«Bestandesaufnahme Gurlitt»: Die Ausstellungen in Bern und Bonn

  • Freitag, 3. November 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 3. November 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 3. November 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Vor vier Jahren, im Herbst 2013, wurde der «Fall Gurlitt» bekannt. Die Schlagzeilen waren riesig und die Debatte um NS-Raubkunst neu entfacht. Nun sind die Kunstwerke, die all dies ausgelöst haben, erstmals öffentlich zu sehen.

Das Kunstmuseum Bern und die Bundeskunsthalle Bonn zeigen in der gemeinsamen Doppelausstellung «Bestandesaufnahme Gurlitt» die Kunstwerke, die der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt in der NS-Zeit zusammengetragen hatte und sein Sohn Cornelius Gurlitt 2014 dem Kunstmuseum Bern vermachte. In Bern wird die sogenannt «entartete Kunst» zu sehen sein, in Bonn die NS-Raubkunst und die Verdachtsfälle.

Erstmals sind damit jene Werke öffentlich zu sehen, die über Jahre als «Fall Gurlitt» vor allem Stoff für Schlagzeilen lieferten: Ist das gute Kunst? Was vermitteln die beiden Ausstellungen? Was wird nicht thematisiert? Das berichten Ellinor Landmann und Oliver Meier.

Die Direktoren der beiden Häuser, Nina Zimmer (Kunstmuseum Bern) und Rein Wolfs (Bundeskunsthalle Bonn) erläutern im Gespräch ihre Ausstellungen. Und die Leiterin des Projekts «Provenienzrecherche Gurlitt», Andrea Baresel-Brand, berichtet vom aktuellen Forschungsstand.

Beiträge

  • «Beschlagnahmt und verkauft» - Die Berner Gurlitt-Ausstellung

    Unter dem Titel «Entartete Kunst» - Beschlagnahmt und verkauft zeigt das Kunstmuseum rund 200 Werke aus der Sammlung Gurlitt, die von den Nationalsozialisten in deutschen Museen konfisziert wurden.

    Ausgehend von den Werken will das Museum drei Themen beleuchten: Die politischen Vorgänge, die zur Diffamierung der modernen Kunst führten, die Lebensgeschichte von Hildebrand Gurlitt und seinem Sohn Cornelius, aber auch die Herausforderungen der Herkunftsforschung. Welchen Eindruck hinterlässt die Berner Schau? Schafft das Kuratorenteam den Spagat zwischen Kunst- und Geschichtsausstellung?

    Oliver Meier

  • «Der NS-Kunstraub und die Folgen» - Die Ausstellung in Bonn

    Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt in ihrer Gurlitt-Ausstellung hauptsächlich Kunstwerke aus dem Bestand Gurlitt, die im Verdacht stehen, NS-Raubkunst zu sein.

    Die Ausstellung will sich ebenso dem Händler Hildebrand Gurlitt wie den Opfern des NS-Regimes nähern und sie will die Systematik des Kunstraubs im NS-Regime beleuchten. Ob dieser Spagat gelingt? Und was ist in Bonn tatsächlich zu sehen?

    Ellinor Landmann

  • Zum Stand der Provenienzforschung

    Seit fast vier Jahren werden die Werke, die Hildebrand Gurlitt in der NS-Zeit sammelte, erforscht.

    Das Projekt «Provenienzrecherche Gurlitt» (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) klärt nach der viel kritisierten «Taskforce», welche Herkunftsgeschichten die Kunstwerke haben und versucht herauszufinden, was tatsächlich NS-Raubkunst ist.

    Wie weit die Forschung ist und welche Schwierigkeiten bestehen, darüber berichtet die Leiterin des Projekts «Provenienzrecherche Gurlitt», Andrea Baresel-Brand.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Ellinor Landmann, Oliver Meier, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Raphael Zehnder