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Gesundheit Pflegeheime: Zu wenig diplomiertes Personal?

Das Pflege-Personal in Heimen ist oft überfordert. Kein Wunder: Die Kantone setzen die Mindest-Quote für diplomierte Pflegefachleute tief an. Das zeigt eine Umfrage der Sendung «Kassensturz». Die Quote bewegt sich zwischen 5 und 28 Prozent.

Patienten
Legende: Patienten sind oft den Pflegenden ausgeliefert. Keystone

Angehörige von ehemaligen Patienten das Pflegeheims «APH Madle» berichteten von überfordertem Hilfspersonal (siehe Artikel «Tatort Pflegeheim: Miese Betreuung und überfordertes Personal»).

Die von den Angehörigen geschilderten Missstände seien wohl kein Einzelfall, sagt Barbara Gassmann vom SBK. «Wir wissen, dass es nicht überall zum Besten bestellt ist mit der Qualität der Pflege in den Pflegeheimen.» Das liege auch daran, dass es in vielen Heimen an gut ausgebildetem Pflegepersonal mangle.

Das Hilfspersonal sei deshalb zu wenig angeleitet und überfordert. Aus der Forschung wisse man: «Je höher der Anteil des diplomierten Personals ist, desto höher ist die Qualität der Pflege.»

Enorme Unterschiede bei Kantonen

Karte
Legende: SRF

Problematisch seien in dem Zusammenhang die fehlenden Vorgaben der Kantone. Und tatsächlich: Eine «Kassensturz»-Umfrage zeigt: Fünf Kantone (Basel Land, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Luzern und Obwalden) machen den Heimen zum Personalschlüssel gar keine bindenden Vorgaben.

Bei den restlichen Kantonen sind die Vorgaben sehr unterschiedlich. Der Kanton Schwyz verlangt 5 Prozent diplomierte Pflegefachleute. In den meisten anderen sind es zwischen 15 und 20 Prozent. Am strengsten sind Zürich und Tessin mit einer Quote von 25 und 28 Prozent. «Für viele Heime ist dasimmer noch zu wenig», sagt Barbara Gassmann vom SBK.

Wird Pflege-Qualität zu wenig kontrolliert?

Je nach Kanton unterschiedlich ist auch die Kontrolle der Heime. «Es braucht mehr Qualitätskontrollen», sagt dazu Elsbeth Luginbühl.

Die Pflege-Expertin zertifiziert mit ihrer Firma Concret AG Pflegeheime. «Ein gutes Pflegeheim zeichnet sich dadurch aus, dass die Bewohner jeden Tag die gleiche, sichere Pflege erhalten, unabhängig davon, wer gerade pflegt.»

Das sei nicht in jedem Heim selbstverständlich. «Bei den Zertifizierungen stellen wir oft fest, dass beispielsweise die Pflegedokumentationen nicht korrekt geführt werden. So können schlimme Fehler passieren.» Im schlimmsten Fall, dass Medikamente falsch abgegeben werden.

Notstand Pflegeheim: Miese Betreuung und überfordertes Personal

Angehörige von Pflegeheim-Bewohner in Pratteln berichten von gravierenden Vorfällen. So wurden Knochenbrüche oder Erkrankungen zu spät bemerkt. Als Angehörige sich wehren, werden sie als Nörgler abgestempelt. «Kassensturz» berichtete:

Legende: Video «Tatort Pflegeheim: Miese Betreuung und überfordertes Personal» abspielen. Laufzeit 18:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.06.2013.

18 Kommentare

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  • Kommentar von george roos, turku finland
    Hier auf den Philippinen haben wir zurzeit gut ausgebildeten Krankenpfleger/innen die auch mit B1 Deutschniveau vorbereitet sind. Wieso ist es nicht moeglich die nach der Schweiz arbeiten zu lassen um diese Engpass im Pflegeraum zu verhindern? Deutschland hat bereits begonnen die erste 500 filippinische Krankenschwester/pfleger mit B1 Zeugnisse fuer offene Krankenhausstellen zu "importieren". Wann folgt die Schweiz?
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    1. Antwort von Michele Semlin, Danzigerstrasse 11
      Ich War 8 J. in der Schweiz/Pflege tätig. Nach meiner Ausreise nach Deutschland hatte ich keinerlei Chancen wieder in der Schweiz zu arbeiten.Einmal raus ist wahrscheinlich immer raus! Schade.
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  • Kommentar von Daniel Heer, Basel
    Es ist schon so, dass das Hauptproblem die mangelnde Qualität des Personals ausschlaggebend ist. Ich erlebe dies hauptsächlich in der Nacht. Der Rettungsdienst wird für Situationen gerufen die eine Pflegefachfrau ohne Probleme zu managen sind. Doch für eine Hilfskraft ist es dann eben nicht möglich. Die Belastbarkeit des Personals in der Nacht bei der Besetzung mit einer Pflegeassistentin und einer Laufwache in " mehreren " Heimen der gleichen Betreibergesellschaft ist schon limitierend.
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  • Kommentar von Joseph Hüttner, Bern
    Die Probleme sind schon seit längerem bekannt, und sie werden auch nicht mit der Zeit besser werden. Das Zauberwort heisst Case Management. <a href="http://pflegewissen.ch/case-management-in-der-pflege/">http://pflegewissen.ch/case-management-in-der-pflege/</a> Mit veralteten (ha!) Pauschalansätzen wird man der steigenden Zahl komplexer Pflegefälle auch mit mehr Personal nicht beikommen, stattdessen ist ein Individueller Ansatz für Patienten und auch das Personal eine enorme Erleichterung.
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