Handgepäck wird doch nicht kleiner

Der Weltluftfahrtverband IATA krebst zurück: Er will seine Pläne für kleineres Handgepäck an Bord von Flugzeugen vorerst nicht weiterverfolgen. Ganz vom Tisch ist die Idee aber noch nicht: «Unter Einbeziehung aller Beteiligter» wolle man die neuen Handgepäck-Regeln noch einmal prüfen.

Wer mit dem Flugzeug unterwegs ist, kennt das Problem: Die Gepäckfächer sind bei den meisten Flügen mit Koffern, Taschen, Rucksäcken oder Jacken vollgestopft. Um das Chaos mit dem Handgepäck zu entschärfen, schlug der Weltluftfahrtverband Iata letzte Woche neue, kleinere Masse fürs Handgepäck vor.

Nun ist die Idee aber vorläufig auf Eis gelegt, wie die Agentur sda meldet. Angesichts erheblicher Bedenken vor allem aus Nordamerika werde der Vorschlag des Verbandes vorerst nicht weiterverfolgt. Er soll nochmals gründlich überprüft werden.

Konkret wollte Iata, dass die Gepäckstücke neu nur noch 55x35x20 Zentimeter gross sein. Bisher waren Gepäckstücke von 55x45x25 Zentimeter erlaubt.

Masse sind von Airline zu Airline verschieden

Diese Masse variieren jedoch je nach Airline. Bei der Swiss zum Beispiel sind die Maximalmasse auf 55x40x23 Zentimeter beschränkt bei British Airways sind es 55x45x25 Zentimeter.

Die Swiss begrüsste die Initiative der Iata, die Gepäckgrössen zu standardisieren, wie Swiss-Sprecher Stefan Vasic gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 bestätigte: «Ob und wann diese neuen Richtlinien bei der Swiss umgesetzt werden, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die aktuellen Masse bei der Swiss liegen jedoch über den von der Iata vorgeschlagenen Massen.» Allerdings nur um ein paar Zentimeter.

Der Chefredaktor der Branchen-Zeitung «Travel Inside» Urs Hirt, fand die Standardisierung der Handgepäck-Masse keine schlechte Idee: «Wenn man sieht, wie vollgestopft die Gepäckfächer auf den Flügen sind, gibt es bei weniger grossen Koffern mehr Platz für alle. Zudem ist die Abweichung zu den heutigen Maximalgrössen bei der Swiss nur minim.»

Mehr Geld für die Fluggesellschaften

Etwas kritischer sah es Nik Gerber vom Reisebüro «Globetrotter». Seit die Fluggesellschaften für eingechecktes Gepäck Geld verlangen würden, reisten viele Passagiere auf Kurzstrecken nur mit Handgepäck: «Wenn die Masse fürs Handgepäck kleiner werden, dann müssen mehr Kunden ihre Koffer einchecken und die Airlines verdienen mehr.» Gerber kritisiert, dass die Flugtarife immer unübersichtlicher werden und die Kunden für jede Leistung extra bezahlen müssen.