«Widerspricht dem Genossenschaftsgedanken»

Das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 bat die HörerInnen um eigene Erlebnisse mit Aktionen, die nur in gewissen Filialen angeboten werden. Und es zeigt sich, dass sich Konsumenten landauf landab unfair behandelt fühlen.

In seinen grössten Supermärkten bietet Coop 40‘000 Artikel an, viele zu Tiefpreisen. Das kommt bei den Stammkunden der kleineren Coop-Filialen in den Dörfern schlecht an. Von einer Zweiklassenkundschaft ist die Rede. Und viele Konsumenten glauben nicht daran, dass in den kleinen Coop-Filialen nur aus Platzgründen weniger attraktive Aktionen angeboten werden.

Otto Kellenberger, Bolligen BE: «Immer wieder stelle ich fest, dass die in der Coop-Zeitung angebotenen Aktionen in unserer guten Filiale in Bolligen nicht vorhanden sind, jedoch in der grösseren Filiale in Ittigen oder dann ganz sicher im Ryfflihof in Bern. Das wird offenbar von oben herab so gesteuert, und auch hier wird der vorhandene oder eben fehlende Platz als Grund aufgeführt.»

Rainer W. Walter, Grenchen SO: «Was in der letzten Sendung beanstandet wurde, widerspricht dem ursprünglichen Genossenschaftsgedanken. Die Megastore-Supermärkte mit den eigenen Preisgefügen passen nicht zur Genossenschaft. Mit diesen Läden wird ein «Binnen-Konsum-Tourimus» angeheizt.»

Christa Schiely, Madulain GR: «Wir in den Randregionen kommen uns tatsächlich veräppelt vor. Wir müssen mit der RhB zwei Stunden Zug fahren, um in Chur in den Megastore zu gelangen.»

Zusätzlicher Frust wegen Superpunkten

Viele Konsumenten ärgern sich auch darüber, dass Coop den Kunden der grossen Megastore-Supermärkte mehr Superpunkte schenkt, als den Kunden der Dorffilialen:

Peter Riesen, Brütten ZH: «Bei der Sache mit den Superpunkten geht es quasi um Bargeld. Seit circa einem Jahr gibt es in den Megastores exklusive, zusätzliche Aktionen «+1000 Punkte» und/oder Geschenkkarten im Barwert von 10 Franken. Warum muss meine Frau mit dem Auto zusätzliche Kilometer fahren, um in den Genuss zu kommen? Es geht hier gut und gerne um 100 Franken im Jahr. Und wer da mitmacht, setzt auch einen Teil wieder in CO2 um.»

Yvonne Livingston, Cham ZG: «Jede Woche wenn die Coopzeitung kommt, hat es zwei Beilagen, eine für die Megastores und eine für die «normalen» Coop-Geschäfte. Personen ohne Auto haben aber keine Chance von den Aktionen zu profitieren.»

Hansjörg Keller, Birsfelden BL: «Coop macht also einen Unterschied, ob man für 100 Franken im Megastore einkauft oder in einem gewöhnlichen Coop-Laden. Wenn es in der Nähe keinen Megastore hat, ist man der Dumme.»

«Espresso» vom 25.02.15:

«Espresso» vom 25.02.15:

Coop bietet in unterschiedlich grossen Filialen auch unterschiedlich attraktive Aktionen derselben Produkte an. Bevorteilt der Detailhändler die Kunden der grossen Supermärkte? Mehr