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Umwelt und Verkehr Teurer Tippfehler beim Online-Buchen

Beim Online-Buchen einer Reise ist es schnell passiert: Man vertippt sich beim Reisedatum. Für eine Familie hat dies teure Folgen. Sie soll eine hohe Strafgebühr bezahlen, obwohl sie den Fehler sofort bemerkt und reagiert. «Kassensturz» sagt, worauf man beim Online-Buchen achten muss.

Legende: Video Tippfehler beim Online-Buchen: Reisebüro kassiert ab abspielen. Laufzeit 06:19 Minuten.
Aus Kassensturz vom 28.10.2014.

In der faszinierenden Wildnis unterwegs mit dem Camper: Familie Wiederkehr aus dem Kanton Aargau ist begeistert von der Feriendestination Namibia. Die nächste Reise ist für Sommer 2015 geplant, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Zehn Monate vor Abflug findet Vater Jörg Wiederkehr auf Ebookers.ch einen Flug für die fünfköpfige Familie. Mit British Airways von Zürich über London nach Windhoek. Der Tarif ist attraktiv, rund 6000 Franken kosten die Flüge. Beim Buchen passiert’s: Jörg Wiederkehr klickt beim Scrollen auf der Website «Juni», statt wie gewünscht «Juli» an.

Fehler sofort bemerkt und reagiert

Familie
Legende: Familie Wiederkehr. SRF

Jörg Wiederkehr bemerkt seinen Lapsus rasch. Am nächsten Arbeitstag kontaktiert er das Online-Reisebüro Ebookers um den Tippfehler zu korrigieren. «Mehr als neun Monate vor Reiseantritt sollte es doch kein Problem sein, diese Buchung zu ändern», denkt sich der Lehrer. Aber Jörg Wiederkehr macht die Rechnung ohne Ebookers und Fluggesellschaft.

Für das Umbuchen verrechnet das Reisebüro einen Aufpreis von 4276 Franken. Die Tickets für den Juli sind teurer, weil ferienbedingt dann auch die Nachfrage grösser ist als im Juni.

Legende: Video Zusammensetzung des Ebookers-Preisaufschlags abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus Kassensturz vom 28.10.2014.

Ein Grossteil des Aufpreises, happige 2430 Franken, seien auf eine Strafgebühr (Penalty) von British Airways zurückzuführen, erklärte Ebookers dem Kunden. Solche Gebühren sind üblich und stehen in den Allgemeinen Geschäfts Bedingungen AGB’s vieler Fluggesellschaften, weiss Rechtsanwalt und Tourismusrecht-Experte Reto Ineichen von der Hochschule Luzern.

Mit allfälligen Aufwänden, die den Reiseanbietern durch das Umbuchen entstehen, seien die horrenden Beträge nicht zu begründen. Die Festlegung dieser Gebühren sei willkürlich, kritisiert der Experte: «Die Höhe dieser Gebühren kann ich nicht nachvollziehen. Die Strafgebühr soll die Kunden wohl erziehen, nicht ständig umzubuchen.»

4000 Franken für simplen Vertipper

Jörg Wiederkehr wollte gar nicht umbuchen, er hat sich bloss vertippt. «Dass ich für Tickets im Wert von 6000 Franken Änderungskosten von 4000 Franken zahlen soll, schockiert mich.»

Als sich «Kassensturz» einschaltet, überprüfen Ebookers und British Airways die Berechnungen. Und tatsächlich, die Strafgebühr wurde falsch berechnet, sie ist um 1268 Franken zu hoch.

Ebookers schreibt: «Wir sind momentan mit British Airways und dem Anbieter der Buchungs-Software im Kontakt um genau zu identifizieren, wo der Fehler aufgetreten ist.» Der Fehler liege nicht bei Ebookers, schreibt die Medienstelle des Reiseportals. Die zu hohen Gebühren von über 1268 Franken würden Wiederkehrs rückerstattet.

British Airways legt Wert auf die Feststellung, dass nicht sie für die falsch verrechnete Gebühr verantwortlich sei, wie der Eindruck im Kassensturz-Beitrag habe entstehen können.

Sofort reagieren – lohnt sich

Wer sich beim Buchen vertippt, ist generell gut beraten, wenn er sein Missgeschick möglichst rasch gegenüber dem Reisebüro oder im Falle einer Direktbuchung der Fluggesellschaft meldet.

Ebookers versucht dann gemäss eigenen Angaben, den Fehler ohne Zusatzkosten zu beheben. Immer unter der Voraussetzung, dass sich der Kunde noch gleichentags meldet. Auch Fluggesellschaften wie die erwähnte British Airways stornieren bereits ausgestellte Tickets am Buchungstag kostenlos.

31 Kommentare

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  • Kommentar von Philippe Armbruster, London
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Fluggesellschaften oft kulant sind, wenn man freundlich fragt. Mir ist der selbe Buchungsfehler (versehentlich falsches Datum geklickt) letztes Jahr bei easyjet passiert. Ich habe den Fehler erst bei Erhalt des Bestätigungs-Emails bemerkt und sofort das Callcenter angerufen. Die sehr freundliche Dame hat mir umgehend geholfen und ich musste nur den kleinen Preisunterschied zahlen, da der Flug am richtigen Datum etwas teurer war.
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  • Kommentar von Christian Schreiber, Bülach
    Ich buche auch oft über Ebookers und unsere letzte Reise war für über 3600.-, aber da habe ich die Namen und Daten bis zur finalen Bestätigung sicherlich 3-mal geprüft, es ist mir schon etwas schleierhaft wie Leute so locker flockig 6000.- ohne Doppelkontrollen raushauen, deshalb ist die Strafe sicherlich hoch, aber sonst lernt man ja auch nichts. Pech aber ist halt so.
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  • Kommentar von Katharina Hauser, Uster
    Für mich ist es nicht verständlich dass die Airlines nicht kulanter sein können. Wir mussten auch über 1200.- "Busse" bezahlen weil uns beim Einloggen etwas überschrieben wurde was wir nicht mehr bemerkt hatten. Der Fehler passierte am Freitag, wir haben am Montag angerufen. Keine Chance. Ich verstehe nicht warum Menschen zum Mond fliegen können aber keine Korrektur machen können. Klar- unser Fehler aber der Flug wäre erst in einem Monat gewesen.
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