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A2-Urmilch: Die neue, gesunde Milch?
Aus Espresso vom 20.01.2020.
abspielen. Laufzeit 05:09 Minuten.
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Espresso Aha! Was ist «A2-Urmilch» und: Wo liegt ihr Mehrwert?

Die Migros ergänzt das ohnehin schon breite Milchangebot um A2-Urmilch. Diese ist deutlich teurer. Zu Recht?

Er fühle sich jetzt schon mit den «gefühlten 500 Sorten Milch» in den Gestellen überfordert, sagt ein Migros-Kunde aus dem Kanton Aargau. Und neu kommt jetzt auch A2-Urmilch dazu – vorerst in etwa 100 Migros-Filialen im Raum Bern/Aargau. Abgefüllt wird sie im Diemtigtal. Das neue Produkt kostet 2.50 Franken – deutlich mehr als konventionelle Milch und auch Bio-Milch. Der Kunde sieht aber nicht wirklich einen Mehrwert in dieser «Urmilch». «Espresso Aha!» klärt ab – und auf:

Was ist , Link öffnet in einem neuen FensterA2-Urmilch?

Es handelt sich um pasteurisierte Frischmilch einer urtümlichen Kuhrasse mit einer reinen A2A2-Genetik. Deren Milch unterscheidet sich leicht bei der Zusammensetzung des Eiweiss-Anteils von anderen Milchsorten. Sie enthält ausschliesslich nur das sogenannte A2-Beta-Kasein. In anderen Sorten steckt auch A1-Beta-Kasein. Diese Besonderheiten sieht man aber weder den A2-Kühen noch der A2-Milch an. Nur eine Blutprobe der Kühe zeigt den Unterschied im genetischen Bauplan.

Warum ist diese Milch so teuer?

Migros-Sprecherin Andrea Bauer sagt, man entschädige die Produzenten höher. In der Zeit, in der sie ihre Herde auf ausschliesslich A2-Kühe umstellen, hätten die Produzenten einen deutlichen Mehraufwand. Zum Beispiel müssten sie den Abfüllprozess differenzieren, damit sich die Sorten nicht mischen.

«Espresso Aha!»

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Ist «Urmilch» besser verträglich?

Gewisse Leute würden diese Milch tatsächlich besser vertragen, sagt die Migros. Sie stützt sich dabei vor allem auch auf Feedback im Ausland. In Australien, Neuseeland oder Österreich, zum Beispiel, ist A2-Urmilch schon lange im Angebot. Wissenschaftliche Beweise dafür, dass diese Milch besser verträglich oder sogar gesünder sei, gebe es aber keine, sagt Walter Bisig, Milch- und Käsespezialist bei der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope.

Fairerweise muss man aber erwähnen, dass die Migros das Produkt auch nicht offensiv als gesünder vermarktet. Man wisse, dass es keine Belege gebe: «Wir möchten einfach diese Alternative anbieten. Jeder muss selbst herausfinden, ob er die Milch besser verträgt oder nicht», sagt Sprecherin Andrea Bauer. Entsprechend ist der Grossverteiler in Werbung und Marketing vorsichtig bei der Wortwahl.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Caviezel  (Werner Caviezel)
    Das finde ich jetzt positiv nachdem die Migros am liebsten Pastmilch abschaffen möchte. Kürzlich musste ich feststellen, dass Biomilch plötzlich ein längeres MHD aufweist. Mein Verdacht, es könnte sich um manipulierte Milch, sog. "Mikrofiltration" handeln bestätigte sich beim Blick auf das Kleingedruckte. Trotzdem wird sie als Pastmilch anpriesen. Das ist meiner Meinung nach Irreführung. Auch sonst braucht es keine 100 Sorten Milch, es braucht auch keine Standardisierung auf 3,5% Fett usw.
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    1. Antwort von Ernst Ramseier  (Ernest)
      Ein Argument betr. Milchsorten bleibt wenig berücksichtigt:«Normale» Milch wird mit Kraftfutter erzeugt, welches hauptsächlich Soja aus Brasilien enthält. Ich behaupte: 40% eines Liters konventioneller Milch stammen aus brasilianischer Soja. Brasilien und Sojaanbau? Heisst doch Urwaldrodung und Bolsonaro! Milchtrinken ist also auch umweltpolitisch. Ich trinke keine Bolsonaro-Milch! Es gibt zum Glück genügend Alternativen: Bio-Milch und Wiesenmilch. Den (bescheidenen) Mehrpreis bezahle ich gerne.
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