denn die Wiederbeschaffung von getürkten Geldbezügen vorallem in Ausland ist mit viel Aufwand verbunden.
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    1. Antwort von V. Bösch, Luzern
      Negativ ist, dass der Kunde darüber nicht Informiert wird. Das "Geoblocking" an sich ist sicher eine gute Diebstahlsicherung. Aber wieso werde ich darüber nicht von meiner Bank Informiert sondern vom SRF?
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    2. Antwort von V.Bösch, Luzern
      Es stellt sich auch die Frage ab wann erkennt der Bezahlterminal, dass die Karte geblockt ist? Also die Karte wird eingeführt, ( der Magnetstreifen ist schon kopiert.) muss ich jetzt noch meinen Pin eingeben um zu erfahren, dass meine Karte geblockt ist oder passiert das schon beim einführen der Karte. Wenn ich zusätzlich noch meinen Pin eingeben muss ist diese ganze Aktion nur ein Schutz für die Banken aber nicht für die Kunden!
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    3. Antwort von K. Räschter, Schweiz
      @V.Bösch, Luzern: Es gibt Länder (Bsp. USA), wo noch der Magnetstreifen zur Identifizierung genutzt wird. Kartendiebe kopieren somit die Kartendaten auf eigens angefertigte Karten mit Magnetstreifen. In der EU und Schweiz wird der sichere Chip verwendet; darum dort kein Problem. Um die Benutzung von gestohlenen Kartendaten in Ländern mit Magnetstreifen-Nutzung zu verhindern, gibt es das Geoblocking. Dadurch kann dort eine geoblockte Bancomat-Karte nicht verwendet werden.
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    4. Antwort von K. Räschter, Schweiz
      @V. Bösch, Luzern: Noch etwas: Die Autorisierung (Freigabe) eines Geldbezuges im Ausland (egal ob Chip oder Magnetstreifen) erfolgt immer über die SIX Payment Services in Zürich. Dort wird auch registriert, wenn man eine Bancomat-Karte geoblocked haben möchte. Es gibt einige zudem Banken, bei denen man das Geoblocking der eigenen Karte über das Online-Banking einstellen kann.
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    5. Antwort von P. Trachsel, Langnau
      @V.Bösch, als vor gut einem Jahr bei unserer Bank das Geo-Blocking eingeführt wurde, hat JEDER Inhaber einer Maestrokarte einene separaten Brief nur deswegen von uns erhalten und seither ist es klar ersichtlich auf dem Antrag und es wird auch kommuniziert. Keine Ahnung wie und ob sie informiert wurden, aber ich erhalte auch heute noch Anrufe von Kunden vonwegen davon hätten sie nichts gewusst....
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