«Grüsel-Beizen» bleiben doch geheim

Das Parlament hat es definitiv abgelehnt, die Resultate von Lebensmittelkontrollen in Restaurants öffentlich zu machen. Dies, obwohl im Nationalrat zum Schluss nur noch eine stark abgeschwächte Form des «Wirteprangers» zur Abstimmung gelangte.

Ursprünglich lautete der Vorschlag des Bundesrats, alle Berichte der Lebensmittelkontrollen öffentlich zu machen. Dies war jedoch schon in der Vernehmlassung gescheitert.

Danach war die Vorlage so zurecht gestutzt worden, dass Wirte nur positive Bescheinigungen ausgestellt bekommen hätten. Diese hätten sie zudem den Gästen nur auf Verlangen vorweisen müssen.

Enttäuschung beim Konsumentenschutz

Dass nun auch diese milde Variante bachab geschickt wurde, ärgert Prisca Birrer-Heimo, SP-Nationalrätin und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz: «Die Idee ist für längere Zeit vom Tisch. Das ist sehr bedauerlich, wir haben eine Chance verpasst.»

Anders tönt es beim Wirteverband Gastrosuisse. Dort hatte man vehement gegen jede Form von Transparenz gekämpft. Präsident Klaus Künzli zeigt sich auf Anfrage von «Espresso» erleichtert: «Die jetzige Lösung mit Sanktionsmöglichkeiten gegen Restaurants, die sich nicht an die Regelungen halten, genügt vollauf.»

Positive Erfahrungen im Kanton Zug

Dass Transparenz durchaus Sinn machen kann zeigt das Beispiel des Kantons Zug. Er ist der einzige Kanton, in dem Wirte auf freiwilliger Basis die Resultate von Lebensmittelkontrollen öffentlich machen dürfen.

Die Zuger Kantonschemikerin zieht seit der Einführung der Regelung 2009 eine positive Bilanz: «Es ist ein Ansporn für Wirte, der zu einem gewissen Wettbewerb geführt hat. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Qualität verbessert hat.»

Eine gesamtschweizerische Lösung ist vom Tisch. Es gibt nun nur noch die Möglichkeit, dass andere Kantone dem Beispiel von Zug folgen und eigene Transparenzlösungen suchen.