Kinder zu «kompetenten Konsumenten» ausbilden

Sich in der heutigen Konsumkultur zurechtzufinden, ist für Kinder und Jugendliche nicht leicht. Schnell werden sie zum Spielball der Werbung oder tappen in die Schuldenfalle. Der Bund fordert nun Massnahmen, damit Jugendliche frühzeitig als Konsumenten geschult werden.

Wer sich in der heutigen Konsumkultur zurechtfinden will, braucht Kompetenzen. Kinder und Jugendliche sollen deshalb den richtigen Umgang mit Geld und Konsum frühzeitig lernen. Dieser Meinung ist die Eidgenössische Kommission für Kinder und Jugendfragen EKKJ. Jugendliche sollen schon früh über Themen wie Krankenkassenprämien, das Abschliessen von Miet- oder Leasingverträge und das Erstellen eines Budgets Bescheid wissen – und auch zu kritischen Konsumenten erzogen werden.

Werbefreie Räume und Jugendlohn

Da Kinder und Jugendliche wegen reichlich Taschengeld eine interessante Zielgruppe für Werbung und Marketing sind, fordert das EKKJ werbefreie Räume für Kinder. Weder an Sportanlässen noch auf Schulmaterial dürften Markenlogos auftauchen, Werbung solle in Schulen, Kindergärten und Tagesstätten generell untersagt sein.

Eine weitere mögliche Massnahme, Jugendliche frühzeitig für die Konsumwelt fit zu machen, ist der sogenannte «Jugendlohn». Eltern sollten ihren Kindern einen monatlichen Lohn auszahlen, und so fördern, dass das Kind den Umgang mit dem Geld lerne, sowie lerne, selber Verantwortung für kleinere Anschaffungen zu übernehmen.

In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist fast jeder zehnte junge Erwachsene verschuldet. Die Hälfte wegen unbezahlten Steuern und Krankenkassenprämien, nicht etwa wegen teuren Anschaffungen. Ein weiterer Vorschlag des EKKJ ist es deshalb, dass die Steuern bei dieser Altersgruppe direkt vom Lohn abgezogen werden.