Krebs-Bilder gegen Raucher

Die EU-Kommission will laut Medienberichten, dass grössere Warnhinweise auf Zigarettenpackungen platziert werden. Damit soll das Rauchen unattraktiver gemacht werden. Die Tabakindustrie protestiert.

Zigaetten-Kauf

Bildlegende: Zigaetten-Kauf Keystone

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, ist das Zigarettenpäckli künftig mit 75 Prozent Warnhinweisen versehen. Zum Vergleich Schweizer Zigarettenpäckli sind heute etwa zur Hälfte mit Warnhinweisen bedruckt.

Die Arbeitsgemeinschaft für Tabakprävention begrüsst die grösseren Warnhinweise: «Je grösser desto besser», sagt Thomas Beutler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF1. Er ist überzeugt, dass schockierende Bilder viel wirksamer sind als wörtliche Hinweise: «Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.» Vor allem leicht einprägsame Bilder hätten bei Jugendlichen eine abschreckende Wirkung. Dies würden Studien belegen, so Beutler.

Warnhinweise wirken

PackungsWarnung

Bildlegende: Packungs-Warnung zvg

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt seit über 10 Jahren Umfragen zum Thema Tabak in der Bevölkerung durch. Im Jahr 2010 gaben 8 Prozent aller befragten Raucher an, wegen der Warnhinweise weniger zu rauchen. Zudem seien Personen, die angeben, die Tabakwarnungen zu beachten, besser über die Gefahren des Tabakkonsums informiert, so das BAG.

Auch bei der Lungenliga ist man überzeugt, dass grössere Warnhinweise Raucher zum Aufhören bringen. «Zudem ist es eine effiziente Möglichkeit, die nicht viel kostet.» Dennoch betonen Lungenliga und die Arbeitsgemeinschaft für Tabakprävention, dass die Warnhinweise nur ein Mosaikstein in der gesamten Tabakprävention seien. Dazu gehörten auch Werbeverbote, Rauchstopp-Angebote oder höhere Zigarettenpreise.

Grosse Warnhinweise behindern Wettbewerb

Der Tabakhersteller Philip Morris hofft, dass im Gesetzgebungsverfahren die «extremen» Vorschläge entfernt werden, wie die Firma in einer Stellungnahme an «Espresso» schreibt: «Wir unterstützen gesetzliche Regelungen für Warnhinweise auf Produktverpackungen. Was wir jedoch ablehnen, sind übertriebene Grössenvorschriften für Warnhinweise. Warnhinweise, die mehr Raum einnehmen als Markenzeichen oder Logos behindern den Wettbewerb. Sie machen es unmöglich, unsere Marken von den Mitbewerbern abzugrenzen.»

Wie viel von den Vorschlägen im Gesetz verbleiben, ist ungewiss. Bevor ein Gesetz verabschieden wird, beraten das Europaparlament und die Staaten darüber. Dies dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Inwieweit die Schweiz den Vorschlägen folgt, ist ebenfalls offen.