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Umwelt und Verkehr Palmöl - kritisiert und deklariert

Palmöl hat es in vielen Lebensmitteln wie Tomatensauce oder Brot, aber auch in Kosmetika oder Waschmitteln. Deklariert werden muss es aber nicht. Das ändert sich nun.

Arbeiter auf einer Palmölplantage in Malaysia
Legende: Eine Palmölplantage in Malaysia. Keystone

Die umstrittene Palmölproduktion verursacht grosse Umweltschäden. Für die Plantagen werden massenhaft Tropenwälder abgeholzt oder Torfmoorwälder trockengelegt.

Ein wichtiger Schritt

Nun führt der Bund bereits in diesem Jahr eine Deklarationspflicht für Palmöl ein. Heute darf Palmöl als «pflanzliches Öl» deklariert werden. Neu wird die exakte Bezeichnung verlangt. Das Bundesamt für Gesundheit wird die Deklarationspflicht voraussichtlich im Spätsommer in Kraft treten, teilte das Bundesamt der Konsumentensendung «Espresso» mit. Die Produzenten erhalten eine Übergangsfrist von 2 Jahren.

Für Greenpeace ist die Deklaration von Palmöl ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz, sagt Forstingenieurin Asti Roesle: «So kann der Konsument bewusst entscheiden, ob er das Produkt kaufen will oder nicht.»

Besser als gar nichts

Auf dem Markt gibt es auch zertifiziertes Palmöl. Unter den Label RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) soll garantiert werden, dass keine weiteren Regenwälder und Torfmoorgebiete für die Palmölproduktion zerstört werden. Das RSPO-Label wurde 2003 auf Initiative des WWF ins Leben gerufen. Mitglied ist auch die Migros. Die Grossverteiler Migros und Coop setzen heute nach eigenen Angaben bereits 30 Prozent zertifiertes Palmöl in den Produkten ein. Ihr Ziel ist es, künftig nur noch zertifiziertes Palmöl einzusetzen.

Greenpeace kritisiert allerdings, dass RSPO nur ein Minimalstandard darstelle und man nicht 100 Prozent sicher sein könne, dass kein Regenwald abgeholzt würde. Zudem sei nicht einmal die Rückverfolgbarkeit auf die konkrete Plantage möglich. Greenpeace fordert darum mehr Transparenz und strengere Kriterien. Der WWF jedoch stellt sich auf den Standpunkt, dass ein tiefer Standard besser sei als gar keiner.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Richtig,K.Sauter,Palmöl ist in Lebensmitteln überflüssig,selbst kochen ist die Lösung,wenn man es denn könnte!Aber sehen Sie sich üm,wie Herr+Frau Schweizer einkaufen gehen.Es hat sich nichts geändert.Preise,Bequemlichkeit+Lust sind massgebend.Gekauft werden Kartoffeln aus Ägypten,weil nebenan die reg.wenig teurer sind.Z.Z auch Erdbeeren,Spargeln,Pflaumen(kein Witz)aus Marokko,aber auch viele Fertigprodukte mit Palmöl drin.Inhalt+Herkunft uninteressant,man nimmt einfach was gluschtet.
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  • Kommentar von Kurt Müller, Chalfont St Peter UK
    Hier in GB ist soeben ein Umweltverträglichkeitstest an Schokolade-Ostereier veröffentlicht worden. Darin landen die Ostereier von Lindt & Sprüngli wegen ihres Gehalts an Palmöl mit zum Teil zweifelhaften Ursprung an letzter Stelle!
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  • Kommentar von R. Olloz, 1874 Champéry
    Im Jahre 1996, nördlich von Singapur in Malaysia in einer unendlich, monoton grosser Palmenplantage unterwegs, hat mich damals bewogen, keine Produkte, die Palmöl enthalten (Margarine vor allem) zu kaufen. Es war zur damaligen Zeit des Öfteren in den Medien zu erfahren, wo überall Palmöl mitgemischt wird. Im Grunde genommen ist das heute nichts Neues.
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