Happige Preisaufschläge bei Schokolade

Viele Produkte werden günstiger, aber der Preis für Schokolade steigt. Unbestritten ist, dass Rohstoffe wie Kakao und Haselnüsse teurer geworden sind. Doch rechtfertigt dies die massiven Preisaufschläge? Detailhändler und Hersteller schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Jede Schweizerin, jeder Schweizer isst im Durchschnitt pro Jahr zwölf Kilogramm Schokolade. Doch der sündige Genuss wird teurer. Die Ragusa-Schokoladentafel kostet neu Fr. 2.40 statt Fr. 2.20. Eine Tafel Lindt-Schokolade kostete bei Coop bisher 1.95 Franken, neu sind es 2.20 Franken. Ein happiger Aufschlag von mehr als zehn Prozent.

Schuld sind Ernteausfälle und Spekulanten

Die Schweizer Schokoladenherstellerin Lindt & Sprüngli begründet die Aufschläge vor allem mit gestiegenen Rohstoffpreisen: «Bei den Rohstoffen gibt es derzeit einen enormen Kostendruck. Betroffen sind Kakao, Kakaobutter, Haselnüsse und Mandeln», sagt Mediensprecherin Silvia Kälin im Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1.

Aufschläge von zehn Prozent und mehr

Gründe für die gestiegenen Kosten seien unter anderem massive Ausfälle bei der Haselnussernte in der Türkei und Spekulationen an den Rohstoffbörsen. Man habe die Preise für Schokolade deshalb per Februar erhöht – «wie der Rest der Branche auch», so Kälin.

Durchschnittlich betrage der Preisaufschlag bei Lindt & Sprüngli etwas mehr als zwei Prozent. Bei einzelnen Produkten kann der Zuschlag allerdings massiv höher ausfallen.

Wer profitiert?

Lindt & Sprüngli schiebt den Schwarzen Peter indirekt auf Coop. In diesem konkreten Beispiel sei man lediglich für etwas mehr als die Hälfte des Aufschlags verantwortlich, so der Schokoladeproduzent. Nutzt Coop also die Gunst der Stunde, um ihre Margen auf dem Buckel der Konsumenten zu verbessern?

«Die Marge wurde nicht angepasst»

Coop-Sprecher Ramón Gander widerspricht: «Die Margen haben wir nicht angepasst. Wenn wir die Preise aufgrund von gestiegenen Einkaufspreisen erhöhen, stimmt das jeweils in der Summe, nicht fürs einzelne Produkt». Das bedeutet: Coop bestimmt selber, wie sie ihre höheren Einkaufskosten an die Konsumenten weitergibt. Ob auf der Tafel Lindt-Schokolade oder beim Ragusa.

Schoko-Produkte werden in den nächsten Wochen auch in der Migros teurer. Das bestätigt der Grossverteiler dem Konsumentenmagazin «Espresso».