Teleclub-Ärger: Cablecom-Kunden haben immer noch kein HD

Für Kunden der Cablecom ist das Angebot des Bezahlsenders Teleclub ein riesiger Ärger. Im Herbst kündigte Teleclub an, auch Cablecom-Kunden könnten ihre Sender bis Ende Jahr in HD-Qualität empfangen. Bis heute ein leeres Versprechen.

Cablecom-Kunde Urs Bissegger aus Zürich jubelte, als Teleclub letzten August ankündigte, auch Kunden der Cablecom könnten ihre Sender bis im 4. Quartal 2014 in «brillanter HD Qualität empfangen».

Voller Vorfreude löste er ein Teleclub-Abo für monatlich 50 Franken. «Für ein gestochen scharfes Bild bei Filmen und beim Sport - das ist es mir wert!», war er damals überzeugt.

Doch Kunden der Cablecom schauen beim TV-Angebot des Bezahlsenders Teleclub seit Monaten in die Röhre. Während Teleclub bei anderen Providern wie Swisscom, Sunrise und kleinen Kabelnetzbetreibern schon längst in HD-Qualität zur Verfügung steht, verzögert sich die Einführung bei der Cablecom nun schon Monate.

Viel Geld für miese Qualität

Bis heute wartet Urs Bissegger vergeblich auf die Einlösung des Versprechens. Monat für Monat zahlt er die Teleclub-Gebühr – «für eine absolut lausige Qualität».

«Das ist höchstens 80er Jahre VHS-Qualität! Auf den heutigen grossen TV-Schirmen ist das wirklich fürchterlich», ärgert er sich. Aussteigen kann er nicht, das Abo läuft mindestens ein Jahr. Und eine Antwort auf seine Anfrage, was los sei, erhielt er nicht.

Teleclub und Cablecom schieben sich den Schwarzen Peter zu

Auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 schieben sich die zerstrittenen Parteien gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Cablecom-Sprecher Bernard Strapp versteht zwar den Ärger der Kunden. Dass Teleclub im vergangenen Herbst die HD-Qualität auf Ende Jahr versprochen habe, sei nicht seriös gewesen.

Strapp meint diplomatisch: «Es braucht zwei Partien, die sich einig sind. In diesem Fall ist es leider komplizierter als angenommen.»

Und Teleclub spielt den Ball umgehend an Cablecom zurück. Es liege nicht in ihren Händen, lässt Teleclub-CEO Wilfried Heinzelmann ausrichten. Er schreibt: «Für die dem Endkunden zugeführte Qualität ist einzig und allein die Cablecom verantwortlich». Der gleiche Wilfried Heinzelmann übrigens, der im August in einer Mitteilung den HD-Startschuss auf das 4. Quartal 2014 versprach.

Wenn zwei sich streiten, zahlt der Kunde

Worüber sich Cablecom und Teleclub streiten – um Geld oder um technische Details – ist auch für Experten unklar. Klar ist: Ausgetragen wird der Streit auf dem Buckel der Konsumenten.

50 Franken zahlt Urs Bissegger weiterhin pro Monat für sein Teleclub-Abo. Und für ihn ist klar: «50 Franken für sechs Sender in einer miserablen Qualität – das ist schlichtweg Wucher!»