Hohe Roaming-Gebühren ohne Ende?

Schweizer zahlen fürs Telefonieren und Surfen in EU-Ländern massiv mehr als EU-Bürger. Ein politischer Vorstoss will das ändern: Die Schweiz soll wie die EU einen Höchsttarif fürs Roaming festlegen. Doch viele Parlamentarier sind dagegen. «Kassensturz» zeigt, wie überrissen die Tarife sind.

In der EU zahlen Konsumenten für eine Minute telefonieren maximal 36 Rappen. Ein Megabyte (MB) kostet 86 Rappen, ab dem 1. Juli dieses Jahres sogar nur noch 55 Rappen.

Der Grund: Die EU kennt Höchsttarife fürs Telefonieren und Surfen mit dem Handy, das so genannte Roaming. Damit will sie Verbraucher vor überhöhten Telefonrechnungen schützen.

Die Schweiz hat bisher keinen solchen Höchsttarif eingeführt. Ein Roaming-Vergleich von «Kassensturz» zeigt: Schweizer Konsumenten müssen fürs Telefonieren und Surfen in EU-Länder viel mehr bezahlen als EU-Bürger.

Hohe Margen der Schweizer Anbieter

Das Roaming ist für Schweizer Telekom-Firmen ein lukratives Geschäft. Das bestätigt J. Scott Marcus, Direktor und Telekomexperte beim deutschen Beratungsunternehmen WIK.

Er hat die Vorleistungskosten, welche die Telekom-Firmen untereinander verrechnen, und die Endkundenpreise für «Kassensturz» analysiert. Marcus kommt zu Schluss. «Die Margen der Schweizer Telefonanbieter sind deutlich höher als von EU-Gesellschaften.»

Scott Marcus widerspricht der Begründung der Schweizer Telekom-Firmen, dass für die hohen Roaming-Gebühren höhere Vorleistungskosten verantwortlich seien. Die Vorleistungskosten seien für Schweizer Anbieter zwar höher als für Unternehmen in der EU. Dies würde aber die deutlich höheren Endkundenpreise nicht rechtfertigen.

«Seit Jahren zahlen Schweizer Konsumenten zu viel fürs Roaming», kritisiert Prisca Birrer-Heimo, SP-Nationalrätin und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz. Sie fordert deshalb, dass der Ständerat in dieser Session eine Motion annimmt, welche die Einführung von Höchsttarifen wie in der EU verlangt.

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