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Multimedia «Media Markt hat meinen TV entsorgt»

Media Markt sollte ein TV-Gerät reparieren – und entsorgt es ohne Rücksprache mit der Kundin. Eine Reparatur habe sich nicht gelohnt, sagt die Firma. In solchen Fällen werde der Verkauf rückgängig gemacht. Juristen schütteln den Kopf.

Abfrall
Legende: SRF

Seit einer Weile flimmerte ein feiner schwarzer Strich über den Bildschirm. Also liess Tamara Zimmermann aus Basserdorf ihr Fernsehgerät von Media Markt zur Reparatur abholen. Drei Wochen später fischte Zimmermann ein Schreiben aus dem Briefkasten.

Beim Lesen verschlug es ihr fast die Sprache: «Eine Reparatur habe sich nicht gelohnt, schrieb mit der Media Markt. Man habe das Gerät entsorgt.» Gemäss den Bestimmungen «GarantiePlus» habe sie eine «Totalschadenauszahlung» über knapp 480 Franken zu gut.

Juristisches Kauderwelsch im Kleingedruckten

Tamara Zimmermann reklamiert. Sie wolle keine Entschädigung, sondern ihr Gerät zurück. Doch Mediamarkt verweist auf die Garantiebestimmungen. Dort steht: «Ist die Reparatur des Gerätes nicht durchführbar oder wirtschaftlich nicht vertretbar, so liegt es (…) im Ermessen des Garantiegebers, durch Austausch des Gerätes oder durch Rückzahlung die GarantiePlus (…) zu erfüllen».

Will heissen: Mediamarkt entscheidet, was mit einem defekten Gerät passiert. Nicht einmal eine Rücksprache mit dem Kunden sei nötig.

Die juristische Auslegung dieser Klausel ergebe, dass «das Gerät im Zeitpunkt der Vernichtung als im Eigentum von Media Markt stehend (…) und demzufolge keine Einwilligung des Käufers erforderlich war». Auf Deutsch: Wer bei Mediamarkt ein Gerät samt Garantieverlängerung kauft, trägt etwas nach Hause, das nach wie vor Mediamarkt gehört.

Unverständlich und unzulässig

Solche Klauseln sind nicht verbindlich. Sie sind unverständlich und sondern schränken die Rechte von Konsumenten zu stark ein. Auf keinen Fall gebe eine solche Vertragsklausel Mediamarkt das Recht, ein Gerät ohne Einwilligung des Kunden zu entsorgen, sagt Hubert Stöckli, Professor für Privatrecht an der Universität Fribourg.

«Der Kunde muss einverstanden sein. Zudem hat er das Recht, auf die Reparatur zu verzichten und das Gerät zurück zu verlangen», sagt Hubert Stöckli weiter.

Normalerweise würden Kunden informiert, räumt Séverine De Rougemont, Mediensprecherin von Media Markt gegenüber «Espresso» ein. Und aus diesem Grunde wird Tamara Zimmermann für ihren Ärger doch noch angemessen entschädigt. Als Wiedergutmachung bekommt sie von Media Markt doch noch ein Fernseher. Einen neuen

4 Kommentare

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  • Kommentar von Michi, im Aargau
    Ich stimme der Redaktion zu, Mediamarkt hätte Rücksprache halten sollen. ABER: Mediamarkt hat ihr den Kaufpreis zurückerstattet (also den NEUPREIS des Geräts), das dürfte man durchaus auch explizit herausstreichen (aber dann wäre der Beitrag ja nicht so reisserisch, verstehe schon...). Mit diesem Geld hätte Sie doch einfach einen neuen Fernseher kaufen können, wo liegt also das Problem?! Bei einem Computer sieht es etwas anders aus, Daten etc.. Verstehe die Aufregung echt nicht...
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    1. Antwort von Peter, Solothurn
      Das Problem: - MM ist erst nach Reklamation von Espresso bereit, einen angemess Fernseher zu erstatten. - Ich weiss wovon ich rede: Ich hatte jetzt den exakt gleichen Fall. Gerät wurde einfach so ohne Rücksprache entsorgt. Von wegen, MM würde normw. Kunden informieren. Man hat mir dann Fernseher angeboten in der Preisklasse des Zeitwertes. Die waren gleich gross, aber nicht gleiche Qualität und Funktionen. Habe dann mit Aufpreis ein Gerät in einem anderen Geschäft gekauft.. nie Verlängerung..
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  • Kommentar von Mr. Zyx, Arbon
    Blöd Markt eben!!
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  • Kommentar von Küng, Basel
    ..... ich bin doch nicht blöd..... (eben sehr blöd), ist ja nicht das erste mal wo man solche .... hört
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