Zum Inhalt springen

Umwelt und Verkehr Ärger mit SBB-Spartickets: Schnäppchen sind kaum zu finden

Nach Paris für 39 Franken, für 53 Franken nach Wien oder für 22 Franken nach Mailand. Die SBB werben mit günstigen Bahnbilletts für Reisen in ganz Europa. Doch will ein Kunde tatsächlich zu dem beworbenen Preis reisen, wird er oft enttäuscht. «Kassensturz» macht die Probe aufs Exempel.

Legende: Video «Ärger mit SBB-Spartickets: Schnäppchen sind kaum zu finden» abspielen. Laufzeit 4:24 Minuten.
Aus Kassensturz vom 28.04.2015.

Für 39 Franken von Zürich nach Paris. Dieses sogenannte Sparticket der SBB will «Kassensturz» online kaufen. Eine Suche nach dem günstigsten Preis ist bei sbb.ch nicht möglich.

Der Konsument muss jeweils zuerst ein Reisedatum eingeben. Erst dann erscheinen die Billettpreise für den gewählten Reisetag. Doch diese sind stets teurer als die beworbenen 39 Franken. Die Billette nach Paris kosten zum Teil über 100 Franken.

Weder zu Hause am Computer...

«Kassensturz» macht sich die Mühe und sucht nach weiteren Spartickets an verschiedenen Reisetagen für verschiedene Städte. Erfolglos. Jedes Mal, egal ob für Dijon, München oder Mailand, «Kassensturz» erhält stets teurere Billettpreise, als die Werbung verspricht.

Der Reporter ruft die kostenpflichtige Hotline der SBB an. Die freundliche Kundenberaterin bestätigt: Günstige Billette gibt es, auch eines für 39 Franken nach für Paris. Sie sind jedoch stark limitiert. Doch die Kundenberaterin am Telefon findet keines.

Über Spartickets als Lockvogelangebote berichtete kürzlich auch das Konsumentenmagazin «Espresso» auf SRF1.

Der SBB-Mediensprecher empfahl damals die Suche dem Schalterpersonal zu überlassen. Doch auch dies nützt nichts.

... noch im Reisebüro

Denn der «Kassensturz»-Reporter versuchte es auch im SBB Reisebüro. Der Kundenberater muss das Sparbillett wie die Nadel im Heuhaufen suchen.

Das heisst: Jede Zugverbindung nach Paris muss er mühsam einzeln abrufen. Nur so erfährt er die Billettpreise. Und auch der Profi findet nur teurere Billette. Eine Übersicht von Spartickets gibt es nicht.

Gibt es diese Sparbillette überhaupt?

Günstige Spartickets gäbe es jeden Tag, sagt SBB Mediensprecher Christian Ginsig. Er gibt aber zu, das heutige Buchungssystem nach Datum sei nicht mehr zeitgemäss: «Das Buchungssystem muss komplett überarbeitet werden. Ziel ist es die Billette auch nach den besten Preisen zu suchen.»

Billette suchen nach Preisen, das kann der Konsument bereits heute beispielsweise bei den französischen Staatsbahnen SNCF, Link öffnet in einem neuen Fenster

39 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Michaela Kaiser, 8142 Uitikon
    Jeden Tag - Sparbillette? Diese Aussage stimmt leider auch nicht: gestern, 1.3. - angeblich war das gesamte Buchungssystem der SBB nicht available. Ok - keine Fahrkartenverkäufe an einem Tag ins Ausland - müsste irgendwann ein Minus ergeben in der Kasse! Habe ein GA und bin viel unterwegs: dazu noch eine Info: ob S-Bahn oder ICN - Verspätungen sind die Norm, - das ist eine ganz schlechte Referenz!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Daniela Abplanalp, Bern
    Den grössten Ärger hat man, wenn man solche (oder auch ein "nicht Spar-Ticket) Tickets nach Paris für einen Rollstuhlfahrer mit Begleitperson buchen will: 1. man findet kein Sparangebot im Internet 2. man kann kein Begleitperson/Rollstuhl-Personenticket übers Internet bestellen 3. am Schalter brauchen sie für die Buchung inkl. Reservation 2 Stunden (nicht übertrieben) 4. meistens kostes es dann mehr 5. worst case ist, wenn dann nicht mal das Datum auf dem Ticket stimmt
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Marco Kränzlin, Buchs SG
    dieses bashing gegen die SBB nervt gewaltig. je nach dem kann die SBB oder die DB, ÖBB oder wer auch immer günstiger sein. vergleichen muss man halt und dank internet kein problem. zudem bieten die jeweiligen bahnen eigene spezialtarife an, die andere bahnen nicht anbieten können. oder die bahnen haben kontigente und wenn die weg sind, sind sie weg, dann hat eine andere bahn evtl. noch. aber im internet kann ich das vergleichen, der am SBB-schalter kann nur die SBB-tickets verkaufen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten