Drei Antworten zu «Managed Care»

Das Model «Managed Care» zur Kostensenkung im Gesundheitswesen wirft Fragen auf. «Kassensturz/Espresso» beantwortet die drei Häufigsten.

Patientin beim Arzt

Bildlegende: Studien besagen, dass die Gesundheitskosten durch Managed Care um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden SRF

Steigen die Gesundheitskosten, wenn vor dem Besuch eines Spezialisten neu immer zusätzlich der Hausarzt konsultiert werden muss?

Längerfristig nicht. Die Spezialisten bieten teurere Leistungen und Behandlungen an. Diese können durch den vorgängigen Besuch beim Hausarzt mit dem Managed-Care-Model oft verhindert werden.

Chronisch Kranke können beim regelmässigen Besuch eines Spezialisten (z.B. Rheumatologen) diesen auch direkt konsultieren, erklärten Hausärzte «Kassensturz/Espresso». Häufig reiche vorgängig ein Telefon an den Hausarzt. Die Spezialisten müssen nach der Behandlung den Hausarzt immer informieren.

Es gibt zwei Ausnahmen im Managed-Care-Model: Augenärzte und Gynäkologen dürfen immer ohne vorgängige Konsultation des Hausarztes behandeln.

Senkt Managed-Care wirklich die Kosten? 

Ja. Verschiedene Studien in der Schweiz besagen, dass Managed-Care die Gesundheits-Kosten 10 bis 20 Prozent senken. Dabei ist schon berücksichtigt, dass in diesen Modellen vermehrt eher Gesunde versichert sind.

Wird ein Arzt Behandlungen verweigern, wenn er gegenüber den Krankenkassen ein Globalbudget einhalten muss?

Das ist denkbar. Aber wenn Managed Care-Ärzte Behandlungen verweigern, kommt es längerfristig zu aufwändigeren Behandlungen. Das führt zu Mehrkosten für das Gesamt-Netzwerk.

Es gibt in der Schweiz seit vielen Jahren solche Ärzte-Netzwerke mit Budgetverantwortung und es sind keine Fälle bekannt, bei denen auf Kosten eines Patienten bei der Behandlung gespart worden ist.

Patienten müssen jedoch Vertrauen in den Hausarzt haben, dass dieser immer die beste Behandlung garantiert und schlimmstenfalls sogar das Budget überschreitet.