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Versicherungen Kostengutsprache vor Operation: Nie hundertprozentige Sicherheit

Operationen, Therapien, Medikamente: Oft übernehmen Krankenkassen die Kosten dafür erst nach einer Kostengutsprache. Diese stellen die Krankenkassen vielfach dem Arzt oder dem Spital aus. Die Ombudsstelle der Krankenversicherungen rät, immer auch eine persönliche Kostengutsprache zu verlangen.

Legende: Audio Kostengutsprache vor Operation: Nie hundertprozentige Sicherheit abspielen. Laufzeit 05:40 Minuten.
05:40 min, aus Espresso vom 07.04.2015.

Patient B.S. hatte die Rechnung ohne seine Krankenkasse Visana gemacht: Die Kosten für die bevorstehende Knieoperation würden übernommen, bestätigte die Versicherung dem Spital per Kostengutsprache. Drei Monate nach der Operation dann die Mitteilung an den Patienten: Es handle sich nicht um eine Pflichtleistung, daher könne nun doch keine Kostengutsprache geleistet werden. Erst als sich das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 bei der Visana meldet, prüft diese den Fall eingehend und übernimmt die Kosten doch noch – und zwar für die gesamte Operation. Die Versicherung tut dies «im Sinne eines Entgegenkommens», schreibt sie in einer Stellungnahme.

Versicherung entschuldigt sich

Tatsächlich beinhaltete der Eingriff an Patient S. eine sogenannte Nichtpflichtleistung – eine Leistung also, welche Krankenkassen gemäss der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) nicht übernehmen müssen. Dass die Visana dies erst drei Monate nach der Operation merkte, ist der Versicherung unangenehm: «Wir entschuldigen uns in aller Form für dieses Vorgehen. Dies entspricht keinesfalls unseren Vorstellungen von Servicequalität.»

Krankenkassen sichern sich ab

Kostengutsprachen sind unter anderem bei Operationen, Spitalaufenthalten oder Kuren üblich, ebenso bei bestimmten Medikamenten. In der Regel stellen Krankenkassen diese Gutsprachen den Leistungserbringern aus, also dem behandelnden Arzt oder der Klinik. Diese Kostengutsprachen sichern die Patienten aber nicht ab: Wird etwa bei einer Operation dann ein Eingriff gemacht, der nicht zu den gesetzlichen Pflichtleistungen gehört, kann die Krankenkasse das Geld beim Versicherten einfordern.

Tipp: Immer eine persönliche Kostengutsprache verlangen

Die Ombudsfrau der Krankenversicherer Morena Hostettler Socha empfiehlt Patienten deshalb, von der Krankenkasse immer auch eine persönliche Kostengutsprache einzuholen. Das zwingt die Krankenkasse, den Eingriff oder die Therapie genau zu prüfen. Am besten sei es, vom Spital oder vom Arzt eine Kopie der Kostengutsprache zu verlangen und diese an die Krankenkasse zu senden mit der Bitte, eine entsprechende Kostengutsprache auch an einen persönlich auszustellen. «Eine hundertprozentige Sicherheit hat der Versicherte indes nie», sagt die Ombudsfrau. Denn die Krankenkasse könne sich absichern mit dem Hinweis «vorbehaltlich, es handelt sich um Pflichtleistungen».

7 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Rothenbühler, Mühlethurnen
    Von der Schule verlangt man, dass die Kinder möglichst viel ITC-Unterricht haben, um fit für den heutigen Alltag zu sein. Ich denke, ein paar Jahre Jus wäre die bessere Wahl... - Kommt man denn in der Schweiz noch ohne Anwalt und Steuerberater über die Runden?
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    1. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Wenn Sie ein Reichlingsdynastiker sind, haben Sie ein Familienbuero, das seinerseits wieder von Anwaelten bis IT-Korifaeen Qualitaet mandatiert. Als (erfolg)reicher Einwanderer koennen Sie zudem den One-Stop-Schalter vieler Kantone benutzen, der ihnen fast alle Buerokratie abnimmt. Als abgezockter Lohn- und Sozialrentenabhaengiger koennen Sie sich kaum mehr einen Experten leisten. Und nur bei wenigen Experten geht das Berufsethos ueber gute "Einfuehrungen" bei Serienauftraggebern wie Versicherun
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  • Kommentar von Rutli Wise, Aellgi
    Es kommt noch einiges auf diese Versicherten zu. Die Mehrheit wollte dies ja. Bitte keine "Jammerei" - nur mehr bezahlen und viel weniger durch die Versicherungen. Rutli kann hierfür nur lächeln.
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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Beim freiwilligen privaten Versicherungsgaengstering, wo jede Versicherung die AVB so loechern kann, dass sie sich moeglichst oft um Versicherungsleistungen druecken kann, wird die Verantwortung am Versicherten haengenbleiben. Bei obligatorischen Versicherungen, sind jedoch die Bedingungen fuer alle gleich vorgegeben, auch wenn das Geschaeft privater Gewinnsucht ausgeliefert, statt vom Staat betrieben wird. Da sollte der Arzt als Experte haften, statt der unbedarfte Laie, wenn er diesen nicht a
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    1. Antwort von Philipp Solf, Freiburg
      Staatliche Gesundheitssysteme sind sowohl volkswirtschaftlich als auch gesundheitspolitisch eine Katastrophe. Die strukturellen Defizite der französischen Sécurité Sociale sind einer der Gründe des Niedergangs der Grande Nation; die Wartezeiten bei der britischen Staatsmedizin beziffert sich in Monaten. Zudem noch eins: ohne "private Gewinnsucht" gabe es die Steuern nicht, mit denen Beamte entlöhnt werden. Wer zahlt denn für die Rahmenbedingungen, von denen wir alle profitieren ?
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    2. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Steuern bleiben immer erst am Schluss haengen. Und das mit den Steuergeschenken an Couposchneidern je laenger je weniger. Und ausgeworfen werden die Steuern und andere Volksvermoegen zum Zigmilliarden an im Ausland gestaendig kriminelle Baenkster, derweil den Ex-beamten mit Missbrauch von Dringlichkeitsrecht und ohne Ruecksicht auf Treu und Glauben sowie Besitzstand der Teuerungsausgleich politkriminell geklaut wurde.....
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