Poststellen: Bald keine Staubsauger und Spielzeugautos mehr?

In 20 Filialen reduziert die Post ab sofort ihr Sortiment – testweise. Offensichtlich reagiert sie damit auf Kritik von Kunden und Politikern. Gegenüber «Espresso» verteidigt die Post allerdings ihr Sortiment: Damit werde immerhin 500 Millionen Franken Umsatz generiert.

Immer wieder wird Kritik am Gemischtwarenladen in den Poststellen laut. «Espresso»-Berichte zeigen: Viele Kunden und sogar Mitarbeiter stören sich an den vielen Drittprodukten in den Filialen.

Auch auf politischer Ebene tut sich was: SVP-Nationalrat Rudolf Joder will der Post verbieten, weiterhin verschiedensten «Krimskrams» zu verkaufen. Zum einen empfänden es die Kunden als Belästigung, wenn die Filialen mit Gummibärchen, Spielzeug und Kissenbezügen vollgestellt würden, zudem werde der Detailhandel so durch die Post konkurrenziert.

Die Behandlung dieser parlamentarischen Initiative steht noch aus, ebenso wie diejenige eines ähnlich gelagerten Postulats der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, welches erst vor kurzem eingereicht wurde. Die Vermuting: Die Post versucht, mit der Reduktion des Sortiments den Vorstössen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Versicherungen, Mobiltelefone und Schreibwaren bleiben

Die Post verkleinert testweise in 20 ausgewählten Poststellen ihr Sortiment, darunter Aarau, Baden, Schaffhausen, Burgdorf, Kriens oder Davos Platz. Artikel, die kaum einen Bezug zur Post haben, werden aus dem Angebot gekippt. So zum Beispiel Spielwaren, Süssigkeiten und Auto- und Haushaltsartikel.

Im Sortiment bleiben weiterhin Versicherungen, Mobiltelefone mit Abos aber auch Abfallmarken, Vignetten, Bücher oder Schreibwaren. Postsprecher Oliver Flüeler: «Diese Artikel haben einen Bezug zur Post und werden weiterhin verkauft.»

Wie Flüeler gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 sagte, würden die Kunden jedoch weiterhin auf Produkte hingewiesen: «Nicht alle Kunden ärgern sich, wenn man ihnen Anfang Jahr eine Autobahnvignette anbietet.» Zudem betont er, dass die Poststellen mit dem Verkauf von Drittartikeln pro Jahr 500 Millionen Umsatz machten. Das entspricht einem Drittel.

Sortimentsstraffung bei der Post: «Endlich!» oder doch eher «Schade!»?

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