Kapselkaffee: Krebsgefahr?

Kapselkaffee enthält deutlich mehr von der potenziell krebserregenden Substanz Furan als anderer Kaffee. Dieses Forschungsergebnis aus Spanien kursiert derzeit über einen Artikel der Online-Zeitung «Huffington Post». Für ein allfälliges Krebsrisiko müsste man jedoch enorm viel Kaffee trinken.

Krebsgefahr bei Kaffeekapseln?

Bildlegende: Krebsgefahr bei Kaffeekapseln? Colourbox

Furan entsteht in Lebensmitteln, wenn diese erwärmt werden. Es wird auch in der chemischen Industrie verwendet. Normalerweise verflüchtigt es sich schnell. Bei Kaffeekapseln ist dies nicht möglich, da sie hermetisch verschlossen sind. Wird nun Wasser mit hohem Druck durch die Kapseln gepresst, gelangt das Furan in die Kaffeetasse.


Kapselkaffee: Krebsgefahr?

2:58 min, aus Espresso vom 11.06.2012

Erst ab 20 Tassen täglich riskant

Diese Konzentration ist zwar doppelt so hoch, wie in Kaffee aus herkömmlichen Maschinen und 10 Mal höher als in Pulverkaffee. Die Konzentration liegt jedoch immer noch deutlich unter dem Grenzwert. Erst bei einem Konsum von rund 20 Tassen Kapsel-Kaffee täglich könnte das Furan allenfalls zum Gesundheitsrisiko werden, sagen Toxikologen. Und mit jeder Minute, die man die Kaffeetasse stehen lässt, verflüchtigt sich der Stoff mehr. Nach 5 bis 10 Minuten ist er praktisch verschwunden.

Mehr Furan auch in Fertig-Babynahrung

Erhöhte Furan-Konzentrationen finden sich auch in industriell gefertigter Babynahrung in Gläsern. Auch hier liegt der Grund darin, dass diese Gläser nach der Produktion hermetisch verschlossen sind. Es wird daher empfohlen, die Babynahrung geöffnet zu erwärmen. Langsames Erwärmen ist dabei besser als schnelles. Ideal ist laut dem Toxikologen Jacques Diezi, die Babynahrung unter Rühren in einer offenen Pfanne aufzuwärmen und dann kurz stehen zu lassen.

Die internationale Krebsforschungsagentur setzte Furan in den 90er-Jahren auf die Liste der für Menschen potenziell krebserregenden Stoffe. Damals erwies es sich in Tierversuchen als krebserzeugend. Das genaue Risiko ist jedoch noch nicht geklärt.