Zahn ab: Mobiliar zahlt nun doch noch

Beim Salatessen im Restaurant beisst ein Berner Rentner auf einen Stein und bricht sich den Vorderzahn ab. Weil er das «Corpus Delicti» verschluckte, weigern sich die Versicherungen, trotz Zeugen, die Kosten des Unfalls zu übernehmen. Nach dem «Espresso»-Bericht lenkt die Mobiliar nun doch ein.

Rentner Walter Luginbühl aus Bern sitzt im vergangen April mit einem Freund beim Mittagessen vor einem schönen Salat. Doch als er genüsslich zubeisst, spürt er plötzlich etwas Hartes im Mund. Sekunden später ist ein Drittel seines Schaufelzahns ab – ein Riesenschreck.

Versicherung reagiert erst Monate später

Der Wirt reagiert vorbildlich und bietet an, den Fall seiner Haftpflichtversicherung anzumelden. Die Zahnarzt-Rechnung von 280 Franken schickt der 71-jährige deshalb direkt an die Mobiliar. Fünf Monate lang hört Walter Luginbühl nichts mehr. Für ihn ist der Fall erledigt.

Doch dann kommt dicke Post von der Mobiliar: Für Zahnschäden wegen einem Stein im Salat würde man zwar grundsätzlich aufkommen. Weil er den Stein aber aus Versehen verschluckt habe, zahle man nicht, erzählt Walter Luginbühl dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1. Die Mobiliar rät, er solle sich an seine Unfallversicherung wenden.

Das «Corpus Delicti» fehlt

Doch auch bei der Unfallversicherung KPT, die gleichzeitig Luginbühls Krankenkasse ist, beisst der Rentner auf Granit. Mit der gleichen Begründung: Da das «Corpus Delicti» nicht mehr vorhanden sei, könne man auf die Forderung nicht eintreten – mangels Beweisen.

Dass Walter Luginbühl für den Vorfall einen Zeugen hat, scheint keine der beiden Versicherungen zu interessieren. «Sollte es aber», sagen verschiedene Rechtsexperten auf Anfrage von «Espresso». Sollte der Fall vor Gericht kommen, stünden die Chancen des Rentners nicht schlecht, so ihre Einschätzung.

So weit will es der Berner selbstverständlich nicht kommen lassen. Dass sich die Versicherungen dermassen stur stellen, ärgert ihn trotzdem: «Ich hätte wohl besser auf einen Pflasterstein gebissen, dann würden sie mir glauben!», schmunzelt er.

Gibt sich die Mobiliar doch noch kundenfreundlich?

Für den Berner Rentner könnte die Geschichte dank «Espresso» doch noch ein gutes Ende nehmen. Die Unfallversicherung KPT bleibt zwar hart. Auf mehrmalige Nachfrage teilt hingegen die Mobiliar mit, vom Zeugen habe man erst durch das SRF-Konsumentenmagazin erfahren. Wenn der Zeuge schriftlich bestätige, was im Restaurant passiert sei, werde die Mobiliar den Fall «nochmals neu beurteilen».

Aktuell:

17.03.16: Erfreuliche Wende

«Espresso» konnte über das Argument des fehlenden «Beweises» nur den Kopf schütteln. Nun zahlt die Mobiliar die Zahnarztrechnung doch noch. Rentner Walter Luginbühl ist erleichtert.