Sunrise Prepaid: «Ein SMS kostet 70 Prozent mehr!»

Ab dem 15. Juni passt Sunrise die Tarife bei den Prepaid Angeboten an. In einem SMS wurden die Kunden Anfang Juni über die Neuerungen informiert. Was als «Vereinfachung» verkauft wird, ist für die meisten Prepaid Kunden in Tat und Wahrheit eine Verteuerung.

Mehr als eine Million Prepaid Kunden von Sunrise haben am 1. Juni ein SMS erhalten, das auf den ersten Blick vielversprechend klingt: «Sunrise vereinheitlicht und vereinfacht die Angebote: Sie profitieren von reduzierten Preisen für die Datennutzung im Ausland und neuen FLAT Optionen, welche die Vorteile von Prepaid mit den Vorteilen eines Abos kombinieren.»

Doch wer weiterliest, merkt rasch, dass es in Wirklichkeit um eine Tarifanpassung geht: «Ab dem 15. Juni gilt zudem für alle Prepaid-Angebote ein einheitlicher Preis von 20 Rappen pro SMS und MMS in der Schweiz.»

20 Rappen pro SMS

Die meisten Prepaid Kunden von Sunrise zahlen heute 12 Rappen pro SMS, vor fünf Jahren waren es sogar bloss 10 Rappen. Ab dem 15. Juni kostet das SMS doppelt so viel: 20 Rappen. Ein Ärgernis, findet Sunrise-Kunde Bruno Hügin aus dem Kanton Obwalden: «Das ist eine Vertragsänderung ohne jegliche Reaktionsmöglichkeit von meiner Seite.» Und Hügin befürchtet wie viele andere Sunrise Prepaid Kunden, dass er mit dieser Tarifänderung künftig unter dem Strich mehr bezahlt.

Sunrise kann oder will diese Befürchtung nicht entkräften. Wie viele der rund 1 Million Prepaidkunden künftig mehr bezahlen, lasse sich nicht sagen, meint Sunrise-Sprecher Markus Werner: «Die konkreten Auswirkungen für den Kunden hängen davon ab, welche Dienstleistungen er wie oft nutzt.»

Es gäbe mit der Tarifanpassung aber auch Preissenkungen, ergänzt Werner. Für MMS müssten Kunden künftig statt 50 nur noch 20 Rappen zahlen.

«9 von 10 Kunden zahlen mehr»

MMS würden von den Kunden heute kaum mehr genutzt, entgegnet Telekomexperte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Comparis. «Meine Vermutung ist es, dass 9 von 10 Kunden mit der Tarifanpassung mehr bezahlen als bisher. Und dass Sunrise ihre Einnahmen erheblich steigern kann.» Genau nachrechnen kann Beyeler jedoch nicht. Sunrise gibt dazu keine Zahlen bekannt.

Kundendienst bietet Hügin Abo an

Sunrise-Kunde Bruno Hügin will die Vertragsänderung nicht akzeptieren. Und beschwert sich beim Kundendienst. Die schriftliche Antwort des Sunrise-Angestellten lässt ihn wütend und ratlos zurück: «Die Änderungen werden ab 15. Juni für alle Kunden wirksam. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam ein anderes Prepaid-Angebot, eine attraktive Option oder gar ein Abo finden werden, das Ihren Vorstellungen entspricht.»

Bruno Hügin will jedoch kein Abo und auch keine «attraktive Option». Er überlegt sich jetzt ein Wechsel zu einem günstigeren Prepaid Anbieter, wie beispielsweise M-Budget Mobile oder Aldi Mobile.

Prepaid: Tarifvergleiche